Naruto: Ultimate Ninja Storm im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Optisch dem Anime fast überlegen, doch etwas mehr Geschichte hätte es durchaus sein dürfen!

Das heimliche Herz des Titels

Naruto: Ultimate Ninja Storm Naruto: Ultimate Ninja Storm Da die Prügeleinlagen einen Großteil des Hauptspiels ausmachen und zudem absolut erhabene wie auch optisch äußerst spektakulär in Szene gesetzte Kämpfe beinhalten, wurde diesem Spielelement wieder ein eigener Modus spediert, der "Ultimative Kampfmodus". Leider ist dieser nicht online spielbar. Auch hier hält Ubisoft die Trumpfkarte in der Hand. Atari bietet einzig die offline Möglichkeit, unter 25 (zum Teil erst frei zu spielenden) Charakteren seinen Favoriten zu wählen und gegen den Computer oder einen Freund anzutreten. Leider werden keinerlei weitere Beat'em'up Modi wie zum Beispiel Turniere geboten, so dass der ultimative Kampfmodus nicht wirklich als eigenständig gewertet werden kann.

Naruto: Ultimate Ninja Storm Naruto: Ultimate Ninja Storm Nichts desto weniger stellen die Kämpfe das spielerische Highlight von "Storm" dar. Kenner der Vorgänger werden sich sofort wieder heimisch fühlen. Grundlegend werden wieder alle normalen Angriffe und Combos mit einer einzigen Taste bewältigt, durch Variationen mit dem Stick lassen sich aber verschiedene Aktionen ausführen. Gut getimtes Blocken pariert wiederum einen Angriff und führt bisweilen durch die "Kunst des Tauschens" für vertauschte Rollen. Gepaart werden die für jeden Charakter vollkommen unterschiedlichen Schlag- und Trittkombinationen, die mitunter serientypisch auch diverse mystische wie auch magische Elemente wie Sand und Blitz beinhalten, mit der Chakra-Aufladung. Diese ermöglich blitzschnelle Ausweichmanöver, Spezialangriffe und - sofern man tatsächlich eine volle Leiste zusammen bekommt - das ultimative Jutsu. Je nach Charakter wird hierbei eine unterschiedliche, aber stets atemberaubende Bildschirmsequenz eingeleitet, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen, aber vor allem schnelle und gewiefte Tasteneingaben für den Erfolg benötigt. Naruto beschwört unendlich viele Doppelgänger, die sich alle zu einem Berg liegend auf dem Gegner häufen, während weitere Helden zum Beispiel ein wahres Donnerwetter heraufbeschwören, den Gegner packen und hoch in der Luft mit tausendfachen Blitzen zerreißen. Und um den Kampf noch auf die Spitze zu treiben, kann man per Tastendruck kurzzeitig bis zu zwei weitere Kollegen ins Schlachtfest einladen, die je entsprechend vorheriger Einstellung mit weiteren Spezialangriffen ein wahres Effektfeuerwerk abbrennen. Man mag es anfangs kaum für möglich halten, doch die zu Beginn leicht zu erlernende und simple Steuerung bietet mit später erlernten Feinheiten ein derart tiefgründiges Kampferlebnis, so dass sich "Naruto: Ultimate Ninja Storm" nicht vor anderen Größen verstecken muss. Zugegeben, die Kämpfe verlaufen etwas anders wie in einem "Virtua Fighter" oder "Soul Calibur", bieten aber ebenfalls gewiefte taktische Möglichkeiten und vor allem einen optischen Leckerbissen in erhabener Cel-Shading Grafik!

Besser als der Anime

Naruto: Ultimate Ninja Storm Naruto: Ultimate Ninja Storm Das atemberaubende Kampfspektakel wird einzig allein durch die seltenen Bossfights im ultimativen Missionsmodus übertroffen. Hier tritt der schmächtige Naruto stets gegen mächtige und überdimensionale Monster wie Gamabunta an, bei denen simple Faustschläge sowie Fußtritte wie eine lästige Fliege wirken. Geschickt muss man hier Prankenschläge meiden, heran fliegende Geschosse ausweichen, und sobald die Zeit gegeben ist, spektakuläre Quick-Time-Events absolvieren. Was in dieser Zeit auf dem HD-Screen abläuft, übertrifft so manches Action-Spektakel im Kino und sorgt nicht nur für gleißend bunte Bilder, sondern atemberaubende inszenierte Kampfszenen.

Naruto: Ultimate Ninja Storm Naruto: Ultimate Ninja Storm Die Bossfights zeigen, was technisch mit der derzeitigen Konsolengeneration möglich ist und übertrumpfen dabei sogar das Original. Mit scharfen Konturen, blitzschnellen Schnitten und effektvollen Kameraperspektiven präsentiert uns Bandai ein wahres Fest für Augen und Sinne, denn auch die Musik und Sprachausgabe sind von aller erster Güte. Originalsynchronsprecher erfreuen einen jeden Fan und wer möchte, darf sich sogar die japanische Sprachausgabe geben. Ganz klar, es gibt technisch weitaus aufwendigere Spiele auf der Playstation 3 zu sehen, doch für eine Umsetzung einer solchen TV-Serie wird man allen Ansprüchen gerecht. Die Comicgrafik transponiert die Zeichentrickserie ins Spiel und lässt tatsächlich jedwede Grenze zwischen dem Naruto-Anime und dem Videospiel verschwinden. Stellenweise, dank der hoch auflösenden und sehr detaillierten Grafik, kann man sogar das TV-Original übertrumpfen. Hätte man die Story nun ebenfalls in diese schicke Optik verpackt und statt der Bildschirmtexte nette Sequenzen offeriert, würde sich der Missionsmodus nicht ganz so fad spielen. Leider geht dadurch zwischen den Kämpfen derart viel Atmosphäre verloren, dass selbst ein Fan mit der Zeit nur noch gelangweilt durch die Straßen Konohas wandert und nur einzig allein darauf aus ist, die über 100 gegebenen Aufgaben zu lösen und das geschichtliche Ende mitzuerleben. Da trösten auch die optionalen Downloads über den Playstation Store nicht darüber hinweg, obwohl dadurch noch mehr Missionen gegeben sind.

Meinung

Wertung zu Naruto: Ultimate Ninja Storm (PS3)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Atemberaubende Cel-Shading Grafik (vor allem in den Kämpfen)leicht zu erlernendes Kampfsystemerhabenes und tiefgründiges Kampfsystem25 bekannte und spielerisch sehr abwechslungsreiche Charaktere aus der Serieumfangreicher Missionsmoduszahlreiche Extras zum freischalten
Story wird nicht gerade unterhaltsam in Textform präsentiertnur ganz wenige Videosequenzenmit der Zeit eintöniger Missionsmodusfehlender Onlinemoduskeine weiteren Modi für den Beat’em’Up Teiletwas lange Ladezeiten zwischen den Missionen
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