Desaströse Verkaufszahlen: So retteten die Mini-Konsolen Nintendo

News Tobias Tengler-Boehm
Desaströse Verkaufszahlen: So retteten die Mini-Konsolen Nintendo
Quelle: Nintendo

Reggie Fils-Aimé erinnert sich: Nintendo am Boden, die Wii U floppt, doch dann kam der rettende Einfall.

Aus heutiger Sicht kann man sich das kaum mehr vorstellen: Vor gerade einmal zehn Jahren sah die Spielewelt für Nintendo noch ziemlich düster aus. Der 3DS konnte bei weitem nicht mit dem Erfolg seines Vorgängers, den DS, mithalten. Und die Wii U erwies sich als riesiger Flop. Um diese finanziellen Einbußen abzufedern, musste man sich was einfallen lassen.

Im Jahr 2016 ging es also darum, die Zeit bis zur Veröffentlichung der Switch irgendwie mit steigenden Hardware-Umsätzen zu überbrücken. Doch wie sollte das angesichts des schleppenden Verkaufs des 3DS und der verschmähten Wii U gelingen? Die Antwort lautet: Mit diesen beiden Konsolen gar nicht, stattdessen musste kurzfristig neue Hardware her. Und Nintendo hatte einen genialen Einfall.

Der Mario-Konzern besann sich auf eine seiner großen Stärken: Alte Klassiker immer wieder aufs Neue aufzulegen und den Spielerinnen und Spielern ein weiteres Mal zu verkaufen. 2016 ging man diesbezüglich besonders kreativ vor. In einem Interview äußerte sich Reggie Fils-Aimé, seines Zeichens Ex-Präsident von Nintendo of America, vor einigen Tagen dazu, wie es gelang, dem Wii U-Desaster zu entkommen und sich bis zur Switch zu retten.

In einem Anfall von Genialität veröffentlichte Nintendo im November 2016 zuerst das Nintendo Entertainment System Classic Mini und im darauffolgenden September 2017 (als die Switch bereits gestartet war) das SNES Classic Mini. Was folgte, war ein riesiger Erfolg. Mit dem Release der Mini-Konsolen schlug man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

  1. Gesteigerte Hardware-Verkäufe: Das NES Classic Mini verkaufte sich 3,6 Millionen Male, vom SNES Classic Mini wanderten stolze 5,28 Millionen Exemplare über die Ladentheke. Zum Vergleich: Von der Wii U wurden insgesamt nur 13,56 Millionen Konsolen verkauft. Dank der Mini-Konsolen gelang es Nintendo also, die Hardware-Verkäufe signifikant zu erhöhen.
  2. Günstige Hardware, noch günstigere Spiele: Nintendo war plötzlich in der Lage, mit einer preiswert herzustellenden Hardware und gering modifizierten Klassikern, die ohnehin schon existierten und Millionen Spielerinnen und Spielern bekannt waren, ordentlich Umsatz zu scheffeln.
  3. Werbeeffekt für die Switch: Nintendo war aufgrund der Mini-Konsolen plötzlich wieder in aller Munde. Die Miniatur-Gehäuse und die originalgetreuen Controller triggerten ordentlich Nostalgie. Auch wenn man sich überhaupt nicht für die Wii U interessierte, wollte man plötzlich wissen, was Nintendo als Nächstes auf den Markt bringen würde.

Doch zurück zu Reggie. Im oben erwähnten Gespräch stellte die Nintendo-Legende klar, dass die Wii U 2016 nur noch am Tropf hing. Mit der Veröffentlichung der Mini-Konsolen wollte man es irgendwie schaffen "das Geschäft aufrechtzuerhalten". Das gelang auf fulminante Weise. Der anschließende Erfolg der Switch war sicherlich auch vom Hype um das NES Classic Mini und Super NES Classic Mini beflügelt. Und der Misserfolg der Wii U wog plötzlich nicht mehr ganz so schwer.

Quelle: NYU Game Center auf Twitch

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