Monster Hunter World im Test: Eine neue Stufe der Evolution - aber auch die Krone der Schöpfung?

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Monster Hunter World im Test: Eine neue Stufe der Evolution - aber auch die Krone der Schöpfung?
Quelle: Capcom

Monster Hunter World kehrt zurück auf die stationären Konsolen - die PC-Fassung allerdings lässt noch bis in den Herbst auf sich warten. Wir haben Monster erschlagen und zerlegt, Rüstung und Waffen und geschmiedet und ein fremdartiges, wunderschönes Ökosystem erkundet. Unsere Impressionen dieser neuen Monster Hunter-Welt lest ihr im ausführlichen Test.

Ist Monster Hunter World das Spiel, das sich die Fans der Reihe seit Jahren gewünscht haben? Der Wertungsdurchschnitt lässt dies vermuten. Eines noch vorweg: Zwar eignet sich das Action-Rollenspiel von Capcom perfekt zum Einstieg in die traditionsreiche Reihe, es gibt aber dennoch jede Menge komplexe Mechaniken und ein weitreichendes Crafting-System. Für alle Neuzugänge haben wir Tipps für die ersten Schritte in Monster Hunter World sowie ein FAQ zum Action-Rollenspiel von Capcom zusammengefasst. Aber nun genug mit dem Klingenwetzen, es geht in die Vollen!

Update zum PC-Test von Monster Hunter World

Vorneweg: Für einen ausführlichen Technik-Check und genauen Infos zu den Anforderungen des Spiels legen wir euch den Techniktest von Monster Hunter World unserer Kollegen von der PC Games Hardware ans Herz.

Nun zur PC-Fassung zu Monster Hunter World. Ein halbes Jahr mussten PC-Spieler auf die Umsetzung des Konsolen-Hits warten, aber seit dem 3. September 2018 ist Monster Hunter World auch für PC im Handel erhältlich - allerdings ist das Ergebnis dieser Geduldsprobe nicht so gut gelungen wie erhofft. Da ist zum einen der monströse Hardware-Hunger des Spiels, wenn man es in 4K oder mit einer stabilen Framerate jenseits der 60 Bilder pro Sekunde genießen möchte.

Die Bewegungen per Maus sind verzögert: die Steuerung fühlt sich wegen der Emulation eines Controller-Sticks ungenau an, und auch die (Radial-)Menüs zeigen deutlich, dass Monster Hunter World ein Konsolen-Spiel ist. Immerhin: Mit dem Gamepad spielt sich's wunderbar. Die Optimierung lässt zu wünschen übrig, das hässliche Volumen-Rendering (das eine Art Nebelschleier über entfernte Bereiche legt) etwa frisst Unmengen Rechenkraft, Dinge in der Nähe sind unscharf, Treppcheneffekte überall zu sehen und wieso die Texturen von Klamotten auf dem PC nicht schärfer sind als auf der PS4, bleibt ein Geheimnis von Capcom. Zwischensequenzen lassen sich auch auf dem PC nicht abbrechen, es gibt keinen 21:9-Support, bevor ihr nicht ins Lager zurückkehrt, könnt ihr das Spiel nicht beenden, und auch mit Motion-Blur müsst ihr euch bis zu einem Patch abfinden, denn ausschalten kann man diesen Effekt nicht. In der Galerie seht ihr Eindrücke von der PC-Version von Monster Hunter World.

Bildergalerie

Das ist noch nicht alles: es fehlen die auf Konsole bereits veröffentlichten Bonus-Monster wie zum Beispiel der Dämonjho. Allerdings sollen die kostenlosen DLC "in Kürze" nachgeliefert werden. Der im Grunde spaßige Koop-Modus wird mitunter von lästigen Verbindungsproblemen geplagt; Mehr als ärgerlich, wenn 50-Minuten-Quests in einer Vierer-Gruppe scheitern, weil der Server in die Knie geht. Trotz dieser Gebrechen ist Monster Hunter World zwar auch auf dem PC ein spaßiges Action-Rollenspiel für Freunde von japanischer Unterhaltung, es gibt aber viel Verbesserungspotential bei der Umsetzung - hoffentlich liefert Capcom rasch ein paar Patches nach. Momentan hat man als PC-Spieler lediglich den Vorteil von einer höheren Framerate und kürzerer Ladezeiten. Das ist nicht genug, weshalb wir die PC-Fassung im Vergleich zur Konsolenversion abwerten.

Die Wertung sowie die Pro-Contra-Punkte der PC-Fassung wurden aktualisiert.

Evolution

Der Mensch lebt seit Jahrtausenden nicht mehr in Höhlen, er hält sich für zivilisiert, doch unter Anzug und Make-Up schlummern immer noch die uralten Instinkte. Aus diesem Grund macht Monster Hunter World (jetzt kaufen / 26,99 € ) so unverschämt viel Spaß. Undenkbar, heute als Pionier einen unbekannten Kontinent zu erforschen oder mit dem ganzen Familienclan auf Mammutjagd zu gehen. Doch virtuell gibt es jetzt eine Möglichkeit, euren versteckten Jäger-und-Sammler-Trieb auszuleben. Monster Hunter World ist ein Action-Rollenspiel mit beachtlichem Stammbaum: Der erste Teil aus dem Jahre 2004 hat es auf fünf direkte Nachfahren gebracht, die unzähligen Spin-Offs nicht eingerechnet. Zum ersten Release auf einer stationären Plattform nach vielen Jahren des Daseins als Handheld-Reihe schnitt Capcom viele alte Zöpfe ab. Ein Umstand, der bei Veteranen im ersten Moment für Unbehagen sorgen dürfte. Doch beinahe alle Modernisierungen sind sinnvoll, waren überfällig und nehmen dem Titel kein bisschen von der Freude an den einfachen Dingen des virtuellen Überlebens.

Pionierarbeit

Astera heißt eure neue Heimat, eine Basis voller Entdecker inmitten eines blühenden Kontinents, den ihr zusammen mit anderen Jägern und Forschern erkundet. Angesichts der lokalen Flora und Fauna jauchzen die Dinosaurier-Fans: Majestätische Pflanzenfresser stapfen durch das Dickicht, kleine Flugdrachen gleiten von Baum zu Baum, ein riesiger Leguan lässt sich die Sonne auf die Schuppen brennen. Doch nicht alle Angehörigen der Tierwelt sind euch wohlgesonnen. Aus diesem Grund dürft ihr euch gleich zu Beginn des Abenteuers für eine (oder alle!) der 14 verschiedenen Waffen entscheiden. Großschwert, Hammer, Bogenlanze, Insektenglefe, Dudelsack? Jede der Optionen unterscheidet sich immens in Um Monster aufzuspüren, müsst ihr ihre Hinterlassenschaften untersuchen. Eure Spürkäfer nehmen auf diese Weise Fährte auf. Quelle: PC Games Um Monster aufzuspüren, müsst ihr ihre Hinterlassenschaften untersuchen. Eure Spürkäfer nehmen auf diese Weise Fährte auf. der Handhabung, Schnelligkeit, Effektivität und in Sachen Kombos. Sobald die erste Beute erlegt ist, steht euch der Schmiede-Service zur Verfügung und ihr verbessert und ändert eure Waffe nach Herzenslust.

Lesetipp - Monster Hunter World - Waffen-Guide mit Tipps & Tricks

Der auf den ersten Blick übersichtliche Entwicklungsbaum verzweigt sich im Verlauf des Abenteuers beinahe so stark wie Dschingis Khans Stammbaum nach der Eroberung des Mongolischen Reiches. Ihr verbessert nicht nur die Werte eurer Bewaffnung, sondern fügt diverse Statuseffekte und Elementareigenschaften hinzu. Das gleiche gilt für die Rüstungen; auch die dürft und sollt ihr aufpolieren, verändern, ganz nach Wunsch deren Teile kombinieren. Anders als in den Vorgängern weisen sämtliche Ausrüstungsgegenstände nur noch positive Werte auf, ihr müsst also nicht mehr überlegen, ob ihr einen Malus zugunsten eines starken Bonus in Kauf nehmt. Dennoch ist das Crafting- und Itemsystem wunderbar komplex, lädt zum Experimentieren ein und ermöglicht es, euren Charakter eurem Spielstil anzupassen. Selbst nach etlichen Stunden tun sich neue Möglichkeiten auf, etwa das Einschmelzen ungenutzter Objekte, das Schmieden von Talismanen oder das Anbringen von speziellen Bonus-Juwelen in den Sockeln ausgewählter Rüstungen.

Schatzkammer Umwelt

All die Rohstoffe, die ihr für die Herstellung von Rüstungen, Waffen, Tränken, Mahlzeiten und Werkzeugen braucht, findet ihr in der Natur. Ihr schürft Erz, sammelt Pilze, Kräuter, Insekten, Honig, fangt Fische und Kleintiere - und natürlich geht ihr auf die Jagd, um aus den Knochen, dem Leder, den Zähnen und Organen eurer Beute Objekte herzustellen. Neben den Hauptquests, die die Story vorantreiben, stehen euch optionale Quests zur Verfügung. Viele davon erhaltet ihr bei Gesprächen mit anderen Bewohnern der Basis, etwa vom Koch der Kantine, der gerne eine spezielle Art Monsterfleisch aufs Menü setzen möchte. Nicht immer geht es ums Töten, ihr könnt Monster auch einfangen. Dieses Exemplar etwa haben wir mit einer Elektrofalle gelähmt. Quelle: PC Games Nicht immer geht es ums Töten, ihr könnt Monster auch einfangen. Dieses Exemplar etwa haben wir mit einer Elektrofalle gelähmt. Viele dieser Quests versorgen euch nach Abschluss nicht nur mit neuen Crafting-Materialien, sondern mit zusätzlichen Services in der Basis. Dann gibt es noch Event-Quests, die nur in speziellen Zeiträumen zur Verfügung stehen. Oder ihr geht ohne einen Auftrag auf die Pirsch, erkundet also ein Ökosystem ganz frank und frei.

Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten, kombiniert mit den Untersuchungen schwirrt Jägerneulingen sicher ab und an der Kopf. Untersuchungen sind quasi Nebenquests, von denen ihr mehrere zugleich aktivieren könnt und deren Komplettierung voranschreitet, selbst wenn ihr anderen Hauptquests nachgeht. Allerdings liegt kein Erfolgs- oder Zeitdruck auf euch, der Bildschirmtod etwa ist kein Weltuntergang: Ihr verliert keine kostbare Währung oder Erfahrung, lediglich die konsumierten Heilobjekte und eingesetzten Verbrauchsgegenstände sind futsch. Und die könnt ihr einfach wieder herstellen. Zudem dürft ihr bei so ziemlich jeder Hauptquest bis zu dreimal ohnmächtig werden, bevor die Mission als gescheitert gilt. Kehrt zurück zur Basis, passt eure Ausrüstung an, leckt euch die Wunden, und auf geht es zum nächsten Versuch! Bestimmte Monster werden in Zwischensequenzen in Szene gesetzt. Bei diesem Monster solltet ihr euch vor dem Inhalt seines Mauls in Acht nehmen. Quelle: PC Games Bestimmte Monster werden in Zwischensequenzen in Szene gesetzt. Bei diesem Monster solltet ihr euch vor dem Inhalt seines Mauls in Acht nehmen.

Mensch gegen Natur

Natürlich solltet ihr eine gewisse Vorliebe haben für exzessive Bosskämpfe, denn aus diesen besteht der Großteil des Spiels. Ihr werdet ein Monster nicht nur einmal erlegen, sondern mehrmals, schließlich benötigt ihr all die Materialien, um endlich an die tolle Waffe zu kommen, die ihr aus dem Körper des Untiers fertigen könnt! Im Verlauf tauchen zudem des Öfteren Unterarten gewisser Kreaturen auf, die stärker sind und ein leicht verändertes Verhalten an den Tag legen. Auch, wenn ihr nur die Hauptquests erledigen und das Mindestmaß an Grinding betreiben wollt, werdet ihr über 40 Stunden beschäftigt sein - und das eine oder andere Monster mehrmals töten (müssen). Damit später die Anfangsmonster wie Groß-Jagras und Barroth nicht den Schrecken verlieren, habt ihr später im Spiel die Möglichkeit, zu höherstufigen Missionen aufzubrechen. Das bedeutet: die Wesen, die ihr trefft, sind deutlich stärker als zuvor, lassen aber auch viel bessere Beute fallen.

Der Langeweile entgegen wirkt die bereits erwähnte Waffenvielfalt, und wenn ihr nicht noch einmal genau den gleichen Kampf erleben wollt, probiert euch doch mit einer anderen Waffe an der Herausforderung. Oder versucht, die optimale Nutzung eines der zahlreichen Zusatzitems herauszufinden. Vor allem für Monster Hunter-Veteranen dürfte aber die Aussicht auf neue, glänzende Ausrüstung der größte und wichtigste Motivationsfaktor sein - und ehe ihr euch verseht, seid ihr in der Loot-Spirale gefangen und plant nach dem Abschluss der Jagd gleich den nächsten Ausflug. Da euer Charakter über keine Werte verfügt und nicht selbst auflevelt, sondern alle Eigenschaften über die Ausrüstung bestimmt wird, müsst ihr nie fürchten, euch bei der Entwicklung eures Helden zu vergaloppieren. Jagdszene aus Monster Hunter World bei der Jagd auf ein Barroth Quelle: PC Games Die Körperteile der Wesen sind unterschiedlich stark gepanzert. Ein Barroth etwa verfügt über einen extrem harten Kopf.

Am Ende der Nahrungskette

Bei einem Spiel, das Bosskämpfe so stark in den Mittelpunkt rückt, müssen diese natürlich von hervorragender Qualität sein. Generell gilt: Ausdauermanagement und gezielte Angriffe, also die richtige Taktik, führen zum Erfolg. Aber bei dem befriedigenden Kampfsystem ist nicht Schluss, auch in Sachen eindrucksvoller Inszenierung bleibt nichts zu wünschen übrig: Eure animalischen Widersacher wurden mit viel Liebe zum Detail und einem Auge für realistische Anatomie und Verhalten zum Leben erweckt. Die Bandbreite an Monstern ist faszinierend, ihr bekämpft riesige Fledermäuse mit Luftsäcken in den Backen, gigantische Quastenflosser, turmhohe Schildkrötendrachen und Kröten voller Giftgas im Maul. Im Spiel enthalten ist sowohl ein Wetter- als auch ein Tageszeitensystem. Im Regen oder bei Nacht sieht man etwas schlechter. Quelle: PC Games Im Spiel enthalten ist sowohl ein Wetter- als auch ein Tageszeitensystem. Im Regen oder bei Nacht sieht man etwas schlechter. Die expressiven und überzeugenden Animationen sind ein wahrer Augenschmaus und ermöglichen es euch, die nächste Attacke im Voraus zu erkennen. Die Bewegungen eures eigenen Charakters sind ebenfalls ausdrucksstark, fast schon überzeichnet, aber dadurch sehr charmant und gelegentlich amüsant. Wenn ihr mit einem dicken Dinosaurier-Ei in den Griffeln versucht, vor den wütenden Elterntieren davonzulaufen, wisst ihr, was gemeint ist.

Kämpfe gegen Monster, sei es Echse, Drache, Einhorn oder Wolf, laufen stets in mehreren Phasen ab. Habt ihr genug Schaden ausgeteilt, wird sich euer Gegner aus dem Staub machen, um an einem anderen Ort auf euch zu warten. Ihr könnt dies versuchen zu verhindern, allerdings sind diese Pausen praktisch, um eure Waffe mit dem Wetzstein wieder zu alter Schärfe zu verhelfen, Buffs zu erneuern und auf die Schnelle Items für die nächste Runde zu craften. Oder ihr esst einen Happen, denn je länger ihr in der Wildnis unterwegs seid, desto kürzer wird eure Ausdauerleiste. Klar, schließlich macht das Kämpfen und Erkunden müde!

  1. Seite 1 Monster Hunter World im Test: Kämpfen, Looten, Craften!
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