Kurz vor dem Release für Xbox One und Playstation 4 konnten wir einen allerletzten Blick auf Need for Speed: Rivals werfen. Immerhin ist der Arcade-Racer das einzige Rennspiel, das für Sonys Playstation 4 zum Launch bereit steht. Wir sagen euch, warum sich ein Blick auf jeden Fall lohnt. Egal ob Grafik-Fan oder Rennfahrer: Rivals kann bei vielen Spielern punkten.
Mit Need for Speed ist Electronic Arts in der aktuell auslaufenden Konsolen-Generation gleich zweimal ein Kunststück gelungen. Zuerst wirtschaftete der Publisher die Serie bis kurz vor den Ruin, warf ein Rennspiel nach dem anderen auf den Markt und riss dann wieder das Ruder um. Spätestens seit Need for Speed: Most Wanted Ist die Serie wieder auf Kurs und beschränkt sich auf die Gameplay-Aspekte, in denen Need for Speed schon immer gut war. Mit Need for Speed: Rivals geht EA nun einen Schritt weiter und bringt neben Racern High-Speed-Polizisten als spielbare Klasse zurück. Das Spielmotto steckt schon im Namen: Sobald man seinen Alter Ego erstellt hat, ist man in einer Welt voller Rivalen!
Die Guten und die Bösen im Multiplayer
Quelle: EA
Need for Speed: Rivals in der Vorschau (3)
Im Kern von Need for Speed: Rivals steckt ein Multiplayer-Sandkasten, in dem man sich zusammen mit Freunden in zwei Teams aufteilt: Illegale Rennfahrer und Polizisten. Weil das System aber nicht perfekt ist, füllt das Spiel den Rest der Welt mit KI-Fahrern auf. Als Racer kann man on the fly Rennen mit anderen Fahrern starten. Der Bordcomputer rechnet eine zufallsgenerierte Strecke auf der offenen Karte aus. Das macht in den ersten Spielstunden tatsächlich ziemlich Laune. Weil jedes Rennen anders sein kann, lohnt es sich, die Strecken zu kennen. Immer wieder locken Abkürzungen querfeldein über ein Feld oder durch den Wald. Wer sie kennt, hat seinen Feinden gegenüber einen echten Vorteil.
Die Cops sind die Spaßbremsen in der Gleichung. Ziemlich gut motorisierte Spaßbremsen. Sie wollen illegale Rennen unterbinden und – ist doch klar! – verfolgen die Delinquenten in den aufgemotzten Sportkarossen. Auch für sie gilt: Ist gerade kein echter Mitspieler in der Nähe, füllt das Spiel die Welt um sie herum mit KI-Rennen auf. Die rammt man dann in den Graben und drängt sie mit Blockaden oder Krähenfüßen von der Straße ab.
Dieser Wettbewerb mit Freunden funktioniert richtig gut. Auf der Übersichtskarte sieht man andere Racer, kann so Rennen vereinbaren. Neben den zufallsgenerierten gibt es ja auch feste Rennen mit fixen Strecken. Auf der anderen Seite passiert es aber auch mal, dass man perplex aneinander vorbeifährt, jeder sein eigenes Ding dreht und so der wahre Multiplayer-Genuss untergeht. Als reines Singleplayer-Spiel verliert Rivals viel von seinem kompetitiven Spielspaß.
Nach dem Rennen zur Bank
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Need for Speed: Rivals in der Vorschau (4)
Zu Need for Speed gehört Tuning wie das Amen zum Kirchgang. Und natürlich kann man sich in Need for Speed: Rivals zu Genüge austoben. Radaufhängung, Motor, Bremsen, Reifen, Lackierung… Alles lässt sich anpassen und mit genügend Moneten verbessern. Tauscht man essentielle Teile aus, spürt man den Unterschied auch auf der Straße. Hier lässt sich EA nicht lumpen, verzichtet aber auf Originallizenzen. Die Währung der Straße sind sogenannte Street Points, im Spiel mit SP abgekürzt. Racer erhalten sie für gewonnene Rennen und Zufallsbegegnungen mit Mitspielern, oder wenn sie vor der Polizei flüchten. Je gewagter man vorgeht, desto heißer ist man auch – umso mehr Punkte gibt's. Aber Vorsicht: Ein gewonnenes Rennen heißt nicht automatisch, dass man ein reicher Mann ist. Die Kohle hat man nämlich tatsächlich nur in der Tasche, nicht aber auf dem Konto. Man trägt es mit sich herum, bis man als Racer im Versteck und als Cop in einer mobilen Station aufschlägt. Erst da sackt man die Kohle sicher ein. Frustrierend, wenn man gerade den riesigen Coup gelandet hat und dann all die Kohle verliert, weil man mit dem letzten Rest Energie aus Versehen von einem Online-Mitspieler gerammt wird.
Ein bisschen was von Blur in schön
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Need for Speed: Rivals in der Vorschau (5)
Das Cowboy-und-Indianer-Spiel zwischen Racern und Cops ist natürlich nicht nur eine Fahrprüfung. Jedes Auto hat zwei Waffenslots an Bord, die man mit EMP-Schlägen, Schockwellen, Turbos und Ähnlichem auffüllen kann. Das erinnert an Mario Kart und Blur, nur in wunderschön. Der Fokus liegt aber trotzdem auf dem arcadigen Fahrverhalten. Die Waffen sind zwar ein interessantes Gimmick, jedoch nicht der spielentscheidende Faktor. Ein paar coole Kombinationen gibt es dennoch. Ein Magnetfeld, das Feinde vom Rammen abhält, indem es sie beim Aufprall wegschleudert, kann man beispielsweise super zweckentfremden, indem man einen Turbo einbaut. Wer dann mit vollem Karacho einen Mitspieler rammt, befördert den galant von der Straße.
Grafisch haut einen Need for Speed: Rivals auf der Next Gen durchaus aus den Socken. Auf Playstation 4 und Xbox One sieht der Arcade-Racer traumhaft schön aus. Electronic Arts bewirbt das Rennspiel sogar als einzigen Renntitel für die Playstation 4 zum Start. Mit DriveClub ist eine ähnlich wettbewerbsausgerichtete Konkurrenz ja immerhin aufs nächste Jahr verschoben worden. Auf der Xbox One hingegen gibt es ein anderes Produkt: Forza Motorsports 5. Auch wunderschön, aber auf eine andere Art. Die leblosen, fixen Supersportwagen-Rennstrecken unterscheiden sich ganz gewaltig von der lebendigen, abkürzungsreichen Welt eines Need for Speeds. Sie bietet Abwechslung. Man rast aus dem Hochland durch Wälder und Wüsten bis an die Küste.
Wettbewerb überall – aber wie viel Inhalt?
Quelle: EA
Need for Speed: Rivals in der Vorschau (8)
Dank Autolog und überall angebrachten Blitzern wartet an jeder Ecke eine Herausforderung. Fährt man an einer Messstelle mit 185km/h vorbei und sieht, dass der Kumpel ein bisschen schneller war, ist man tatsächlich verleitet, umzudrehen und die Ideallinie zu suchen. Aber all diese Blitzer, Zufallsrennen und Verfolgungsjagden können über eines nicht hinwegtäuschen: Auch wenn Need for Speed: Rivals auf dem Papier ziemlich viel Inhalt bietet, wie abwechslungsreich ist der? Denn irgendwann kennt man die Karte, hat ein hochgezüchtetes Super-Fahrzeug. Das zufallsgenerierte Event-Gameplay könnte Rivals zum Verhängnis werden. Was, wenn sich nämlich dasselbe einfach immer und immer wiederholt? Nach vier Stunden setzt bei mir jedenfalls schon das Gefühl ein, dass ich langsam alles gesehen habe und nur noch nach Rennfahrern suche, um SP und damit Tuninggegenstände zu bezahlen. Ein wenig mehr Kontext würde Rivals gut tun. Einen ausführlichen Blick auf den Langzeitspielspaß werfen wir aber erst im finalen Test.
