Dieser Titel bietet uns als eines der wenigen PSP-Spiele ein richtiges Online-Gaming.
Auch für Sonys portable Spielstation der PSP hat EA einen Ableger von Need for Speed Most Wanted im Ärmel. Doch verrät uns bereits das Anhängsel "5-1-0" im Namen das es sich nicht um das gleiche Spiel handelt, sondern lediglich im gleichen Universum angesiedelt ist wie die großen Konsolenbrüder. Worin genau sich die PSP-Version von den Konsolenversionen unterscheidet und weshalb wir den Titel lieber "NfS Underground Rivals Wanted" getauft hätten, könnt ihr in diesem Review nachlesen.
Need for Speed need more Speed
Schöne aber langsame Optik
Mit dem vor nicht einmal einem Jahr erschienenen "NfS Underground Rivals" hat sich Electronic Arts nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Viele Spieler bemängelten das unmotivierte Gameplay und die wenigen Strecken die einem der Titel bot. Doch seit der Ankündigung von "NfS Most Wanted" war klar, dass es auch eine PSP-Variante geben wird, die nun endlich die Erwartungen der Spieler erfüllen sollte. Denn "Most Wanted" bringt uns die heißen Verfolgungsjagden mit der Polizei ebenso auf den PSP-Screen wie ein richtiges Online-Gaming über die WLAN-Schnittstelle.
Eins der 16 Fahrzeuge
Wie in vielen Spielen dreht sich auch in "Most Wanted" alles um die Karriere. Während unserer Laufbahn müssen wir versuchen uns in der Blacklist, welche die besten Fahrer von Rockport auflistet, vom 15ten Platz auf den Ersten hochzuarbeiten. Um die jeweiligen Fahrer zu besiegen müssen wir zuerst die gestellten Herausforderungen meistern, die sich aus den verschiedensten Rennen zusammensetzen, um daraufhin den Fahrer selbst in einem Duell herauszufordern. So steigen wir Rang für Rang die Blacklist auf. Da uns "Most Wanted" auf der PSP keine frei befahrbare Stadt bietet, erledigen wir alles von unserem Unterschlupf aus. Dort können wir nicht nur unsere Autos tunen und optisch aufbrezeln, auch die Herausforderungen und Rennen werden von dort aus gestartet. Dies ist das erste Mal, dass wir uns stark an "Underground Rivals" erinnert fühlen, welches genau so aufgebaut ist. Doch auf den Pisten geht es dann doch etwas anders zu, denn wie bei den Konsolenversionen werden wir auch während der Rennen von der Polizei verfolgt und je mehr Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung wir begehen desto höher steigt unser Fahndungslevel. Übersteigt dieser beim Beenden des Rennens einen gewissen Wert, können wir nach dem Rennen noch die Flucht versuchen, welche uns noch mal extra "Respektpunkte" einbringt. Leider ist es nicht möglich das Fahrzeug des Gegners zu gewinnen, lediglich sein Vinyl wird uns überlassen, und generell gibt es auch nicht besonders viele Autos zur Auswahl. Gerade mal 16 verschiedene Wagen können wir maximal sammeln, dann ist schon das Ende der Fahnenstange erreicht.
Die Streckenübersicht
Dafür hat "Most Wanted" einen unbezahlbaren Vorteil gegenüber von "Underground Rivals", nämlich das Tageslicht während der Rennen. Stadt immer nur durch dunkle Schluchten zu fetzen sehen wir endlich die Strasse vor uns. Doch muss man auch deutlich anmerken, dass sich "Most Wanted" optisch und akustisch kaum von "Underground Rivals" unterscheidet. Viele Systemsounds aber auch die Motorengeräusche sind 1:1 übernommen worden und auch das Fahrgefühl ist ein- und dasselbe. Offensichtlich werkelt hier genau die gleiche Engine, der man einfach nur ein "Most Wanted"-Korsett angezogen hat. Leider auch ist der Geschwindigkeitseindruck trotz der grafischen Effekte nicht besonders hoch. Ganz im Gegenteil meint man oft an einem Rentnerrennen teilzunehmen welches einem viel Zeit lässt richtig zu reagieren. Gerade mal die Polizei schafft es etwas Schwung in die Sache zu bringen, und das weniger wegen ihrer Geschwindigkeit als vielmehr wegen ihrer Aggressivität.
Quickplay
Aggressive Polizei
Für den Spaß zwischendurch bieten sich die verschiedenen Varianten des Quickplay an, die uns neben dem "schnellen Rennen" und dem völlig selbst bestimmten "eigenen Rennen" auch die Möglichkeit bietet einmal die Seite zu wechseln. Denn im "Tuner-Takedown" schlüpfen wir in die Rolle der Polizei und versuchen flüchtige Fahrer aufzuhalten. Wollen wir hingegen den Flüchtenden Spielen, wählen wir den "Outrun", und schon hängt uns das Blaulicht im Nacken und versucht uns von der Strecke zu rammen. Selbstverständlich können wir diese Spielmodi auf allen bereits freigespielten Strecken austragen und auch alle freigespielten Fahrzeuge benutzen.
Multiplayer
Bis zu vier Spieler per WLAN
Auch im Multiplayer-Mode lassen sich diese Varianten spielen, per WLAN im sogenannten AdHoc-Mode mit bis zu vier Spielern und über das WEB immerhin noch zu Zweit. Spielen wir lokal mit mehreren vorhandenen PSPs genügt es den WLAN-Schalter einzuschalten und ein Spiel zu eröffnen, schon können die anderen Spieler zu uns stoßen. Wollen wir uns hingegen mit den EA-Servern verbinden um einen Spieler irgendwo auf der Welt zu finden, muss sich unser PSP mit einem lokalen Access-Point verbinden um Zugang zum Internet zu haben, woraufhin wir unseren - meist schon vorhandenen - EA-Account benutzen um uns einzuloggen. Schon befinden wir uns in der Lobby und können einen Mitspieler suchen. Selbstverständlich darf auch eine vernünftige Online-Highscoretabelle nicht fehlen, welche all unsere Erfolge protokolliert.
Grafik & Sound
Erwischt!
Wie schon erwähnt erinnert "Most Wanted" trotz des Tageslichts grafisch und spielerisch sehr an "Underground Rivals". Offensichtlich werkelt hier ein- und dieselbe Engine, sogar die Motoren der Fahrzeuge klingen identisch. Trotzdem ist das Gezeigte nicht hässlich und begeistert besonders wegen der flüssigen Wiedergabe, weniger aber wegen der gezeigten Geschwindigkeit. Wirklich flach allerdings fiel - von der Musikuntermalung abgesehen - die Soundkulisse aus. Die Motoren summen gar jämmerlich und der krächzende Polizeifunk geht gerne im allgemeinen Straßenlärm unter. Nur gut das auch dieser Titel den bekannten EA-Trax Player enthält der uns das individualisieren des Soundtracks erlaubt. Das hilft über die Nähmaschinensounds der Autos hinweg.
