DICE ist ein nervenaufreibendes Erlebnis gelungen, bei dem man voller Anspannung, mit dem Feind im Nacken, ins Unbekannte springt.
Kalte Optik
Mirror's Edge
Die Welt von Mirror's Edge wirkt farbarm, steril und kalt, so muss es aussehen, wenn der Mensch kaum noch Freiheiten besitzt und fast komplett kontrolliert und überwacht wird. Diese beklemmende Atmosphäre hat DICE perfekt eingefangen, was auch technisch durchaus gelungen ist. Die imposanten Hochhausschluchten, die ohne jegliche Pop-Ups dargestellt werden, überzeugen trotz Farbmangel, während das Spielgeschehen absolut flüssig und ohne Tearing an uns vorbei saust. Und dann erlebt man wieder Räume, die komplett in einer grellen Farbe angemalt wurden und das Spielzimmer in einem knalligen Farbton erleuchten lassen. Ein äußerst interessanter Grafikstil, den man bisher kaum ein zweites Mal gesehen hat. Die futuristische Umgebung mit ihren scharfen Kanten ist allerdings auf ein gutes Anti Aliasing angewiesen, leider müssen wir dennoch mit teils deutlich sichtbaren Treppchenbildungen leben (auf der PS3 mehr als auf der Xbox 360), genau so wie mit zu tristen Innenräumen, obwohl es wohl so gewollt ist, und Fehlern in der Schattendarstellung, die vor allem an den Händen von Faith verstärkt auftreten. Bei genauerem Hinsehen sind die Texturen zudem alles andere als hochauflösend.
Mirror's Edge
Gewöhnungsbedürftig sind die sehr einfach gehaltenen Cartoon-Sequenzen, denen man den Stilbruch vorwerfen könnte, ebenso wie mangelnde Qualität. Ob gewollt oder nicht, es sieht zu billig aus. Dafür stimmt die hervorragende deutsche Sprachausgabe, ebenso wie die dynamische, elektronische Sci-Fi Musik, die sich passend in die Grundstimmung einfügt. Von den Filmen im Comic-Style mal abgesehen, wirken Grafik und Sound wie aus einem Guss. Die Steuerung ist hingegen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn gesprungen wird beispielsweise mit LB bzw. L1, während man sich mit dem linken Trigger duckt und unter Hindernissen hinweg rutscht. Hat man sich im Tutorial daran gewöhnt, kann die Präzision kaum bemängelt werden, obwohl die Ego Perspektive nicht immer die günstigste ist, wenn man unter anderem an einem Vorsprung hängt und nicht genau erkennen kann, wo es denn nun weiter geht. Das Kampfsystem funktioniert zweckmäßig und mit etwas Übung lässt sich auch die Umgebungen in die spektakulären Attacken einbinden. Bei der PS3-Version wird zusätzlich die Bewegungssteuerung des Sixaxis sporadisch eingesetzt. So kann man diese optional zum Balancieren, Abrollen oder Entwaffnen benutzen. Am Ende ist diese Variante längst nicht so komfortabel, wie das Drücken der Tasten.
