Mutant Year Zero: Road to Eden​ im Test - XCOM mit Echtzeit-Twist

Test Matthias Dammes 31,49 €
Mutant Year Zero: Road to Eden​ im Test - XCOM mit Echtzeit-Twist
Quelle: Funcom

Wir haben Mutant Year Zero: Road to Eden von den schwedischen Entwicklern von The Bearded Ladies im Test und stellen fest, dass dem kleinen Indie-Team ein hervorragendes Taktik-Spiel gelungen ist. Die taktischen Kämpfe ala XCOM werden mit interessanten Ideen wie Echtzeit-Erkundung und einen außergewöhnlichen Szenario aufgepeppt.

Man nehme eine Handvoll XCOM 2, gebe dazu eine Prise klassisches Rollenspiel und würze das Ganze mit einem ausgefallenen Szenario - fertig ist die Grundmischung dessen, was man sich unter Mutant Year Zero: Road to Eden (jetzt kaufen / 31,49 € ) vorstellen muss. Die Menschheit ist am Ende. Nachdem eine mysteriöse Plage, die Erderwärmung sowie der massenhafte Einsatz von Atomwaffen die Welt verwüstet haben, gibt es so gut wie keine Menschen mehr.

Letzte Überlebende haben sich zusammen mit einer Reihe von Mutanten in die sogenannte Arche zurückgezogen. Der Rest der Welt wird von Ghulen, deformierten Humanoiden und wilden Tieren bevölkert. Lediglich Gruppen von mutigen Mutanten, den sogenannten Stalkern, wagen sich in diese feindselige Umgebung, um wichtige Rohstoffe für das Überleben der Ark zu sammeln. Als einer der wichtigsten Stalker verschwindet, werden wir damit beauftragt, ihn zu finden.

Echtzeit-Runden-Taktik

Unser Team besteht zu Beginn aus der Ente Dux und dem Eber Bormin. Im Verlauf der Handlung treffen wir auf weitere Charaktere, die sich unserer Gruppe anschließen können. Jeder Kämpfer verfügt über spezielle Fähigkeiten und Eigenschaften. So ist Dux eher für eine Rolle als Scharfschütze ausgelegt, während Bormin mehr aushält und damit an der Front wesentlich besser aufgehoben ist. Erfolgreiche Kämpfe bringen Erfahrungspunkte, die unsere Kämpfer in der Stufe aufsteigen lassen. Dadurch verdienen wir Skillpunkte, die wir in individuelle Talentbäume investieren.

Da unser Charakter vom Gegner noch nicht entdeckt wurde, erhalten wir einen Bonus auf die kritische Trefferchance. Durch die Chance auf EMP auf unserer Waffen, können wir den Roboter zudem eventuell betäuben. Quelle: PC Games Da unser Charakter vom Gegner noch nicht entdeckt wurde, erhalten wir einen Bonus auf die kritische Trefferchance. Durch die Chance auf EMP auf unserer Waffen, können wir den Roboter zudem eventuell betäuben. Das Besondere an Mutant Year Zero ist die Mischung aus Echtzeit-Erkundung und Runden-Taktik-Kämpfen. In den zahlreichen Gebieten des Spiels bewegt ihr euren Trupp wie in einen Rollenspiel durch die Landschaft, sammelt Rohstoffe ein und erkundet längst vergessene Objekte der untergegangenen Welt der Menschen. Den gesammelten Schrott und Waffenteile werden auf der Arche verwendet, um neue Ausrüstung zu kaufen und die Waffen der Truppe zu verbessern.

Sobald ihr auf Gegner trefft und der Kampf beginnt, läuft das Spiel jedoch wie in XCOM ab. Jeder Charakter hat zwei Aktionspunkte, mit denen er verschiedene Aktionen wie Bewegung, Nachladen, Granate werfen oder Schießen ausführt. Kenner von Runden-Taktik fühlen sich hier gleich wie zu Hause. Dabei hängt man jedoch nicht ganz so stark vom Zufall ab, wie es im großen Vorbild der Fall ist. Auch hier hängt die Trefferwahrscheinlichkeit von Faktoren wie Reichweite der Waffe und Deckung des Ziels ab. Wer direkt vor seinem Gegner steht und damit eine hundert Prozentige Trefferchance hat, trifft aber auch wirklich zu einhundert Prozent.

Etwas störend ist hier dafür die zuweilen etwas unlogische Deckungsmechanik. So gilt ein Gegner noch immer als völlig Gedeckt, selbst wenn man schon fast seitlich zu ihm steht und die Deckung von diesem Winkel aus eigentlich keine Wirkung mehr haben sollte. Immerhin zeigt das Spiel bereits bei der Wahl der nächsten Zugposition an, welche Trefferwahrscheinlichkeit ich von dort aus auf alle sichtbaren Gegner haben werde. Noch befinden wir uns im Echtzeit-Modus, der Gegner hat uns noch nicht entdeckt. Wir planen daher einen Hinterhalt, um ihn getrennt von der Gruppe lautlos auszuschalten. Quelle: PC Games Noch befinden wir uns im Echtzeit-Modus, der Gegner hat uns noch nicht entdeckt. Wir planen daher einen Hinterhalt, um ihn getrennt von der Gruppe lautlos auszuschalten.

Lautlos gewinnt

Insgesamt ist das Spiel in seinen Kämpfen recht herausfordernd. Vor allem auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden, wo die eigene Gruppe nicht automatisch nach jedem Kampf geheilt wird und die Gegner mehr Schaden verursachen, gilt es klug zu planen und mit seinen Vorräten zu haushalten. Das wichtigste ist jedoch die Mischung aus Echtzeit und Runden-Taktik und das damit verbundene Stealth-System auszunutzen.

In der Arche nutzen wir unsere gesammelten Rohstoffe unter anderem, um Waffen aufzuwerten und mit neuen Boni auszustatten. Quelle: PC Games In der Arche nutzen wir unsere gesammelten Rohstoffe unter anderem, um Waffen aufzuwerten und mit neuen Boni auszustatten. Während der Erkundung solltet ihr Gegner ausspähen, die sich in einen Hinterhalt locken lassen. Mit lautlosen Waffen lassen sich auf diese Weise einzelne Gegner ausschalten, ohne die restlichen Feinde zu alarmieren. Dabei ist es wichtig, dass ihr den betroffenen Feind innerhalb des ersten Zuges mit euren drei Kämpfern ausschalten könnt. Gelingt das nicht und der Gegner kommt an die Reihe, ruft dieser um Hilfe. Auf diese Weise könnt ihr Feindgruppen häufig deutlich ausdünnen, bevor es zum offenen Kampf kommt.

Rund zwanzig Stunden dauert die Suche der Mutanten nach ihrem verschwundenen Kameraden und dem sagenumwobenen Eden. Das Spiel hält sich kaum mit irrelevanten Nebenaktivitäten auf und hält so die Spannung jederzeit aufrecht, ist dadurch aber auch sehr linear. Zudem fehlt dem Spiel ein wenig der Wiederspielwert, der XCOM so auszeichnet. Dazu mangelt es schlicht an zufällig erzeugten Spielelementen. Alle Level sind von Hand gebaut, Position, Laufwege und Art von Feinden, selbst der Loot in Kisten ist immer gleich. Fans von Runden-Taktik sollten sich Mutant Year Zero: Road to Eden aber dennoch nicht entgehen lassen. Die interessante post-apokalyptische Spielwelt und die erfrischende Mischung aus Echtzeit und Taktik sind es mehr als Wert erlebt zu werden.

Meinung

Wertung zu Mutant Year Zero: Road to Eden (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Mutant Year Zero: Road to Eden (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Mutant Year Zero: Road to Eden (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
gelungene Mischung aus Echtzeit und Runden-TaktikGeduld und Nutzung der Schleichmechanik werden Belohntinteressante Charaktere und Storyhübsche und detailreich gestaltete Spielweltzerstörbare Umgebunggute Präsentation liefert alle wichtigen InformationenIron-Mutant-Modus für Hardcore-Fans
unlogische Sichtlinienkeine deutsche SprachausgabeGeringer WiederspielwertAudiolags (PS4)

Bildergalerie

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