NES Classic Mini im Test: Lohnt sich die Retro-Mini-Konsole?

Test Marco Cabibbo
Das NES Classic Mini im Test - Das taugt die kleine Retro-Konsole!
Quelle: Nintendo

NES Classic Mini im Test: Alle Jahre wieder kommen die Retro- Games. So hübsch verpackt wie dieses Mal waren sie aber wohl noch nie. Lohnt sich die Retro-Mini-Konsole von Nintendo?

Es ist eine Frage, die sich Spieler in jeder neuen Konsolengeneration stellen: Kann ich meine aktuellen Spiele auch problemlos auf der nächsten Konsole zocken? In den meisten Fällen kann diese Frage mit einem eindeutigen Nein beantwortet werden, da die Hardware der neueren Konsole grundlegend anders strukturiert ist. Retro-Enthusiasten hingegen stehen vor einem weiteren Problem. Die stehen nämlich vor der Frage, wie lange sie ihre liebgewonnenen Erinnerungsstücke noch zocken können, ehe Hardware und Modul den Geist aufgeben. Sollte man für die Zukunft jetzt stets noch Extra-Konsolen samt Ersatztitel bunkern, um für alle Fälle gewappnet zu sein? Einige Entwickler, darunter vor allem Nintendo, haben dem Spieleverfall aber schon frühzeitig den Kampf angesagt und viele der hauseigenen Klassiker per Emulation immer wieder neu auf den Markt gebracht. Mit dem Nintendo Classic Mini: NES hat Big N pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein besonderes Retro- Schmankerl im Angebot.

Scharfe Games!

Im Grunde handelt es sich bei dem Nintendo Classic Mini um eine moderne, aufgebohrte NES-Konsole. Anstelle eines Antennen- oder AV-Kabel-Eingangs befinden sich auf der Rückseite Anschlüsse für ein HDMI- und ein Micro-USB-Kabel. Auch an der Frontsektion hat sich was getan. Die Modulklappe lässt sich bei diesem Modell nicht öffnen, rechts befinden sich zwei Ports für Nintendos spezielle Gamepads, etwa dem Wii Classic Controller. Die auffälligste Änderung lässt sich aber bei der Größe des Geräts feststellen: Das Mini-NES ist gerade mal halb so groß wie das Touchpad der Wii U und passt in jede Handfläche. Das beiliegende Gamepad hingegen ist bis ins kleinste Detail dem alten NES-Controller nachempfunden und fühlt sich auch genauso an. Fabelhaft! Deutlich interessanter wird es aber beim Innenleben der Konsole. Auf der eingebauten Festplatte warten insgesamt 30 emulierte NES-Klassiker darauf, von euch ausprobiert zu werden.

Wer es richtig altmodisch mag, darf bei den Grafikoptionen den CRT-Filter aktivieren. Schwummriges Bild inklusive. Quelle: N-ZONE Wer es richtig altmodisch mag, darf bei den Grafikoptionen den CRT-Filter aktivieren. Schwummriges Bild inklusive. Eine vollständige Auflistung dieser Titel findet ihr auf den nächsten beiden Seiten. Sämtliche Titel der Kollektion lassen sich von einem in gefälliger Retro-Optik gehaltenen Hauptmenü aus anwählen. Bevor ihr das aber tut, solltet ihr einen Blick in die Darstellungs- Optionen werfen. Wahlweise lässt sich jedes Spiel in seiner Originalauflösung, im 4:3-Format oder per CRT-Filter darstellen. Letzterer sorgt mit seinem leicht verschwommenen Bild und den sichtbaren Scanlines für ein besonders intensives Retro- Feeling, kann so aber leicht auf die Augäpfel drücken. Frei von Bildfehlern sind die Spiele aber so oder so nicht, ganz gleich von der Auflösungsoption, die ihr gewählt habt. Der Grund hierfür ist die originalgetreue Widergabe der NES-Hardware. So wie Mega Man 2 bereits vor 28 Jahren bei zu vielen Objekten auf dem Bildschirm ins Stocken geriet, so hakt es 2016 immer noch an derselben Stelle.

Kurz angebunden

Um vor allem Gelegenheitsspielern etwas entgegenzukommen, stehen für jedes Spiel vier Speicherslots zur Verfügung. Sobald ihr an dem Gerät die Reset-Taste drückt, befindet ihr euch wieder im Hauptmenü der Konsole und könnt vom gegenwärtigen Punkt im Spiel aus einen Speicherstand anlegen. Das ist sehr hilfreich für besonders schwere Spiele wie Ninja Gaiden oder Super C, aber auch bei andauernden High- Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich ausgefallen. Um hierhin zurückzukehren, müsst ihr jedes Mal die Reset-Taste auf der Konsole betätigen. Etwas umständlich. Quelle: N-ZONE Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich ausgefallen. Um hierhin zurückzukehren, müsst ihr jedes Mal die Reset-Taste auf der Konsole betätigen. Etwas umständlich. Score-Jagden stellt die Funktion ihren Nutzen unter Beweis. Aufmerksamen Spielern dürfte nun aufgefallen sein, dass man sehr häufig die Reset-Taste drücken muss, um wieder ins Hauptmenü zurückzukehren. An sich ist das kein großes Problem, eine passende Tastenkombination hätte es jedoch auch getan.

Viel unkomfortabler hingegen ist die sehr kurze Länge sämtlicher Kabel, die dem Gerät beiliegen. Nicht nur fallen HDMI- und Ladekabel äußerst komprimiert aus, auch das Kabel eures Controllers misst gerade einmal 70 Zentimeter. Selbst in kleinen Wohnzimmern gestaltet sich der Aufbau des Nintendo Classic Mini: NES daher als äußerst schwer - Abhilfe schafft hier nur ein besonders langes HDMI-Kabel, das ihr zu eurer Couch verlegt. Weitaus angenehmer gestaltet sich der Aufbau der Konsole direkt am PC-Schreibtisch. Abschließend noch ein finales Wort zur Spieleauswahl: Natürlich hat Nintendo vor allem mit den hauseigenen Klassikern jede Menge Pflichttitel ins Sortiment gepackt, einige Fehlgriffe sind aber leider dennoch dabei. Welche Titel genau auf der Festplatte der Konsole enthalten sind, seht ihr in der folgenden Bildergalerie.

NES Classic Mini: Die 30 Spiele kurz eingeschätzt

Bildergalerie

Meinung

Wertung zu Nintendo Entertainment System (NES) (Konsolen)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
30 verschiedene KlassikerQualitativ sehr hochwertigEinfacher Aufbau der KonsoleVerschiedene GrafikfilterSpeicherfunktion
Einige wenige SpieleausfälleStromkabel nicht enthaltenSämtliche Kabel sind sehr kurz
Fazit

Sofern ihr die meisten Spiele noch nicht besitzt, bietet das Nintendo Classic Mini: NES mit seinen wunderbaren Klassikern ein tolles Preis/Leistungs-Verhältnis.

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