Moving Out: Charmantes Couch-Coop-Spektakel im Test

Test David Benke
Moving Out: Charmantes Couch-Coop-Spektakel im Test
Quelle: Team 17 / SMG Studio

Nach Overcooked bringt Publisher Team 17 nun den nächsten Couch-Koop-Spaß auf PC, PS4, Xbox One und Switch: Moving Out. Hier wird statt Kochen die Arbeit eines Möbelpackers zum kooperativen Geschicklichkeitsspielchen umgemodelt. Ob der Titel das Zeug dazu hat, gute Laune in die heimischen Wohnzimmer zu bringen, haben wir für euch getestet.

"Und, was machen wir heute Abend?", diese Frage stellt sich in meiner WG zuletzt immer häufiger. Das überrascht nur bedingt, schließlich sind die aktuellen Beschäftigungsmöglichkeiten doch eher ein wenig begrenzt. Und der Vorschlag, die verstaubte Brettspielsammlung aus dem Regal zu kramen, stößt auf ähnlich viel Zuspruch, wie die Aussicht auf den mittlerweile gefühlt 42. Netflix -Marathon. Etwas Abwechslung wäre mal wieder schön, etwas, was Leben in die Bude bringt. Da kommt Moving Out gerade recht. Das kooperative Geschicklichkeitsspielchen der australischen SMG Studios erschien am 28. April für PC, Playstation 4, Xbox One sowie Nintendo Switch und lässt euch mit bis zu vier Spielern ein eigenes Umzugsunternehmen zum Erfolg führen.

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Overcooked für Möbelpacker

Mit eurem Umzugswagen könnt ihr in Packmore für ordentlich Unruhe sorgen, Autounfälle verursachen oder Straßenlaternen umfahren. Quelle: PC Games Mit eurem Umzugswagen könnt ihr in Packmore für ordentlich Unruhe sorgen, Unfälle verursachen oder Laternen umfahren. Das Grundprinzip dabei ist ziemlich simpel: Stellt euch einfach Overcooked vor, nur dass ihr eben nicht Gemüse schnibbelt, Reis kocht und Teller abwascht, sondern Möbel und Kartons von A nach B schleppt. Das ist recht intuitiv und geht schnell in Fleisch und Blut über: Ihr greift Objekte mit den Schultertasten und schleppt oder schmeißt sie dann in euren Umzugswagen. Zumindest in der Theorie. Manche Gegenstände lassen sich nämlich nur zu zweit tragen, andere wiederum sind so zerbrechlich, dass sie direkt kaputtgehen, solltet ihr sie fallen lassen. Präzision und Koordination sind also gefragt. Das klappt am besten mit dem Gamepad. Der Controllersteuerung fehlt zwar hier und da auch mal etwas die Präzision, sodass ihr versehentlich ins Leere greift. Spielen mit der Tastatur ist aber nochmal auf einem ganz anderen Niveau, wir raten davon also eher ab.

Schließlich wollt ihr ja auch nicht mit der Bedienung kämpfen, sondern mit den Herausforderungen, die euch in den verschiedenen Levels erwarten. Die wählt ihr wie in Overcooked über eine belebte Oberwelt aus. Ihr fahrt also lustig hupend durch die Straßen der Stadt Packmore und stattet euren Auftraggebern persönlich einen Besuch ab. Wobei nicht alle Levels direkt zu Beginn verfügbar sind. Moving Out (jetzt kaufen ) ist in insgesamt vier Akte eingeteilt, in deren Verlauf ihr neue Aufträge freischaltet. Dabei werdet ihr sowohl mit immer neue Umgebungen, als auch stetig komplizierteren Aufgaben konfrontiert. Das kann zu Beginn einfach bedeuten, dass ihr eine Wohnung im zweiten Stock ausräumen müsst, später kommen aber auch logische oder physikbasierte Rätsel hinzu. Dann könnt ihr etwa Gegenstände einen vereisten Abhang hinunterrutschen lassen oder mit Schaltern und Hebeln experimentieren, um Türen zu öffnen.
Dank Ingame-Physik könnt ihr in Moving Out auch die Schwerkraft zu eurem Vorteil nutzen. Quelle: PC Games Dank Ingame-Physik könnt ihr in Moving Out auch die Schwerkraft zu eurem Vorteil nutzen.

Über 50 Level, dafür kein Online-Modus

Insgesamt umfasst Moving Out 30 reguläre Level, das ist für den Preis von knapp 23 Euro vollkommen in Ordnung. Viel mehr Inhalt hatte das erste Overcooked zum Vergleich auch nicht. Zudem gibt es nach dem Durchspielen der Hauptaufgaben, die euch übrigens sogar eine Art Story inklusive finalem Bosskampf erzählen, noch jede Menge zu tun: SMG Studio hat für reichlich Wiederspielwert gesorgt. So bieten euch die Entwickler neben der Möglichkeit, persönliche Bestzeiten aufzustellen und Medaillen abzusahnen, auch noch drei optionale Zusatzziele pro Level, durch die ihr Trinkgeld sammeln könnt. Wenn ihr in einem Haus etwa alle Fenster zerschlagt, bekommt ihr dafür Goldmünzen, die sich in der örtlichen Spielhalle oder der Videothek ausgeben lassen.

Die Level in der Spielhalle haben einen tollen Retro-Arcade-Look und bieten mit ihrem Jump'n'Run-Gameplay spielerische Abwechslung. Quelle: PC Games Die Spielhalle hat einen tollen Retro-Arcade-Look und bietet mit ihrem Jump'n'Run-Gameplay spielerische Abwechslung. So kommt ihr an zusätzliche Spezial-Stages, in denen das Thema Möbelrücken mit einem besonderen Twist versehen wird: Ihr müsst beispielsweise mit einem Karton einen Hindernisparcours überwinden oder aus einem fliegenden Flugzeug heraus Koffer in einen unter euch fahrenden Truck befördern. Das sorgt für Abwechslung und erweitert das gesamte Line-Up auf über 50 Stages. Ein stattlicher Umfang! Schade ist da eigentlich nur, dass ihr Highscores oder Bestzeiten nicht mit der Welt vergleichen könnt. Online-Funktionen gibt es in Moving Out nämlich leider gar keine - auch keinen Multiplayer. Per Steam Remote Together lassen sich zwar Freunde in eure Sitzung einladen, das ist aber auch mehr eine provisorische Lösung.

Zeigt eure Tetris-Skills!

Wollt ihr also mit vier Leuten im Koop spielen, dann müsst ihr sie auf eure heimische Couch einladen. So entfaltet Moving Out aber auch sein volles Potenzial. Mit maximaler Spieleranzahl entsteht ein wunderschönes koordiniertes Chaos: Da wirft einer wild Möbel aus dem Fenster, ein anderer versucht, ein L-förmiges Ecksofa durch einen schmalen Türrahmen zu drücken, während sich der Rest mit der neuen Ohrfeigen-Funktion gegenseitig verprügelt. Einfach spitze!

Mit Teamwork klappen die Umzüge natürlich deutlich besser, aber auch mit optimaler Absprache stoßt ihr mal auf Probleme: Da die Kamera immer weiter herauszoomt, je weiter sich die einzelnen Spieler voneinander entfernen, geht schon mal ein wenig die Übersicht verloren - gerade auf kleineren Bildschirmen. Spielt also am besten per Steam Link auf dem Fernseher. Die größte Herausforderung ist allerdings immer, alle Gegenstände in euren Wagen zu bekommen. Da die Menge der zu bewegenden Objekte an die Spielerzahl gekoppelt ist, müsst ihr zu viert teilweise über 50 Gegenstände in einen Truck quetschen. Das artet schon mal in eine nervenaufreibende Geduldsprobe aus. Im Möbelpackerduo-Modus spielt ihr zwei Figuren gleichzeitig. Ihr müsst Gegenstände also werfen und selbst fangen - ganz schön tricky. Quelle: PC Games Im Möbelpackerduo-Modus spielt ihr zwei Figuren gleichzeitig. Ihr müsst Gegenstände also werfen und selbst fangen - ganz schön tricky.

Ein Spaß für jedermann

Glücklicherweise bietet Moving Out massig Anpassungsmöglichkeiten: Die Charaktere, von denen ihr stetig neue freischaltet, dürft ihr mit Hüten, Emotes und anderen Spielereien ausstatten. Auch das Spiel selbst lässt sich nach Herzenslust modifizieren. Im unterstützten Modus könnt ihr diverse Hilfsmechaniken aktivieren, durch die sich Kisten leichter tragen oder verschwinden, sobald sie in den Laster geladen wurden. So kann man den Titel sogar alleine spielen. Für besonders Wagemutige gibt es abschließend noch den Möbelpackerduo-Modus. Hier steuert ihr mit einem Controller gleichzeitig zwei Figuren. Das stellt euer Hirn aber so sehr auf die Probe, dass sogar die Entwickler selbst mehrmals davor warnen, dass diese Spielvariante echt nicht ohne ist!

Bist du's Raphael? Im Garten des Pepperoni-Palasts trefft ihr auf eine Schildkröte, die zwischen Pizzakartons hin und her flitzt. Quelle: PC Games Bist du's Raphael? Im Garten des Peperoni-Palasts trefft ihr auf eine Schildkröte, die zwischen Pizzakartons hin und her flitzt. Wer es nicht drauf anlegt, Bestzeiten aufzustellen oder auf Medaillenjagd zu gehen, sondern einfach nur eine gute Zeít zu haben, der ist bei Moving Out aber auch genau richtig. Die Levels stecken voller Charme und Humor - seien es nun die liebevolle Grafik, der fetzige 80er-Jahre-Soundtrack oder die detailversessenen Levels, die ihr dank Umgebungszerstörung in Kleinholz verwandeln dürft. Teilweise lassen sich auch Anspielungen entdecken: Im Level Peperoni Palast trefft ihr unter einem Haufen Pizzakartons etwa auf eine Schildkröte mit roter Augenbinde. Die Turtles lassen grüßen! An anderer Stelle funktioniert der Humor leider nicht ganz so gut. Einige Wortwitze wie eure Berufsbezeichnung "Furniture Arrangement and Relocation Technician", kurz F.A.R.T. (zu deutsch: Furz), gehen durch die Übersetzung ins Deutsche leider verloren. Das kann man dem Koop-Titel, der direkt ab Release auch im Xbox Game Pass enthalten ist, angesichts des ansonsten rundum gelungenen Gesamtpakets aber problemlos verzeihen.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Moving Out (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Rundum gelungenes Koop-GameplayÜber 50 verschiedene LevelsStory inklusive finalem BosskampfJede Menge WiederspielwertPhysik und UmgebungszerstörungLiebevolle GrafikFetziger 80er-Jahre-SoundtrackOhrfeigen-Funktion!Umfangreiche AnpassungsmöglichkeitenToller Humor
Keine Online-FeaturesKamera teils zu weit weg vom GeschehenSteuerung vereinzelt etwas unpräziseDeutsche Übersetzung etwas fehlerhaftKein Dash

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