Metroid Ranking: Die Tiefpunkte der Reihe

Special Felix Schütz
Metroid Ranking: Die Tiefpunkte der Reihe
Quelle: Nintendo, Free SVG, Collage: PC Games

Wir beginnen unser Ranking mit den schwächsten Teilen der Metroid-Serie. Manche sind umstritten, andere veraltet - und einer davon nervt viele Fans bis heute.

Platz 15

Metroid Prime: Federation Force

3DS | 2015

Im Sommer 2015 tobt gerade die E3, zu der Zeit noch die größte Spielemesse der Welt. Festtage für Gamer! Doch ausgerechnet Metroid-Fans erleben sie als Schlag in die Magengrube. Zu dieser Zeit war es nämlich schon verdächtig still um die Marke geworden, das letzte Metroid-Spiel lag immerhin schon fünf Jahre zurück (und war ein glatter Reinfall, dazu später mehr). Also höchste Zeit für ein Comeback!

Doch dann kommt sie: die Enthüllung, die sich absolut niemand gewünscht hat. Anstelle eines starken Action-Adventures, das endlich wieder an Samus' Glanzzeiten anknüpft, stellt Nintendo nur einen weiteren Ableger vor. Metroid Prime: Federation Force. Serienkenner trauen ihren Augen nicht, denn das Gameplay hat mit einem packenden Action-Adventure fast nichts mehr am Hut. Stattdessen präsentiert sich das Spiel als bunter, austauschbarer Ego-Shooter mit Schwerpunkt auf den Koop-Modus, exklusiv für den Nintendo 3DS.

Metroid Prime: Federation Force

Weil es sich um einen Spin-off handelt, tritt Samus Aran hier nur in einer Nebenrolle auf. Dafür rücken diesmal die Marines der Föderation ins Rampenlicht. Als hochgerüsteter Elite-Soldat ballert man sich durch verschiedenste Missionen, entweder alleine oder im Team mit bis zu drei Mitspielern. Dabei erlebt man zwar ganz solide Action, doch die Kernstärken von Metroid kann man hier mit der Lupe suchen. Cleveres Erkunden, durchdachtes Backtracking, motivierende Upgrades? Von wegen! Stattdessen: Jede Menge Feinde, die ihr bitte schön abschießen sollt.

Aber nicht nur der Genre-Wechsel zum Ego-Shooter lässt die Fans kalt. Auch die bunte Grafik erntet breites Kopfschütteln: Das klobige Figurendesign mit seinen überproportionierten Köpfen erinnert an einen Chibi-Stil, der so gar nicht zu Metroid und erst recht nicht zur düsteren Prime-Serie passen will.

Ähnliches gilt auch für Blast Ball, ein separater Multiplayermodus, der sich in Federation Force verbirgt. Anders als in Hunters oder Prime 2 erwartet euch hier nämlich kein klassisches Deathmatch. Stattdessen gibt's Team-Duelle in kleinen Arenen, in denen ihr eine Kugel in das gegnerische Tor schießen und gleichzeitig eure Gegner in Schach halten müsst. Das spielt sich fast wie ein kleiner Vorläufer von Rocket League - kurzweilig in kleinen Schüben, allerdings ohne Langzeitspaß. Und was ein Ballspiel mit Metroid zu tun haben soll, wissen wir auch nicht.

Metroid Prime: Federation Force - Blast Ball (3DS, 2016) Quelle: Nintendo Metroid Prime: Federation Force - Blast Ball (3DS, 2016) Und so kommt es, wie es kommen muss: Schon der erste Trailer von Federation Force wird mit negativem Feedback überschüttet. Und bei Release erntet das Spiel nicht nur durchwachsene Kritiken, es fällt auch bei den Käufern gnadenlos durch. Ein astreiner Flop für die Reihe und verdient unser letzter Platz.

Platz 14

Metroid Prime: Pinball

Nintendo DS | 2005

Die Liste an Fans, die sich ein Metroid-Flipperspiel gewünscht haben, dürfte ausgesprochen kurz sein. Bekommen haben wir's trotzdem: Fuse Games strickt aus der Lizenz einen kurzweiligen Pinball-Ableger, der vor allem mit seinem gefälligen Metroid-Design punkten kann. Samus Aran, hier natürlich als Morph Ball, kugelt sich wie am Automaten durch hübsch gestaltete Spieltische, sammelt Punkte, besiegt Gegner und liefert sich hier und da sogar einen Bosskampf. Kein Frage, als Pinball-Spiel ist dieser Spin-off eigentlich ganz anständig gemacht. Doch als ein richtiges Metroid-Erlebnis taugt das Spiel leider überhaupt nicht, Lizenz hin oder her.

Metroid Prime Pinball

Platz 13

Metroid: Other M

2010 | Wii

Obwohl Federation Force die schlechtesten Wertungen aller Metroid-Spiele erhalten hat, gilt Other M als eigentlicher Tiefpunkt der Reihe. Das ist nämlich kein Spin-off, sondern ein offizieller Teil der Hauptserie.

Metroid: Other M erscheint drei Jahre nach Metroid Prime 3: Corruption, wird diesmal aber nicht von Retro Studios entwickelt. (Die werkeln nämlich zur gleichen Zeit an Donkey Kong Country Returns.) Eine interne Entwicklung bei Nintendo ist auch nicht drin. Darum heuert man Team Ninja an, um das Projekt mit einer neuen Vision umzusetzen. Denn Yoshio Sakamoto, Nintendos langjähriger Director und Produzent der Metroid-Serie, möchte diesmal den Schwerpunkt auf die Story legen. Other M soll deshalb Samus Aran als Charakter schärfen und der wortkargen Heldin buchstäblich eine Stimme geben.

Metroid: Other M (Wii, 2010) Quelle: Nintendo Metroid: Other M (Wii, 2010) Und genau das entpuppt sich als Fehler! Denn Team Ninja setzt Sakamotos Ideen mit ausschweifenden Zwischensequenzen um, in denen Samus ein ums andere Mal in monotone Selbstgespräche abdriftet. Das nimmt nicht nur Tempo aus dem Spiel, es lässt die sonst so coole Heldin auch in einem völlig neuen Licht dastehen: Trotz all ihrer Kampferfahrung wird Samus hier als eine unterwürfige Ex-Soldatin voller Selbstzweifel portraitiert - und das passt einfach hinten und vorne nicht. Nur mal zur Einordnung: Die Story von Other M ist zwischen Super Metroid und Metroid Fusion angesiedelt - zu dieser Zeit hat Samus also schon zig Abenteuer erlebt, Tausende von Feinden plattgemacht und nebenbei den einen oder anderen Planeten gesprengt!

Auch beim Gameplay geht Team Ninja einen anderen Weg, wieder auf Geheiß von Sakamoto, der die Formel entschlacken will. Im Gegensatz zur Prime-Trilogie wird Metroid: Other M deshalb überwiegend aus einer Third-Person-Ansicht gespielt - und zwar ausschließlich mit der Wii-Fernbedienung, die ihr wie einen NES-Controller seitlich halten müsst. Ärgerlich daran: Der Nunchuk mit seinem Analogstick kommt überhaupt nicht zum Einsatz! Darum steuert ihr Samus ausschließlich mit dem veralteten Digikreuz - für ein 3D-Spiel ganz schön unpassend.

Metroid: Other M (Wii, 2010) Quelle: Nintendo Metroid: Other M (Wii, 2010) Hin und wieder müsst ihr aber auch in eine Ego-Perspektive wechseln, indem ihr die Wii-Fernbedienung dreht und auf den Fernseher richtet - das sieht dann zwar ein wenig aus wie in Metroid Prime, allerdings könnt ihr euch so nicht bewegen, sondern nur genauer zielen. Shooter-Spaß kommt da leider nicht auf, es fühlt sich darum nicht wie ein nützliches Feature an. Eher wie ein Gimmick, mit dem Nintendo die Möglichkeiten des Controllers vorführen will.

Der umständliche Wechsel zwischen beiden Perspektiven will auch nicht so recht zum übrigen Kampfgeschehen passen, denn das präsentiert sich schneller, actionreicher und arcadiger als je zuvor. Obendrein fällt auch das Leveldesign deutlich linearer aus, das klassische Erkunden gerät somit etwas ins Hintertreffen, was sich spürbar auf den Spielspaß auswirkt - auch wenn Other M in seinen besten Momenten immer noch ordentlich Atmosphäre liefert.

Metroid: Other M

Auch andere Traditionen fallen weg, zum Beispiel hinterlassen Gegner keine Energiekugeln mehr, dafür kann sich Samus nun selbst heilen - warum auch immer. Die größte Umstellung gibt's aber bei den Upgrades: Samus verfügt zu Beginn bereits über zig Fähigkeiten, darf sie aber einfach nicht nutzen - Adam, ihr ehemaliger Vorgesetzter, hat es ihr verboten. Da gehorcht die brave Samus natürlich. Erst an festgelegten Stellen der Handlung wird ihr der Einsatz bestimmter Technologien wieder erlaubt, was sich genauso bevormundend anfühlt, wie es klingt.

Da hilft es auch nicht mehr, dass Samus ein paar wirklich coole Finishing Moves drauf hat und nun mit schnellen Ausweichrollen durch die Kämpfe wirbelt. Bei all seinen fragwürdigen Designentscheidungen ist es fast schon ein Wunder, dass Other M immer noch auf einen Metacritic-Score von 79 Punkten kommt. Denn unter vielen Fans gilt das Spiel bis heute als schwarzes Schaf der Reihe.

Doch keine Sorge, die Metroid-Serie hat noch so viel mehr zu bieten! Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wie es mit den Plätzen 12 bis 10 weitergeht - vor allem Nostalgie-Fans und Nintendo-Kenner der ersten Stunde kommen da auf ihre Kosten! Außerdem haben wir noch einen echten Geheimtipp für euch... und der kostet euch keinen müden Cent.

  1. Seite 1 Metroid: Die komplette Reihe im großen Ranking
  2. Seite 2 Metroid im Ranking: Platz 15 bis 13
  3. Seite 3 Metroid im Ranking: Platz 12 bis 10
  4. Seite 4 Metroid im Ranking: Platz 9 bis 7
  5. Seite 5 Metroid im Ranking: Platz 6 bis 4
  6. Seite 6 Metroid im Ranking: Platz 3 bis 2
  7. Seite 7 Metroid im Ranking: Platz 1
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk