Metal Gear Solid Delta: Snake Eater im XXL-Test - Ein Remake (nur) für die Fans?

Test Stefan Wilhelm
Metal Gear Solid Delta: Snake Eater im XXL-Test - Ein Remake (nur) für die Fans?
Quelle: PC Games

Eines der legendärsten Stealth-Games aller Zeiten bekommt seine wohlverdiente Neuauflage - mit Unreal Engine 5, moderner Steuerung und trotzdem extrem nah am Original. Im Test klären wir, warum Fans begeistert sein werden, aber auch, was Neueinsteiger beachten müssen.

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater ist ein Remake, von dem einiges abhängt. Es hat nicht nur die schwierige Aufgabe, gleichermaßen alte Fans abzuholen wie neue zu gewinnen, es muss uns auch beweisen, dass Konami noch etwas mit seinem wohl prestigeträchtigsten Franchise anzufangen weiß. Immerhin könnte es sogar der Startpunkt für ein neues Metal-Gear-Zeitalter sein - vielleicht sogar mit frischen Spielen.

Seit Mastermind Hideo Kojima vor zehn Jahren das Unternehmen verließ und man im selben Atemzug die Triple-A-Entwicklung eindampfte, konnte Konami kaum noch Software vorweisen, die den etlichen Kultmarken im Portfolio gerecht wurde.

Das änderte sich aber schlagartig mit dem starken Remake von Silent Hill 2 - und nun bekommt auch endlich Metal Gear wieder etwas Liebe ab. Im großen Test zur Snake-Eater-Neuauflage klären wir, ob Konami seine Comeback-Tour hiermit fortsetzen kann, oder ob der Auftritt ins Wasser fällt.

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Neue Haube, altes Metallgetriebe

Konami hat sich gleich in mehrfacher Hinsicht den besten Teil für ein Remake ausgesucht - Snake Eater ist nämlich nicht nur der Fan-Favorit in der Reihe, sondern auch deren chronologischer Beginn.

Hier lernen wir Konzepte und Figuren kennen, die den Serienkanon bis zu seinem Ende prägen werden, und wer die irre Metal-Gear-Story verstehen will, der muss sich vor allem diesen Teil einprägen.

Gleichzeitig ist Snake Eater bis obenhin mit Features und Mechaniken vollgestopft, die es auch auf spielerischer Ebene immer noch zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

Viele Bosse haben versteckte Mechaniken. Mit Ocelot können wir uns ein Cowboy-Duell liefern. Quelle: PC Games Viele Bosse haben versteckte Mechaniken. Mit Ocelot können wir uns ein Cowboy-Duell liefern. Die Kehrseite der Medaille: All diese Feinheiten muss man sich erstmal mit Recherche oder Trial-and-Error draufschaffen, und vor allem sind die frühen Metal Gear Solids nicht unbedingt für ihre komfortable Steuerung bekannt.

Man hat sich hier also nicht das leichteste Projekt vorgenommen. Einerseits braucht Snake Eater mehr Spielkomfort, um Neueinsteigern den Zugang zu erleichtern.

Andererseits läuft man mit jeder scheinbar noch so unbedeutenden Änderung Gefahr, die Fans von früher zu vergraulen, denn die schätzen das Spiel auch wegen seiner Marotten.

Letztendlich hat Konami sich dazu entschieden, es vor allem Liebhabern des Originals rechtzumachen. Metal Gear Solid Delta: Snake Eater (jetzt kaufen 69,95 € / 63,99 € ) ist kein Komplettumbau Marke Resident Evil 2 oder Final Fantasy 7, sondern zuallererst ein Grafik-Upgrade im Stile der neuen Version von Demon's Souls oder The Last of Us: Part 1.

Bedeutet im Klartext: Bei Delta durchstreifen wir die gleiche sowjetische Dschungellandschaft, erleben die altbekannte Story, sehen identisch choreografierte Cutscenes, lauschen der originalen, wenn auch nun unkomprimierten Synchro auf Englisch oder Japanisch und kämpfen mit denselben Taktiken wie im Original von 2005.

Nur eben mit signifikant modernerer Optik und einer angepassten (und anpassbaren) Steuerung.

Standardmäßig läuft Delta im neuen Modus ohne Farbfilter. Wer möchte, kann auf Wunsch aber auch den grün-gelblichen Look des Originals wiederherstellen. Quelle: PC Games Standardmäßig läuft Delta im neuen Modus ohne Farbfilter. Wer möchte, kann auf Wunsch aber auch den grün-gelblichen Look des Originals wiederherstellen.

Glänzend wie Schlangenhaut

Was als Erstes ins Auge sticht, ist natürlich die generalüberholte Optik. Mit der Unreal Engine 5 hat Konami dem Spiel einen nahezu fotorealistischen Look verliehen, der bis hinunter zu einzelnen Blättern auf dem Waldboden kein Detail auslässt.

Unser Einsatzgebiet in den Wäldern, Bergen und Anlagen der Sowjetunion präsentiert sich in unterschiedlichen Lichtstimmungen und Witterungen, die allesamt beeindruckend natürlich aussehen.

Vor allem die lauschigen Wälder, in denen wir einen großen Teil des Spiels verbringen, laden zum Verweilen und Verstecken ein. Dass Delta sein Umgebungsdesign eins zu eins aus dem PS2-Original übernimmt, resultiert zwar in sehr kleinen Gebieten und häufigen Schwarzblenden, sie sind aber auch genauso lebendig und vollgestopft wie früher.

Nicht nur feindliche Wachen laufen uns über den Weg, da kreucht und fleucht auch noch jede Menge kleines Getier durchs Unterholz. Schlangen, Frösche, Vögel oder Hasen sind nicht nur fürs Gameplay relevant, sie sorgen auch wie vor 20 Jahren dafür, dass sich unser Einsatzgebiet wie echte Natur anfühlt.

  1. Seite 1 Remake-Ansatz und Grafik
  2. Seite 2 Details und Performance
  3. Seite 3 Spielmodi, Steuerung und neue Features
  4. Seite 4 Schleichen und taktische Möglichkeiten
  5. Seite 5 Alles noch drin?
  6. Seite 6 Zugänglichkeit und Story
  7. Seite 7 Fazit und Wertung
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