NBA 2K14 im Test: We love this game

Test Thomas Pfnür

Jay-Z als Produzent ist Vergangenheit, der Goldwahn im Menü somit auch, die Steuerung gibt sich mal wieder spürbar geändert und auch am Umfang hat sich etwas getan. Doch ist NBA 2K14 deshalb gleich ein gutes Spiel? Wir sagen ja, ein absolut geniales Spiel sogar.

Neue Version – neue Steuerung

Bei NBA 2K gehört es mittlerweile einfach schon zum guten Ruf, dass jedes Jahr mit einer neuen Version auch ein neues Steuerungsschema auf die Disk gepresst wird. Inklusive dadurch immer wieder nötiger Gewöhnungs- und Einarbeitungszeit. Einerseits toll, weil so jeder Nachfolger auch für Serienveteranen genug Neues bietet, andererseits aber sehr gefährlich, weil jede Änderung eines funktionierenden Systems natürlich auch das Scheitern nach sich ziehen kann. Aber keine Panik, der Entwickler Visual Concepts bleibt sich auch diesbezüglich treu und macht wieder mal einen extrem guten Job.

NBA 2k14 (6) Quelle: 2k Sports NBA 2k14 (6) Die größten Änderungen von NBA 2K14 werdet ihr in der Steuerungsvariante Pro Stick, in den aufgebohrten Signature Skills, beim nun sehr intuitivem Offensiv- und Defensivspiel, sowie im neuen Smart Play Button finden. Gerade das Feature Pro Stick bringt dem Gameplay neuen Variantenreichtum und spielerische Tiefe. Würfe und Dribblings können nun praktisch ohne Knopfdruck und nur über die Sticks ausgeführt werden, was nicht nur sehr fließende Übergänge bringt, sondern auch neue Anforderung an uns Spieler stellt. Training ist hier praktisch Pflicht, will man irgendwann dieses Glücksgefühl empfinden, einen nahezu perfekten und vor allem spektakulären Spielzug auf den virtuellen Court hingelegt zu haben.

Aber nicht genug damit, durch die Aufwertung des rechten Sticks beim Kombinationsspiel, sowie bei den Verteidigungsaktionen werden einem nun deutlich realistischere Möglichkeiten an die Hand gegeben, sich gegen die auch in NBA 2K14 wieder äußerst fordernd agierende CPU durchzusetzen. Insgesamt merkt man, dass innerhalb des Gameplays etwas mehr Wert auf das Timing gelegt wird. Eine Aktion ist nicht mehr nur von den Möglichkeiten eures gerade gesteuerten Spielers abhängig, sondern eben auch davon, ob ihr die entsprechenden Moves im korrekten Zeitfenster ausführt. Besonders bei den Blocks fällt hier auf, dass diese nun leichter vom Controller gehen und vor allem deutlich öfter auch erfolgreich sind. Selbiges bei Steals oder ähnlichen Abfangaktionen. Was die Defensive betrifft, spielt sich NBA 2K14 somit insgesamt deutlich fairer und auch realistischer. Und was die gesamte Steuerung betrifft, so könnt ihr euch wohl auf eins der intuitivsten Erlebnisse der letzten Jahre freuen. Selten hat man sich so eins mit seinem virtuellen Basketballer-Ich gefühlt, wie bei der aktuellen Umsetzung.

Für mehr Fairness, oder sagen wir besser für weniger Frustmomente, sorgt übrigens auch die neue Funktion Smart Play Button. Smart Play ist hierbei eine Umschreibung für eine Source generierte

Taktik, die euch die optimalen Laufweg und Passoptionen für die gerade laufende Spielsituation per simplen Tastendruck anbietet. Und tatsächlich kann sich dieses Feature als wahrer Retter herausstellen, vor allem auch dann, wenn ihr mit eurem sprichwörtlichen Latein am Ende seid und euch mal wieder an einem kaum zu knackenden Abwehrbollwerk aufzureiben droht. Gerade Neueinsteiger und weniger Taktikaffine Spieler werden, nicht nur, aber eben auch in solchen Fällen, über diese Erleichterung mehr als erfreut sein.

NBA 2K goes Europe

NBA 2k14 (4) Quelle: 2k Sports NBA 2k14 (4) Um es gleich vorweg zu nehmen: Die beiden Herzstücke The Association und MyCareer, also die Karrieren aus GM- bzw. Spielersicht, haben sich nicht geändert. Inhaltlich und optisch bekommt ihr hier praktisch eine Kopie des letzten Jahres vorgesetzt. Aufgrund der gebotenen Qualität ist das zwar größtenteils zu verschmerzen, trotzdem fehlt uns aber auch irgendwie der mit einem neuen Ableger einfach nötige frische Wind. Schließlich sollte die sich über 12 Monate angesammelten spielerische Staubschicht wegfegt und somit neue Reiz-, vor allem aber Spaßpunkte freigelegt werden. Ist aber nicht so, stattdessen gilt innerhalb der Karrieren: Was man schon zur Genüge kennt, kann halt meist nur noch selten wirklich begeistern.

Während sich also bei The Association und MyCareer nichts getan hat, gibt es zumindest bezüglich der Lizenzen Neuerungen zu vermelden. NBA 2K14 geht nach Europa und beinhaltet heuer erstmals die Rechteverwertung für die Turkish Airlines Euroleague samt der darin spielenden 14 Top-Teams des europäischen Profibasketballs. Wer also schon immer mit Alba Berlin, FC Barcelona, Real Madrid oder etwa CSKA Moskau ein Spielchen wagen wollte, kann dies nun im aktuellen Ableger der Basketballsimulation tun. Leider fehlt es diesbezüglich aber noch komplett am fordernden Drumherum, soll heißen entsprechende Spielmodis, wie etwa eine Karriere, die auf die Euroleague bzw. deren Teams basieren, gibt es nicht. Das wird auf Dauer natürlich extrem langweilig und der europäischen Lizenzerweiterung auch irgendwie nicht gerecht.

Mehr Spielspaß bietet da übrigens der MyTeam-Modus. Und geändert wurde selbiger auch. In MyTeam, dem "Ultimate Team" bzw. "Kartenspiel" von NBA 2K, ist es nun möglich mit seiner Mannschaft auch in Turnieren anzutreten oder sich im Schedule durch eine laufende Saison zu kämpfen. Neu auch, dass man nun besonders begehrte Platin-Spieler freischalten und somit seinem Team einverleiben kann.

NBA 2k14 (3) Quelle: 2k Sports NBA 2k14 (3) Und weil wir gerade beim Online-Modus sind. Die Spielvariante Crew Mode feiert seine Rückkehr. Im Crew Mode bildet ihr mit fünf Freunden, und den jeweiligen MyPlayer-Charakteren, ein Team und tretet in witzigen 5-gegen-5-Spielen gegen andere Mannschaften an, um euch, logisch, auf diversen Ranglisten nach oben zu kämpfen und schlussendlich irgendwann mal Platz 1 einzunehmen. Laut Publisher wurde dieser Modus von euch Spielern extrem zurückgefordert – wir sagen dazu: Das können wir verstehen. Der Crew Mode macht Laune, fordert und ist wohl die spaßigste Neuerung, wenn man beim Rückkehrer überhaupt von Neuheit sprechen kann, die NBA 2K14 bezüglich des Umfanges bietet.

Aber zurück zum Singleplayer. Auch hier gibt es innerhalb der Spielervarianten etwas Neues. LeBron – Der Weg zur Legende nennt sich der neue Modi, in welchem, kaum jemanden wird dies jetzt nun wirklich wundern, der zukünftige Weg des NBA-Stars LeBron James vorgezeichnet und somit (vor-)gespielt werden soll bzw. kann. In einer recht simplen Art von Herausforderungsmodus müsst ihr euch durch die in zwei Stränge unterteilte Geschichte arbeiten, um irgendwann das Finale der in diverse Kapitel unterteilten Story zu erreichen. Etwas sonderbar hierbei, ihr steuert jetzt nicht wirklich nur James, sondern immer das gesamte Team. 2K, fehlt somit aber nicht irgendwie die Identifikation mit dem NBA-Star? Eigentlich schon, oder? Highlight von LeBron – Der Weg zur Legende ist ganz sicher die geniale Präsentation, leider kann aber auch selbige nicht überdecken, dass es an der spielerischen Tiefe doch deutlich mangelt. So ist das Ganze zwar eine nette Idee, die aber nur Fans von James, vielleicht auch von den Miami Heats, wirklich begeistern und Otto Normalspieler eher weniger interessieren wird.

  1. Seite 1 Neue Version – neue Steuerung
  2. Seite 2 Technischer Stillstand auf hohem Niveau & Fazit
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