Die Nintendo Direct lieferte einige spannende Ankündigungen für die Switch 2. Trotzdem fielen die Reaktionen vieler Fans überraschend negativ aus. Woran lag das? Ein Blick auf die Erwartungen rund um Mario, Zelda und die Zukunft der Konsole liefert mögliche Antworten.
Nach einer Wartezeit von neun Monaten hatte ich einfach auf mehr gehofft als auf weitere Einblicke in bereits bekannte Projekte. Nicht auf zehn neue Blockbuster, aber vielleicht auf drei oder vier größere Ankündigungen.
Und vielleicht erklärt genau das einen großen Teil der Enttäuschung. Denn hätte Nintendo dieselben Spiele als Partner-Showcase präsentiert, wäre meine Reaktion und die vieler anderer wahrscheinlich deutlich positiver ausgefallen. Als reguläre Nintendo Direct fühlte sich die Präsentation für mich dagegen etwas unbefriedigend an.
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Wenn Erwartungen zum Problem werden
Natürlich spielt bei der Bewertung dieser Direct auch die Erwartungshaltung eine große Rolle. Allerdings hat Nintendo diese Erwartungen nicht komplett ohne eigenes Zutun entstehen lassen.
Nach so einer langen Zeit ohne Nintendo Direct hatten wir reichlich Gelegenheit, über die Zukunft der Switch 2 zu spekulieren. Hinzu kommt, dass sich die Konsole mittlerweile in ihrem zweiten Jahr befindet und 2026 sogar noch The Legend of Zelda und auch Super Mario ihren 40. Geburtstag feiern. Jubiläen dieser Größenordnung ließen mich einfach auf eine große Mario-Ankündigung hoffen. Mario Tennis Fever, Yoshi and the Mysterious Book und der Mario-Wonder-DLC schön und gut, aber wo bleibt ein neues 3D-Mario?
Quelle: Nintendo
Xenoblade-Fans können sich freuen. Neben Switch-2-Versionen von älteren Teilen erscheint mit Genesis bald auch ein ganz neuer.
Genau deshalb fühlte sich die Direct für mich kleiner an, als sie eigentlich war. Nach neun Monaten Pause wollte ich nicht nur erfahren, wann bekannte Spiele erscheinen. Ich wollte wissen, was von den großen Franchises als Nächstes kommt. Mit Fire Emblem oder Xenoblade Chronicles kann ich leider nicht viel anfangen. Klar, das ist mein Pech. Und versteht mich nicht falsch: Für die Fans freue ich mich sehr über neue Infos und Ankündigungen zu diesen Reihen. Aber dennoch gehören sie eben nicht zu den großen Mainstream-Marken von Nintendo.
Quelle: Nintendo
Eine der größten Überraschungen während der Nintendo Direct war ein neuer Trailer zu Kingdom Hearts 4 inklusive Gameplay.
Eine Frage der Perspektive
Aber war es denn nun die schlechteste Nintendo Direct aller Zeiten? Am Ende bleibt das vor allem eine Frage der Perspektive. Objektiv betrachtet vermutlich nicht. Als Partner-Showcase hätte ich diese Präsentation gefeiert. Mit dem neuen Trailer zu Kingdom Hearts 4 gab es eines der Highlights des Abends. Dazu kamen zahlreiche weitere interessante Third-Party-Spiele, die für Switch 2 erscheinen werden.
Als klassische Nintendo Direct fällt mein Fazit allerdings deutlich kritischer aus. Nach neun Monaten Wartezeit, im zweiten Jahr der Switch 2 und unmittelbar vor dem 40. Geburtstag von Super Mario hatte ich einfach das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.
Quelle: Nintendo
Das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time war eines der wenigen Highlights von Nintendo selbst.
Selbst die größte Ankündigung des Abends steht dafür sinnbildlich. Das Ocarina-of-Time-Remake wurde endlich offiziell bestätigt. Erscheinen soll es noch dieses Jahr. Aber wo bleiben dann erste Gameplay-Szenen? Hoffentlich kommt es da nicht doch noch einmal zu einer Verschiebung. Zelda-untypisch wäre es jedenfalls nicht. Als Nintendo Direct hinterlässt die Präsentation deshalb am Ende das Gefühl, dass die wirklich spannenden Ankündigungen noch immer auf sich warten lassen.
