Auch auf dem PC stellt der Titel eine gelungene Mischung aus 3rd-Person-Shooter und Rollenspiel dar, die begeistert.
Die Technik
Quelle: Bioware
Mass Effect
Wenn ihr das erste Mal die Citadel Station erblickt, werdet ihr wahrscheinlich innehalten und den Ausblick genießen. Grundsätzlich müsst ihr euch jedoch auf den sterilen Sci-Fi-Look einstellen. Texturen, Lichteffekte, Explosionen, das alles ist absolute auf der Höhe der Zeit. Besonders die extrem detailliert ausgearbeiteten Charaktere sind ein Highlight der technischen Umsetzung, ebenso wie die gelungene Mimik und Gestik. Merkwürdigerweise haben alle Frauen immer kurze bzw. gebundene Haare auf ihren hübschen Köpfen. Dadurch wollte BioWare wahrscheinlich Clipping-Fehler vermeiden, die übrigens sonst nur selten vorkommen. Zu bemängeln s sind jedoch die oft sehr kargen Außenlandschaften, was allerdings durch eine fabulöse Sichtweite relativiert wird. Dennoch sind viele Ortschaften ein wenig zu undetailliert ausgefallen. Aber jedes bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Zimmer kann man bei der Größe von Mass Effect sicherlich nicht erwarten. Und trotz alle dem steckt das Spiel so manchen Shooter locker in die Tasche. Nur die absolute, grafische Genrespitze zieht vorbei. Dafür wirkt jede Welt in Mass Effect einzigartig und abwechslungsreich, mal abgesehen von den "Nebenplaneten", die scheinbar schnell im Editor zusammengeklatscht wurden.
Die Xbox 360 litt unter starken technischen Problemen. So bauten sich detaillierte Texturen erst nach wenigen Sekunden vollständig auf, wodurch man anfangs nur matschige Tapeten zu sehen bekam. Dies störte gerade bei Videosequenzen und in Gesprächen. Hinzu kam noch, dass das DVD-Laufwerk Höchstarbeit leistete und pausenlos Daten streamen musste. Das führte dazu, dass Mass Effect eigentlich nie durchgehend flüssig lief. Ständig mussten Nachladeruckler in Kauf genommen werden. All das gehört auf dem PC der Vergangenheit an. Aufgrund der 15 GB-Installation bleibt Mass Effect von Nachladerucklern komplett verschont. Auch Texturaufplopper sind nur noch äußerst selten zu sehen. Nur ganz kurz wird ab und an mal dieser technische Fehler zu bemerken sein. Auch die Texturen an sich sind an vielen Stellen schärfer und detaillierter ausgefallen. Zudem braucht man auch keinen Mörder-PC für das RPG. Von einer Crysis-Konfiguration ist Mass Effect weit entfernt. Die Konsolenherkunft merkt man dem Spiel zudem daran an, dass es kaum Auswahlmöglichkeiten bei den Grafikeinstellungen gibt. Ladezeiten während des Spiels gibt es scheinbar auch nicht, oder? Doch, die wurden allerdings geschickt getarnt. Fahrt ihr beispielsweise in einem Aufzug zu einer anderen Ebene, dient dies quasi als Ladebildschirm. Deswegen dauern vielen Fahrten ungewöhnlich lange. Überhaupt stört es gelegentlich, dass man durch viele Areale reisen muss und so der Spielfluss ins stocken kommt.
Quelle: Bioware
Mass Effect
Auf ganzer Linie kann hingegen der Sound überzeugen. Stimmungsvolle Hintergrundmusik baut die passende Atmosphäre auf, während die Deutsche Synchronisation ebenfalls überzeugen kann. Zwar muss man sich an die männliche Stimme von Shepard erstmal gewöhnen, doch selbst der unwichtigste NPC hat einen professionellen Sprecher bekommen. Überhaupt ist es BioWare und Microsoft hoch anzurechnen, dass jede noch so unwichtige Konversation komplett vertont wurde. Was vielen Spielern nicht gefallen dürfte, ist die Online-Aktivierung, die es erlaubt das Spiel nur drei mal zu installieren. Kauft man sich einen neuen Rechner oder muss sein altes System neu aufsetzen, sind die Aktivierungen schnell aufgebraucht, mal abgesehen davon, dass der Wiederverkauf dadurch fast unmöglich gemacht wird.
