MotoGP 10/11 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

MotoGP kann sich immer noch nicht wirklich entscheiden, ob es nun Simulation oder doch ein Arcaderacer sein will.

Das umfangreichste MotoGP?

MotoGP 10/11 MotoGP 10/11 Wenn es schon nicht das realistischste MotoGP ist, ist es dann wenigstens das umfangreichste? Und auch hier grundsätzlich ein klares Nein. Die Spielmodi Weltmeisterschaft, Karriere, Herausforderung, Rennen auf Zeit und Multiplayer sind so bereits komplett auch im Vorgänger enthalten gewesen. Und eventuelle Unterschiede optischer oder gar inhaltlicher Art muss man schon ganz genau suchen. Nach wie vor könnt ihr also in der Spielvariante Weltmeisterschaft eine komplette Saison mit einem der Originalfahrer in einem der Originalteams bestreiten. Zur Auswahl stehen hier, auch das hat sich nicht wirklich geändert, die Klassen 125cc, moto2 und motoGP. Übrigens basieren die ins Spiel integrierten Daten auf dem Jahr 2010 - per Patch sollen allerdings, ziemlich zeitnah nach dem Release des Titels, die aktuellen Saisondaten von 2011 nachgeliefert werden. Also auch bezüglich dieses Kundenservices gibt es keinen Unterschied zum Vorgänger.

MotoGP 10/11 MotoGP 10/11 Tiefgängigster Modus bleibt auch in MotoGP 10/11 die Karriere. Ihr benennt einen Fahrer, erstellt um ihn herum ein Team, wählt das Motorrad - zu Beginn stehen euch hier natürlich nur 125cc-Maschinen zur Verfügung - und begebt euch in die ersten Rennen. So weit, so bekannt. Ebenfalls bekannt ist, dass ihr euch auch um alles neben der Strecke kümmern müsst, also was Personal, Sponsoring, Entwicklung usw. betrifft. Auch, dass ihr euch durch erfolgreiches Absolvieren von Aufgaben, wie "Überhole Fahrer x in einer Zeit y", ein gewisses Ansehen innerhalb der Szene erarbeiten müsst, sollte Besitzern des Vorgängers hinlänglich bekannt sein. Neu ist allerdings, dass man den Karrieremodus nun auch im Koop bestreiten kann. D. h. ihr könnt in euer Team einen zweiten Fahrer aufnehmen und selbigen durch einen Freund steuern lassen. Zusammen führt ihr dann das Team von Erfolg zu Erfolg. Nette Idee, die auch etwas frischen Wind in die sonst schon sehr angestaubte Karriere bringt.

MotoGP 10/11 MotoGP 10/11 Bleibt noch neben den oberflächlichen und praktisch unveränderten Spielvarianten Herausforderung und Rennen auf Zeit, der immer wieder gern genutzte Multiplayer-Modus. Doch auch hier nichts Neues. Immer noch könnt ihr Offline per Splittscreen gegen einen menschlichen Gegner um den Sieg fahren oder aber ihr begebt euch auf die Online-Plattformen PSN bzw. Xbox Live und nehmt dort an Rennen mit bis zu 20 weiteren Usern teil. Marginal hat sich hier etwas am Lobbysystem geändert, aber das war's dann auch schon. Halt, noch nicht ganz, ein nettes Feature gibt es dann doch noch. Als Besitzer / Spieler des Vorgängers könnt ihr euch auf zwei ganz spezielle Fahrer- und Motorradsets freuen, die beim Start von MotoGP 10/11, sozusagen als besonderer Bonus, freigeschalten werden und die ihr dann in allen Spielvarianten benutzen könnt. Besser als nichts und immerhin ein kleiner Anreiz für alle "Nachkäufer".

Das schönste MotoGP?

MotoGP 10/11 MotoGP 10/11 Beim Gameplay gab es schon wenig Neues, beim Umfang ebenso, aber bei der Optik kann man getrost behaupten, dass sich gar nichts geändert hat. So viel Grafikrecycling, wie bei MotoGP 10/11 betrieben wird, sieht man eigentlich sehr selten. Ob dies die Strecken, die Motorräder, die Fahrer, sowie deren Animationen und sogar die Menüs sind, alles gleicht dem Vorgänger nahezu so wie das berühmte eine Ei dem anderen. Absoluter Höhepunkt ist aber die Präsentation. Kaum zu glauben, dass die Entwickler nicht mitbekommen haben wollen, wie öde, farblos und wenig mitreißend das Ganze bereits im Vorgänger integriert war und das hier eigentlich enormer Handlungsbedarf angebracht wäre. Abgehalten hat es sie auf jeden Fall nicht sämtliche trögen Zwischensequenzen einfach per Copy & Paste ins neue Spiel zu übernehmen und uns so weiter mit Langeweile pur zu quälen.

MotoGP 10/11 MotoGP 10/11 Quälen ist übrigens ein gutes Stichwort. Obwohl die hier verwendete Grafik-Engine wohl kaum mehr als aktuell bezeichnet werden kann, man somit sowieso schon mit einer extrem angestaubten Optik leben muss, bietet der Titel extrem lange Ladezeiten. Interessant in diesem Zusammenhang, selbst simple Sprünge innerhalb der Menüs sind teilweise mit sekundenlangem Warten verbunden. Kurz: Eine gute technische Umsetzung sieht wohl anders aus. Eine technische Umsetzung der besseren Art bietet da schon die Performance. Diesbezüglich gibt der Titel eigentlich kaum Anlass zur Kritik. Ob dies nun der normale Einzelspieler, der Offline-Multiplayer per Splitscreen oder aber der Online-Modus mit einem Zwanziger-Fahrerfeld ist, alles läuft absolut flüssig und Framerate-Einbrüche sind, wenn überhaupt, nur sehr selten zu beobachten. Der Sound ist nach wie vor ein eher zweischneidiges Schwert. Einerseits hören sich die Motorengeräusche durchaus passend an und können somit schon für die richtige Stimmung sorgen, andererseits nerven der Kommentar und das ewige Hintergrundgedudel immer noch ohne Ende. Ebenfalls schade, dass es leider keinen Boxenfunk oder gar eine wirklich hörbare akustische Fanunterstützung an der Strecke gibt.

Meinung

Wertung zu MotoGP 10/11 (X360)

Wertung:

6.7 /10
Pro & Contra
zuschaltbare Fahrhilfen machen Einstieg leichtersehr fordernde KIRückspulfunktion sorgt für weniger FrustKarrieremodus im Koop spielbarschönes Motorraddesignpassende Animationenkaum Framerate-Einbrüchestimmige Motorensoundskomplett lokalisiert
immer noch sehr unausgewogenes GameplayCPU-gesteuerte Gegner fast fehlerfreiSpielmodi praktisch identisch zum Vorjahrangestaubte Grafiklangweilige Präsentation (1 zu 1 aus dem Vorgänger)wenige Details beim Streckendesignnerviger Kommentar und Soundtrackkein Boxenfunklange Ladezeiten
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