Medal of Honor im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Eine enttäuschende Serien-Neuauflage, die nur auf dem PC gut aussieht. Einziger Lichtblick: Der gelungene Multiplayer.

Multiplayer und Kampagne getrennt voneinander - sehr strikt!

Medal of Honor Medal of Honor Single- und Multiplayer sind strikt voneinander getrennt. Während ersteres bei Danger Close entstand, wurde der Mehrspielerpart von den Machern der Battlefield-Reihe, DICE, programmiert. Er basiert sogar auf einer eigenen Engine, was in Anbetracht der Grafikprobleme im Singleplayer aber auch nicht verwunderlich ist. Warum man sich bei EA dazu entschied wissen wir nicht, schaden konnte es jedenfalls nicht. Vom Battlefield-Studio DICE erwartet man nun allemal eine Meisterleistung, die zum Teil auch gelingt! Im Mehrspieler treten amerikanische Streitkräfte gegen nunmehr "Opposing Forces", also feindliche Streitkräfte, an. Lächerlich, denn Anfangs waren es noch Taliban, die man dann namentlich geändert hat, weil einige Kritik dahingehend von US-Militärs und sogar dem britischen Verteidigungsminister kam. Die Karten orientieren sich nach zum Teil an originalen Kriegsschauplätzen, etwa an der Helmand-Offensive, einer Helikopterbergung im Shahikot-Gebirge und auch in Kabul City und am Bagram-Airfield gekämpft.

Medal of Honor Medal of Honor Insgesamt gibt es nur drei Klassen: Sturmsoldaten, die neben einem automatischen Gewehr einen Granatenwerfer haben, Spec-Ops mit einem Raketenwerfer sowie eine Sniperklasse, die von weit weg ballert. Diversifizieren muss dann jeder Spieler seinen Charakter selbst, indem man sich spezialisiert und weitere Gegenstände freischaltet. Technisch ergibt sich, im direkten Vergleich zur Singleplayervariante, ein ungleich besseres Bild. Flüssigere Effekte, höher aufgelöste Texturen und plötzlich auch mal hübsch designte Waffen - das gibt es im Hauptspiel irgendwie nicht. Einzig die Framerate geht teils spürbar in die Knie. Insgesamt spielen sich alle Mehrspielermodi sehr flott, man hat keine großen Wartezeiten und je weiter man aufsteigt, desto gewaltiger wird auch das Waffenarsenal! Um ehrlich zu sein: Der Multiplayer ist die einzige Daseinsberechtigung für Medal of Honor, im Endeffekt aber auch nur ein Mix aus Battlefield und Modern Warfare. Ob das langt oder man dann nicht doch lieber direkt bei den beiden Vorbildern bleibt?

Meinung

Wertung zu Medal of Honor (X360)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Multiplayer ist ein eigenes Spiel mit eigener Engine, Steuerung, Optikpackende Inszenierung der Geschichteimmerzu Wechsel zwischen mehreren Perspektiventolle deutsche Sprachausgabe, Sound generell auf hohem Niveauder PS3-Variante liegt eine aufpolierte Version von MoF: Frontline bei
stark militärisch angehauchtes Pathos, das Mörder mal ganz schnell zu Helden verklärtgrafisch trist und nicht mehr als zweckmäßig (Konsolen), wer kann greift zum PC!Gameplay spielt sich komplett in einem Schlauch ab, offene Gebiete gibt es wenigebelanglose Geschichte ist nach vier bis sechs Stunden beendet, je nach Schwierigkeitsgradalles komplett geskriptet und teilweise hässlich umgesetzt, sodass man warten muss, bis die Teamkollegen ihr „Gespräch beendet“ habenKI ist unterirdisch! Feinde immer an gleicher Stelle, Kollegen laufen einem dauernd ins FeuerHUD wird, wie es scheint, nach Gutdünken ein- und ausgeblendetClipping und Tearing auf den KonsolenGeschichte leider komplett belanglos (obwohl aber sehr fesselnd inszeniert!)
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