NBA 2K15: NBA 2K15 im Test: Airball oder Slam Dunk?

Test Thomas Pfnür
NBA 2K15 im Test (2)
Quelle: 2k Games

NBA 2K14 war spielerisch fordernd, bot enormen Umfang und sah genial aus. Wir waren richtig begeistert. Was soll uns da ein Nachfolger also noch bieten? Viel Aufgewärmtes, wenig Neues? Sicher, ein groß geändertes Basketballspiel braucht man nicht erwarten, ein Must-Have, zumindest in der Next-Gen-Variante, ist die aktuelle Umsetzung aber trotzdem. Wir sagen euch warum.

Dynamischer und doch irgendwie gleich

Auf den ersten, wahrscheinlich auch auf den zweiten Blick mag sich das Gameplay gar nicht so groß geändert haben. Die Steuerung etwa gibt euch nach wie vor praktisch unendlich viele Möglichkeiten an die Hand oder besser auf den Controller, um euren Spieler absolut realistisch über das Spielfeld und Richtung Korb zu bewegen. Nicht zuletzt auch wegen der immer noch sehr intuitiv umgesetzten Stickbedienung. Kaum ein Sportspiel der letzten Zeit konnte schon allein durch die Steuerung ein solch intensives Spielgefühl vermitteln.

Aber gut, das war ja schon vor einem Jahr so. Und jetzt, 12 Monate später? Alles wirkt dynamischer. Die Aktionen der eigenen Spieler, das Verhalten der Mitspieler, die Spielgeschwindigkeit und die Umsetzung der Spielzüge – dynamischer und dadurch noch realistischer.

Die laut den Entwicklern über 5000 neuen Animationen führen nicht nur dazu, dass sich die Spieler nun noch einen Tick flüssiger durch die Arenen bewegen, nein auch Körperkontakte, vor allem beim typischen Gerangel unter dem Korb, werden dadurch noch stimmiger, vor allem auch intensiver dargestellt.

NBA 2K15 im Test (3) Quelle: www.nicekicks.com NBA 2K15 im Test (3) Etwas spürbarer sind nun auch die einzelnen Stärken, aber auch Schwächen der Basketballstars. Um das Optimum aus dem Team zu holen, kommt man gar nicht mehr umher, selbige beim Spielaufbau noch mehr zu berücksichtigen.

Auch schön, dass die Verletzungsanfälligkeit eine größere Rolle spielt. Sollte euer Protagonist etwa an einer bestimmten Körperpartie besonders empfindlich sein, dann wird euch dies mitgeteilt und ihr könnt entsprechende Maßnahmen zum Schutz treffen. Trotzdem werdet ihr nie die Gefahr eines Ausfalls ausschalten können. Ein dummes Foul oder eine unglückliche Bewegung, schon kann die geschwächte Stelle wieder Probleme bereiten und euer Spieler fällt für unbestimmte Zeit aus. Realismus pur. Sehr schön.

Und sonst? Die KI scheint sich tatsächlich noch eine Spur klüger zu verhalten, Aussetzer der CPU-gesteuerten Mit-, aber auch Gegenspieler sind seltener als noch vor einem Jahr zu beobachten. Und es gibt eine "neue" Wurfanzeige, die nun direkt am Spieler platziert wurde und euch jederzeit Auskunft über die Trefferwahrscheinlichkeit gibt. Gerade anfangs kann das aber mehr ablenken als helfen. Anpassungen musste auch die Auswahl der Spielzüge hinnehmen, die nun komplett über das Steuerkreuze erfolgt und damit ein schnelleres bzw. direkteres Calling ermöglicht. Kenner der Serie werden sich trotzdem erstmal ein wenig umstellen müssen.

Inhaltliche Detailverbesserungen

NBA 2K15 im Test (4) Quelle: v-gamers.com NBA 2K15 im Test (4) Klickt ihr euch durch die Menüpunkte und seit Besitzer des Vorgängers, dann wird euch viel bekannt vorkommen. Die Erstellung des Spielers zu Beginn, das schnelle Spiel ohne große Einarbeitung und natürlich die diversen My-Spielvarianten, wie etwa MyGM, MyCareer oder MyLeague. MyLeague? Nein, den neuen Saison- / Ligamodus werdet ihr dann wohl doch nicht kennen, denn der ist komplett neu. Wie der Name schon vermuten lässt, könnt ihr euch hier eine ganz eigene Liga mit eigenen Regeln und vor allem eigenen Teams zusammenstellen. Einer Euro-League mit den erneut wieder enthaltenen europäischen Spitzenteams, wie etwa Alba Berlin, FC Bayern München, Real Madrid oder ZSKA Moskau, steht also nichts mehr im Wege. Habt ihr eure Traumliga erstellt, könnt ihr damit sage und schreibe 80 Saisonen mit sämtlichen Nebentätigkeiten absolvieren. Da braucht man wirklich viel Zeit.

Ähnlich zeitintensiv ist der wieder enthaltene Modus Mein Team. In der nahezu unveränderten Spielvariante könnt ihr euch analog zum letzten Jahr der Sammelleidenschaft hingeben, indem ihr Kartenpacks mit Spielern, Fähigkeiten, Trainern oder Ausrüstungsgegenständen kauft und so ein möglichst starkes Team aufbaut. In Road to the Playoffs bzw. simplen Onlinespielen gegen Freunde tobt ihr euch dann aus und fahrt dabei entsprechende Siege bzw. Prämien ein.

Apropos Prämien. Durch das gesamte Spiel verfolgt euch wieder die virtuelle Währung VC, die ihr durch besondere Leistungen verdienen oder, Micro-Transaktionen lassen grüßen, durch harte Euros kaufen könnt und die ihr schlussendlich zum Erwerb von Spielerverbesserungen oder besondere Accessoires einsetzen dürft bzw. müsst.

NBA 2K15 im Test (6) Quelle: forum-3dcenter.org NBA 2K15 im Test (6) Das Alles richtig benutzen werdet ihr dann vor allem in MyCareer, also in dem persönlichen Karrieremodus von NBA 2K15. MyCareer ist auch im aktuellen Basketballableger wieder das absolute Herzstück und wohl der Modus mit dem ihr die meiste Zeit verbringen könnt. Schon letztes Jahr schaffte es die Spielvariante durch ihre cineastische Präsentation absolut zu begeistern. Nun aber hat 2K Sports tatsächlich noch ein Schippe draufgelegt und dem Ganzen so viel Tiefe, Emotion und Realismus spendiert, dass jeder Fan der Sportart wohl von den ersten Minuten an begeistert sein wird. Anders als noch vor einem Jahr wird euer selbst erstellter Protagonisten beim Draft abgelehnt und so steht erstmal richtig großer Frust auf dem Programm. Doch nur logisch, dass ihr doch noch eine Chance in Form eines Kurzzeitvertrages bei einer Franchise bekommt. Nun zählen Leistungen. Sind diese gut, wird der Kontrakt verlängert und der Trainer nimmt euch ins Team. Sind sie schlecht, dann müsst ihr auf eine neue Möglichkeit hoffen und warten. Abhängig ist dies übrigens auch von der gewählten Franchise, d. h. manche Teamleitung erwartet mehr, manche weniger von euch. Wie auch immer, irgendwann habt ihr es dann doch in die NBA geschafft und der Weg vom Rookie zu einem Champion oder gar Hall of Famer kann beginnen. Allerdings nicht ganz ohne Konflikte, denn im Lauf der nun folgenden Jahre trefft ihr auf andere NBA-Spieler, diverse Trainer und natürlich Agenten, die euch mit viel gesprochenem Wort – Texteinblendungen sind mittlerweile tatsächlich eher die Seltenheit – nicht nur unterstützen, sondern oft auch euren Werdegang negativ beeinflussen wollen. Schade nur, dass hier die Entwickler nicht bereit waren, noch mehr Reibungspunkte einzubauen. Oft hat man den Eindruck, vieles ist nur auflockerndes Beiwerk ohne wirklichen Einfluss und insgesamt läuft das Profileben dann doch viel glatter, als es wohl in der Realität der Fall wäre. Trotzdem steckt hinter der Karriere eine Story, die durchaus durchdacht ist und euch mittlerweile in nahezu filmreifer Präsentation erzählt wird. Forderung, Neugier und Unterhaltung zwingen euch praktisch immer und immer wieder vor die Konsole und ins Spiel NBA 2K15. Um es auf den Punkt zu bringen: So und zwar genau so muss ein Modus um die virtuelle Sportlerlaufbahn aussehen.

Übrigens, wer trotz dem ganzen Drumherum in MyCareer immer noch genug Zeit übrig hat, kann sich während seiner Karriere auch noch dem Zeitvertreib Mein Park hingeben. In diesem Onlinemodus könnt ihr euch mit bis zu 100 anderen Spielern auf einem virtuellen Outdoor-Feld treffen, um dort spontane Matches nach Streetball- oder NBA-Regeln auszutragen. Einfach so zum Spaß oder wie der Ami sagen würde: Just for fun.

…und es geht noch einen Tick realistischer

NBA 2K15 im Test (7) Quelle: forum-3dcenter.org NBA 2K15 im Test (7) Die Bewegungen der Spieler wirken weicher, viele Aktionen, gerade wenn es sich um direkte Angriffs- oder Verteidigungsaktionen handelt, noch realistischer. Gerade das Geschehen auf dem Court sieht dadurch einen Tick stimmiger aus. Trotzdem sind die Änderungen jetzt nicht so gravierend, dass man nicht auch noch viel NBA 2K14 im aktuellen Basketballableger sehen würde. Die weiterhin genial designten Zuschauer beispielsweise oder überhaupt die Details abseits des Spielfelds bzw. der beiden Teams, wie etwa die Cheerleader, die Maskottchen oder die Männer / Frauen mit den Wischmops, das Alles kennt man schon. Auch die Präsentation mit unzähligen Werbeeinblendungen, Statistikpopups ohne Ende und mitreißenden Wiederholungen begeisterte bereits vor 12 Monaten. Und trotzdem haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, auch ein paar neue optische Highlights draufzupackten. Etwa die nun integrierte Pre-Game-Show mit den beiden Szenegrößen Shaquille O'Neal und Earnie Johnson. In einem virtuellen Studio gehen die beiden vor einem Spiel, wie man es von amerikanischen und mittlerweile auch deutschen Sportsendern gewohnt ist, intensiv auf die jeweils vor ihnen liegende Partie ein, in dem sie Spieler oder die ganzen Mannschaften, teilweise recht süffisant, analysieren. Logisch, die verwendeten Sequenzen samt Sprachfiles wiederholen sich relativ schnell, trotzdem bringt das Ganze einfach nochmal etwas mehr Realismus, oder sagen wir einfach Pep in die Präsentation. Übrigens genauso, wie die mittlerweile immer detailreicher gestalteten und ausgeleuchteten Spielermodelle. Definitiv bietet NBA 2K15 die wohl schönsten, vor allem aber auch authentischsten Spielergesichter im Genre. Dafür ein großes Lob an 2K Sports.

Weniger Lob gibt es da schon für die langen Ladezeiten. Vor allem innerhalb des Karrieremodus und bei Ausflügen ins Onlinegeschehen ist man viel zu lange mit Warten beschäftigt. Das nervt gewaltig. Dafür aber konnten wir sonst kaum technische Fehler feststellen. Clippingfehler sind so selten, dass man sie kaum erwähnen muss, Kantenflimmern gibt es praktisch nicht und eine einbrechende Framerate konnte bei unserer Testsession nicht beobachtet werden.

Was die virtuellen Fans einem an Stimmung so um die Ohren hauen, ist richtig toll – da fühlt man sich wirklich, wie bei einem echten Basketballspiel. Es wird gejubelt, gepfiffen und gebuht was das Zeug hält – wer noch nicht durch die Grafik "In the game" ist, ist es spätestens durch diese akustische Unterstützung. Das unveränderte Reporterteam gibt nach wie vor einiges an Wissenswertem von sich, wiederholt sich, Sportspielüblich, aber auch relativ schnell. Der Soundtrack innerhalb des Spiels ist, wie immer, reine Geschmacksache.

NBA 2K15 im Test (1) Quelle: forum-3dcenter.org NBA 2K15 im Test (1) Auf PS3 wartet hingegen vor allem Bekanntes

Auf PS3 erwartet euch das mittlerweile schon seit Jahren bekannte, gute, teilweise sogar sehr gute Spiel. Je nachdem wie man es sehen will liegt hierbei dann die Betonung auf "bekannt" oder "sehr gut". Ein paar kleine, aber kaum erwähnenswerte Anpassungen bei den Spielmodi, ein komplett aus dem Vorjahr übernommenes Gameplay und die schon länger begeisternde, aber eben auch unveränderte Technik, das sind die Eckdaten von NBA 2K15 für die Last-Gen-Konsole. Ach ja, und natürlich sind die Team- bzw. Rosterdaten auf den neuesten Stand gebracht worden, aber das hatten wir sowieso erwartet.

Meinung

Wertung zu NBA 2K15 (PS4)

Wertung:

9.1 /10

Wertung zu NBA 2K15 (PS3)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
sehr tiefgängiges GameplaySpielgeschehen gibt sich dynamischer und damit auch realistischer (PS4)Stärken und Schwächen der Spieler mehr im Focus (PS4)kluge KIenormer Umfang mit MyCareer, MyGM und MyTeamneuer MyLeague-Modus ermöglicht das Erstellen eigener Ligen (PS4)enorm mitreißender Karrieremodus (Story, Forderung, Aufbau etc.) (PS4)zur logische NBA-Lizenz gibt es noch zusätzlich 25 Euroleague-Teamstolle Präsentation, passende Animationen und viel Liebe zum optischen Detailneue Pre-Game-Show (PS4)mitreißende Soundeffekteguter Kommentar
eher geringe Anpassungen beim Gameplay (PS4)…bzw. komplett identisches Gameplay (PS3)Tutorial ist jetzt nur eine Ansammlung an Videos (PS4)viele Inhalte bereits bekannt (PS4)…bzw. Umfang kaum erwähnenswert geändert (PS3)technisch praktisch unverändert zum Vorgängerextrem lange Ladezeitenleider nur englischsprachiger Kommentar
Fazit

NBA 2K15 ist auf PS4 und Xbox One ein wahrer Hochgenuss. Wer noch auf der alten Konsolengeneration spielt, kann getrost den Vorgänger weiterspielen.

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