Die neue Helmkamera funktioniert hervorragend, nach dem Rennen fühlt man sich wie nach einem Ritt auf einem eisernen Stier.
So gelungen die Helmkamera und die zugrundeliegende Fahrphysik auch ist, es irritiert, dass sich dieselben Fahrzeuge in den Drift-Events komplett anders steuern. Fast wirkt es so, als hätte man die Reifen gegen Kugeln ausgetauscht, was permanentes Ausbrechen zur Folge hat. Dieser Effekt ermöglicht zwar die geforderten Manöver, trotzdem aber besitzen genau sie das Potenzial einen in den Wahnsinn zu treiben. Auch ist die Helmkamera in den Drift-Events praktisch nicht mehr nutzbar, will man nicht ständig nur die Leitplanken vor sich sehen da der Wagen quer zur Fahrbahn steht. Ich persönlich jedenfalls hätte auf die Drift-Events gerne verzichtet und war froh, dass sie nur relativ selten vorkommen.
Need for Speed: Shift 2 Unleashed
Die Singleplayer-Karriere selbst ist streng linear aufgebaut, erlaubt es uns aber, dass wir die Rennen der jeweiligen Meisterschaft in beliebiger Reihenfolge absolvieren können. Dabei stolpern wir über ein lustiges auf und ab des Schwierigkeitsgrades. Das eine Rennen noch gewinnen wir mit Bravour nur um schon am nächsten zu verzweifeln. Das liegt aber weniger an der durchaus harten KI der Mitstreiter als viel mehr an den Fahrzeugklassen selbst. Auf diese Weise wird man regelrecht gezwungen sein Fahrzeug aufzurüsten um konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei müssen wir darauf achten nicht zu viel des Guten zu tun und die Spezifikationen der jeweiligen Klasse nicht zu überschreiten, denn Shift 2 erlaubt es uns aus einer unscheinbaren Familienkutsche eine regelrechte Rakete zu machen, wenn wir entsprechend investieren. Das ist im Grunde auch positiv zu bewerten, denn die Tuning-Features sind recht umfangreich ausgefallen, wenn nur das Tuning-Menü selbst nicht so langweilig und obendrein unnötig kompliziert aufgebaut wäre. Unzählige Klicks durch die viel zu vielen Schichten der Menüs sind nötig bis man auch nur die geringste Änderung vorgenommen hat oder in Erfahrung brachte, welche Teile schon verbaut sind. Auf der Strecke dann machen sich die Bemühungen in Sachen Tuning aber deutlich bemerkbar und belohnen uns mit entsprechendem Leistungszuwachs.
Need for Speed: Shift 2 Unleashed
Worüber wir noch kein Wort verloren, war der Sound. Der ist tatsächlich dazu geeignet es sich mit den Nachbarn zu verscherzen. Die Motoren brüllen auf das es eine wahre Freude ist, unterstützt vom Singen des Getriebes und dem Jammern der Kardanwelle. Genau so muss sich ein Auto anhören welches man bis an seine Leistungsgrenze bringt, auf das man als Pilot auch das letzte aus sich herausholen kann. Den Grenzbereich in den Kurven kann man nicht nur "fühlen", man hört auch wie das Fahrzeug über die Vorderachse zu schieben beginnt bevor es den Kontakt verliert. Doch nicht nur das, auch die Aggregate der Mitstreiter sind beim Überholen deutlich zu hören, herrlich. Genau so muss sich ein Racing Game anhören, dann klappt es auch mit dem Mittendrin-Gefühl.
Need for Speed: Shift 2 Unleashed
Da die Motorensounds einfach alles überdecken, hört man vom Enviroment praktisch nichts mehr. Dieses gibt sich dafür umso mehr Mühe optisch zu punkten, was auch gelingt. Die Umgebungen sind herrlich detailliert und vieles wurde animiert. Auf so bekannten Strecken wie der Nordschleife können wir die Bäume sehen wie sie sich im Wind wiegen, Flaggen wehen und die Zuschauer winken uns zu. Gleiches gilt für die Stadtkurse, die aber in erster Linie mit herrlich gestalteten Fassaden auftrumpfen. Ganz besonders schön anzusehen aber sind die Sonnenuntergänge, wohinter sich aber eine Mogelpackung verbirgt. Denn richtige Zeitübergänge bekommen wir nicht zu Gesicht, es gibt Rennen am Tag, am Abend und in der Nacht. Auch dynamisches Wetter wird uns nicht geboten, die Verhältnisse bleiben also das ganze Rennen über gleich. Dafür aber verändert sich unser Auto, zwar nur geringfügig, trotzdem aber merkt man wie die Reifen mit der Zeit abbauen. Ebenso geringfügig sind die Auswirkungen des Schadenssystems, was aber dem Spielspaß zugute kommt.
Ganze Arbeit haben die Slightly Mad Studios bei der Unterstützung der Lenkräder geleistet. Am PC und der Playstation 3 werden alle aktuellen Thrustmaster und Logitech-Lenkräder unterstützt, wohingegen wir an der Xbox 360 mit dem MS-Wheel oder dem Fanatec Porsche 911 Turbo vorlieb nehmen müssen. Allen Versionen gleich aber ist, dass wir vielfältige Einstellmöglichkeiten bezüglich des Force-Feedbacks, der Empfindlichkeit und der toten Zone geboten bekommen. Eine komplette Liste alle unterstützten Lenkräder findet ihr hier:
http://www.gamezone.de/news_detail.asp?nid=95843
Selbstverständlich lässt sich Shift 2 Unleashed auch einwandfrei mit dem Gamepad spielen und PC-User können sogar ihre Tastatur verwenden, was aber nicht unbedingt Spaß macht.
