Belästigung von Frauen im Internet: Kommentar einer Gamerin

Kolumne Mandy Mischke
Belästigung von Frauen im Internet: Kommentar einer Gamerin
Quelle: © Ubisoft/Bildmontage Gamezone

Man könnte wahrscheinlich alle paar Monate über diese Thematik diskutieren. (Obwohl es da rein gar nichts zu diskutieren gibt!) Ich als Frau frage mich immer wieder aufs Neue, was in den Köpfen der Männer vorgeht, die Gamerinnen öffentlich beleidigen und diskriminieren, ohne diese persönlich zu kennen?

Kürzlich haben wir über die Streamerin Gnu berichtet, die sich umfassend mit dem Thema der (teils sexuellen) Belästigung an Frauen im Internet beschäftigt hat. In dem von ihr kommentierten TikTok werden unter anderem Gamerinnen aufs heftigste beleidigt und im Spiel behindert - gar absichtlich von männlichen Teammates getötet.

Haben Männer ein Ego-Problem?

Zwei Fragen an die Männer in der Runde: Verletzt es euer Ego, wenn eine Frau in der Lobby eines Games erscheint? Habt ihr Angst, sie könne euch schlagen und ihr steht dann als Looser da - weil euch eine Frau besiegt hat? Es kann doch nicht sein, dass sich eine Gamerin auf stumm schaltet, weil sie nicht als solche erkannt werden will.

Frauen gehören an den Herd

Frauen sind schon lange nicht mehr das schwache Geschlecht. Sie stehen nicht 24/7 am Herd, waschen Wäsche und sorgen sich um die Kinder, während der Mann malocht. Aber anscheinend werden Frauen noch immer nicht in den vermeintlichen Männerdomänen akzeptiert. Es macht mich nicht nur traurig, sondern richtig wütend, dass es heutzutage noch immer solche (dummen!) Klischees gibt: Frauen gehören an den Herd und nicht auf die Baustelle oder hinter einen LKW-Lenker ... All diese Aussagen sind schon schlimm genug. Mich trifft jedoch besonders die Tatsache, dass Frauen offenbar noch immer nicht als Gamerinnen ernst genommen werden: "Frauen können nicht zocken!" Sorry, aber da platzt mir echt der Allerwerteste!

Ich würde mich durchaus als leidenschaftliche Gamerin bezeichnen. Auch wenn ich mir niemals den Status einer Pro-Gamerin anmaßen würde, kann ich dennoch behaupten, mich in der angeblichen Männerdomäne behaupten zu können. Sicher gibt es hier und da mal einen Lucky Shot. Aber ich will den Mann sehen, dem das nicht genauso passieren kann.

Zocken und zocken lassen

Es täte dem ein oder anderen wirklich gut, seinen Horizont zu erweitern und aus den verstaubten Klischees auszubrechen. Eine Frau kann und darf genauso in vermeintlichen Männerdisziplinen vertreten sein, wie das "starke Geschlecht". Sie darf eine Handwerkerin, Polizistin oder LKW-Fahrerin sein. Und eine Frau darf verdammt noch mal einen Controller in die Hand nehmen, Shooter spielen und den virtuellen Gegnern eine Klinge durchs Rückenmark stoßen.

Selbst Games wie Assassin's Creed zeigen mit ihren weiblichen Main Characters, dass eine Frau mitunter mehr Eier in der Hose hat,als so mancher Mann. Akzeptiert doch bitte einfach, dass es Frauen gibt, die mindestens genauso gut zocken können wie Männer. Wenn nicht gar besser.

Ein Wort zum Schluss

An all die fleißigen Kommentierer da draußen, bedenkt bitte eines: Nur weil das Internet vermeintliche Anonymität suggeriert, heißt das noch lange nicht, dass ihr euch verhalten könnt, wie es euch passt. Auch im Internet gilt es, eine gewisse Etikette an den Tag zu legen und seine Mitmenschen respektvoll zu behandeln und nicht zu entwürdigen. Meinungsfreiheit ist schön und gut. Aber werdet nicht beleidigend. Vielleicht verkneift ihr euch einfach mal das ein oder andere anzügliche Statement.

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