MotoGP 22: Das offizielle Spiel zur Motorrad-WM im Test - Seite 2
Test
Entwickler Milestone bringt mit MotoGP 22 das offizielle Spiel zur Motorrad-Weltmeisterschaft auf den Markt. Wir haben das Rennspiel ausführlich getestet.
Sobald wir in der Moto2-Klasse angelangt sind, können wir zusätzlich ein eigenes Team gründen, dass in der Nachwuchskategorie, also der Moto3 an den Start geht. Die Karriere direkt in der MotoGP beginnen, ist zwar auch möglich, doch gerade die Reise durch die unterschiedlichen Klassen macht den Modus so interessant.
Für die Weiterentwicklung der Maschine stellen wir Chef-Ingeniuere und Datenanalysten ein. Je nachdem wie gut unser Personal zusammenpasst, wie gut wir in den Rennen abschneiden und durch Entwicklungstests, erhalten wir Forschungsdaten mit denen wir unser Motorrad über die Saison verbessern. Das Hauptquartier unterteilt sich in vier verschiedene Bereiche: Motor, Rahmen, Aerodynamik und Elektronik. Laut Reglement ist es erst in der MotoGP möglich, in alle vier Richtungen zu entwickeln. Aber auch dort müssen wir aufpassen, denn die Verbesserungen nehmen eine bestimmte Zeit in Anspruch und unser Personal ist begrenzt. Es ist allerdings nicht ganz klar, welche Prioritäten wir dabei setzen sollten. Denn eine Vergleichstabelle zu anderen Teams gibt es nicht. Ob wir jetzt eher in einen besseren Motor oder in die Elektronik investieren sollten, gleicht eher dem Fischen im Trüben. Wir müssen uns also rein auf unser Fahrgefühl verlassen. Im echten Motorsport gibt's genau dafür Ingenieure und Analytiker.
In diesem Artikel
Neben dem Verbessern des eigenen Bikes kann natürlich auch ein Teamwechsel über Sieg oder Niederlage entscheiden. Im Verlauf unserer Karriere bekommen wir immer wieder Angebote anderer Teams mit Zielen für die kommende Saison. Hin und wieder tritt eine Mannschaft auch in der nächstgelegenen Klasse mit anderem Sponsor neu an. Das bedeutet, wir können als Rookie-Team gleich Geschichte schreiben.
Anspruchsvolles Fahrgefühl
Quelle: PC Games
MotoGP22 bietet erneut etliche Kameraeinstellungen. Die Fahrerperspektive stellt eine ordentliche Herausforderung dar.
Doch noch viel wichtiger als den eigenen Rennstall zu managen, ist natürlich das Gameplay auf der Strecke. Im Vergleich zum Vorgänger macht MotoGP 22 einen ordentlichen Schritt nach vorne. Hilfreich dabei ist ein überarbeitetes System der Radaufhängung, der Reifenabnutzung und des Untergrunds. Das Zusammenspiel dieser Komponenten hebt den Realismus deutlich an.
Wie authentisch sich das Motorrad im Vergleich zur Realität wirklich steuern lässt, können wir natürlich nicht sagen, schließlich saßen wahrscheinlich die wenigsten von uns auf einer solchen kraftvollen Maschine. Das Fahren fühlt sich allerdings extrem gelungen, wenn auch äußerst anspruchsvoll an.
Schon kleinste Fehler werden mit einem Sturz bestraft. Glücklicherweise lassen sich jedoch einerseits etliche Fahrhilfen wie die Ideallinie ein- oder ausstellen und auf Tastendruck Elektronik-Optionen wie eine Traktionskontrolle oder der Anti-Wheelie-Wert verringern oder erhöhen. Vor allem die Bremspunktanzeige hilft enorm, doch auf einigen Strecken sind diese Markierungen falsch eingestellt und wir landen beim ersten Anbremsen unsanft im Kiesbett.
Anderseits bietet MotoGP eine Rückspulfunktion. Und alleine aufgrund der überaggressiven KI, der wir gleich noch einen eigenen Abschnitt widmen, ist diese auch bitter nötig. Auf Tastendruck drehen wir nach einem Fehler ein paar Sekunden die Zeit zurück und versuchen uns nochmal neu an der nahenden Kurve.
Quelle: PC Games
Nach einem Sturz können wir uns entweder automatisch aufs Motorrad zurücksetzen lassen oder unsere Maschine manuell aufrichten und weiterdüsen.
Die Replay-Funktion ist rein optional. Für eine höhere Immersion lässt sich sogar einstellen, dass wir mit dem Fahrer nach einem Sturz zu unserem Motorrad laufen und es selbst wiederaufrichten und weiterfahren. Falls das Bike durch den Unfall Schaden genommen hat, müssen wir das dann ebenfalls mit in Kauf nehmen.
Auf der PS5 kann einmal mehr der DualSense-Controller punkten. Durch die Trigger-Tasten und das haptische Feedback bekommen wir ein Gefühl dafür, sobald wir uns zu stark in die Kurve neigen oder unser Vorderrad überbremsen. So lässt sich häufig im letzten Moment doch noch ein Sturz vermeiden.
Auch sehr authentisch wirkt es übrigens, dass beim Start einer Session, die vom 1. Freien Training über das Warm-Up bis hin zum Rennen alle vertreten sind, überall die grünen Signalleuchten angehen, um zu symbolisieren, dass die Strecke freigegeben ist. Solche Kleinigkeiten sind Gameplay-technisch zwar nicht allzu wichtig, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass die Entwickler auf solche Features achten.
Das große Problem
Doch was nützt eine hohe Immersion und ein starkes Gameplay, wenn es da einen großen Gamechanger im Spiel gibt. Die KI schwächelt nämlich an beinahe allen Ecken und das geht stark auf Kosten des Spielspaßes.
Die virtuellen Piloten bestehen stur auf ihre Linie und noch viel schlimmer auch auf ihre Bremspunkte. In vielen Kurven sind die zusätzlich noch viel zu spät angesetzt. Wenn wir beispielsweise auf dem Red Bull Ring in Führung liegend auf Kurve eins zufahren, dann schwant uns beim kurzen Blick zurück schon Übles. In diesem Rechtsknick verbremst sich das komplette Fahrerfeld nämlich standardmäßig - und zwar Klassen als auch Schwierigkeitsgrad übergreifend.
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