Das offizielle Spiel der MotoGP-Saison geht an den Start: MotoGP 25 kann größtenteils überzeugen, hat aber auch eine große Baustelle.
Abwechslung ja, Spaß nein
Eine ähnliche Dynamik hatte Entwickler Milestone vermutlich auch für die neuen, sogenannten Race Offs erwartet, das Ziel verfehlen sie dabei aber komplett. Die Events lassen sich einerseits über das Hauptmenü als separate Veranstaltung auswählen, andererseits sind sie auch in den Karrieremodus eingebunden.
Vor allem dort finde ich die kurzen Rennen auf Minibikes und Enduro-Motorrädern eher fehl am Platz und habe sie nach dem zweiten Event nur noch übersprungen. Die paar Erfahrungspunkte und die Fahrer-Fitness, bei der ich eh nicht weiß, ob sie überhaupt Auswirkungen hat, sind mir egal.
Zwei unterschiedliche Locations gibt's beim Race Off, und ich trete dort auf kurzen, kurvigen Kursen gegen andere Fahrer der Szene an. Das Fahrverhalten unterscheidet sich dabei ordentlich von den üblichen MotoGP-Bikes.
Für zwischendurch sind die Rennen als Abwechslung okay. Was mich allerdings ganz schön an der Karriere stört, ist der Schwierigkeitsgrad. Denn mit den besonderen Motorrädern muss ich jedes Mal die Stufe ändern, da mir meine Gegner ansonsten auf und davon fahren.
Die größte Schwäche - mal wieder
Was mich dann auch direkt zu meinem größten Kritikpunkt bringt. Ich habe es ganz am Anfang schon erwähnt, vor drei Jahren gab's den letzten richtigen Test von mir zur Reihe.
Ich fand MotoGP 22 damals wirklich gut - bis auf die KI. Und leider schwächeln die NPC-Piloten im aktuellen Titel noch immer. Ich weiß, dass Motorradrennfahrer manche Kurven spitzer anfahren als beispielsweise F1-Piloten, und ja, da werden im Duell schon mal Ellbogen eingesetzt; manchmal übertreibt es auch der ein oder andere Fahrer und räumt seinen Konkurrenten ab.
Die KI in MotoGP 25 nervt mich aber teilweise so sehr, dass ich am liebsten frustriert das Handtuch werfen möchte. Zum Glück gibt's wie immer die Rückspulfunktion, und die brauche ich aufgrund der aggressiven Fahrweise meiner Konkurrenz recht häufig.
Quelle: Milestone
Immer wieder stechen die NPC-Piloten ohne Rücksicht auf Verluste auf die Innenbahn und bringen mich zum Stürzen. Oder sie rasseln mir mit Vollkaracho ins Heck. Selbst im Qualifying, wenn ich mich auf meiner schnellen Runde befinde und meine Konkurrenten grade aus der Boxengasse kommen, bin ich vor der Rumpel-KI nicht sicher. Das muss im nächsten Jahr wirklich besser werden, Milestone!
Da ich gerade schon vom Qualifying geschrieben habe, gibt's dazu noch eine Anmerkung - und auch dieser nervige Aspekt war schon in MotoGP 22 vorhanden. Spult in Trainings und Qualis bloß nicht die Zeit vor, da die Konkurrenz dann plötzlich mehrere Sekunden schnellere Zeiten fährt.
Das liegt nicht an besseren Grip-Verhältnissen oder anderen äußeren Einflüssen im Verlauf der Einheit, sondern wirkt wie ein technischer Fehler. Grade in engen Qualifying-Sessions macht dieser Bug ziemlich viel Spannung zunichte und ist einfach ärgerlich.
Motorradfahren leicht gemacht
Solche Schwächen sind schade, weil das Racing auf der Strecke an sich extrem viel Laune macht. Wenn mich die KI nicht gerade vom Moped rammt, sind sogar die Kämpfe mit den Widersachern ziemlich gelungen. Das Gameplay fordert mich dabei in jeder Sekunde: Ich darf nicht sofort voll am Gashebel ziehen, sondern muss sachte aus Kurven heraus beschleunigen. Im Vergleich zu vierrädrigen Boliden wiegen die Motorräder eh so wenig, dass ich dennoch sehr schnell auf Speed komme.
