Ein Bandspiel komplett ohne Plastik-Instrumente? DTP zeigt, wie es funktioniert und das dies tatsächlich Spaß machen kann.
Comicflair und Coversongs
Während der Karriere reist man rund um den Globus und besteigt diverse, zum Teil wirklich ausgeflippte Bühnen. Optisch überzeugen eher die letzteren mit Effekten und knalligen Farben, einem wahren Lichtgewitter und vor allem wirklich vielen Details. Das Artdesign erinnert aufgrund der verrückten Bühnenbauten mit Dinos aus Metal, brennenden Holzmännchen und einem wilden Gorilla aber ein wenig an das ebenfalls leicht überdrehte "Guitar Hero", haben aber einen gewissen eigenen Charme. Doch komischerweise sieht man nur auf den anfänglichen schlichten und langweiligen Schauplätze ein grölendes Publikum, während später nur noch der Blick auf die Rockstars über bleibt. Diese bewegen sich leider jederzeit hölzern, wurden viel zu armselig animiert und von lippensynchronen Mundbewegungen wollen wir schon gleich gar nicht reden.
Musiic Party: Rock the House
Die kurzweilige Karriere macht einmalig durchaus Spaß und sorgt mit zahlreichen freischaltbaren Extras für einen gehörigen Motivationsschub. Doch nach etwa drei Stunden flimmert das glorreiche "Happy End" über den Bildschirm und man wird wohl kaum mehr in den Tourbus steigen. Stattdessen sorgen gelegentliche Spielrunden zum Beispiel auf Partys für Stimmung. Das schlichte Menü der Songauswahl schreckt zwar ab, das mindert aber keineswegs den Spielspaß, vor allem in einer geselligen Runde mit zwei bis drei Teilnehmern. Entweder wird ein ausgewählter Song kooperativ auf einer der sechs Bühnen genossen, oder man liefert sich ein knallhartes Duell. Letzteres sorgt mit zusätzlichen Elementen für ordentlich Schadenfreude, während ein jeder versucht, die maximale Wertung aus seiner Performance zu holen. Höhnischen und spöttisches Lachen von Außenstehenden bei der Fuchtelorgie dürfte auf einer kunterbunten Party vorprogrammiert sein.
Musiic Party: Rock the House
Der größte Spaßfaktor ist aber die grandiose Songliste. Wer sonstige Musikspiele schon sein eigen nennt, bekommt zum Teil alten Kaffee serviert. Trotzdem ist die Auswahl hervorragend und macht ordentlich Laune. Nicht selten neigt man dazu, neben den wilden Controllerbewegungen auch noch mitzusingen. Einen gravierenden Nachteil hat das Kompendium aber dennoch: Bis auf die beiden Songs der Newcomer Band Revolving Door handelt es sich bei allen anderen um Coverversionen! "The Final Countdown" gehört zu den musikalisch besehen einfacheren Songs und wird von dem einen oder anderen gar als Schnulzenrock bezeichnet, dank des neuen Sängers wird diese Aussage aber gleich doppelt unterstrichen. Die Interpretation von "Just Like A Pill" - eigentlich von Pink - würde selbst ich nicht schlechter hinbekommen und durch die Sängerin von "Whisper", einem raustimmigen und dennoch gefühlsbetonten Song der Band Evanescence, verliert der Song total an stimmlicher Kraft. Insgesamt ist das Tracklisting aber ordentlich und vor allem massentauglich ausgefallen und macht trotz manch abschreckender Coverversion Spaß!
