Nintendo Switch 2.0: Stehen die neuen Konsole-Modelle schon in den Startlöchern?
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Die Gerüchteküche brodelt: Kommt eine Switch Pro? Eine Switch Lite? Beides? Oder steht uns gar schon die Switch 2 ins Haus? Nix Genaues weiß man nicht und trotzdem gibt es schon einige Hinweise, wo die Reise hingehen könnte. Wir fassen zusammen und geben eine Einordnung!
Angesichts des Misserfolges der Wii U hatten viele Analysten und sogar Fans Nintendo als Konsolenhersteller schon abgeschrieben. Der Nachfolger musste also eine gewaltige Aufgabe stemmen: Es galt nicht nur, ein moderater Erfolg zu werden. Nein, die Switch musste richtig durchstarten, um Nintendo wieder auf Schiene zu bringen!
In diesem Artikel
Und was soll man sagen: Entgegen aller Unkenrufe geschah genau das. Die Switch war und ist ein gewaltiger Erfolg, 2018 verkaufte man sogar mehr Konsolen als PS4-Produzent Sony! Allerdings bleibt die Zeit nicht stehen und über zwei Jahre nach dem Launch offenbart Nintendos Hybridgerät langsam neben seinen zahlreichen Stärken auch seine Schwächen.
Die Hardware kann etwa nicht einmal ansatzweise mit aktuellen Geräten oder auch nur den ebenfalls nicht mehr taufrischen Konsolen von Sony und Microsoft mithalten. Das Online-System der Switch ist blamabel, der Bildschirm leidet unter der recht geringen Auflösung. Dazu kommen Faktoren wie Joy-Cons, deren Verbindungsschienen sich zu schnell abnutzen, und die Tatsache, dass die Konsole zwar gut verbaut, aber deutlich weniger für nicht sehr zartfühlende Kinderhände geeignet ist als etwa die Geräte der 3DS-Familie. Was aber ist mit der Konkurrenz, deren Konsolennachfolger bereits mit den Hufen scharren, inklusive neuer potenzieller Big Player wie Google und Apple? Es scheint klar: Um sicherzustellen, dass der Switch-Erfolg anhält, darf sich Nintendo nicht auf den Lorbeeren ausruhen.
Switch 0.75 und Switch 2.0
Quelle: Nintendo
Junge Zielgruppen spielen oft mobil und benötigen ein stabiles Gerät zu einem halbwegs erschwinglichen Preis. Eine „Switch Lite“ wäre dafür also geradezu prädestiniert.
So man aktuellen Berichten aus glaubwürdigen Kreisen Glauben schenkt, ist das auch nicht der Fall. Das Wall Street Journal veröffentlichte Ende März einen Bericht, nach dem die Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen wissen will, dass Nintendo nicht nur an einer, sondern zwei Hardware-Revisionen arbeiten würde, um die Konsole relevant zu halten. Eurogamer sprang wenig später auf den Zug auf und berichtete von eigenen Quellen, die diese Berichte ebenfalls bestätigen würden. Bei den neuen Varianten solle es sich einerseits um eine billiger, aber stabiler verbaute und rein auf den mobilen Betrieb ausgelegte Version der Switch handeln, mit der junge Zielgruppen und Familien angesprochen werden sollen; andererseits um eine Fassung, die stärkere Hardware bietet als die Standard-Switch, den grundsätzlichen Formfaktor beibehält und vor allem Vielspieler begeistern soll. Gerüchte zu solchen Geräten hatte es schon vor dem Bericht des Wall Street Journals gegeben, doch hier wurden sie erstmals konkret und laut den Autoren als Fakt wiedergegeben. Was genau sollen die neuen Versionen bieten, die wir der Einfachheit halber in diesem Artikel fortan als Switch Lite und Switch Pro bezeichnen werden? Fangen wir bei der Lite an: Laut den Berichten orientiert sich die Herangehensweise Nintendos hier am Nintendo 2DS, was sich nicht nur am stabileren Gehäuse zeigt, sondern auch an wegfallenden Features.
Was ist anders?
Quelle: Matt Makes Games
Die Switch ist ein Paradies für Indie-Titel. Die erfordern kaum Leistung und sind ideal für unterwegs geeignet, würden also auch auf einer Switch Lite gut funktionieren.
Rumble soll gestrichen oder zumindest ohne HD-Rumble umgesetzt werden und wie gesagt soll sie nicht für das Spielen auf dem Fernseher ausgelegt sein. Ebenso soll die Konsole keine Joy-Cons, sondern fest verbaute Steuerungseinheiten bieten. Ob das bedeutet, das separat erstandene Joy-Cons, der Pro Controller oder auch das Switch Dock genutzt werden können oder nicht, lassen die Berichte offen. Die Switch Pro hingegen soll mehr oder weniger das Gegenstück zum New Nintendo 3DS darstellen, oder zu dem, was Sony und Microsoft mit der PS4 Pro respektive der Xbox One X gemacht haben. Also ein Upgrade innerhalb einer Hardware-Generation, die aber technisch nicht weit genug von der Ursprungskonsole entfernt ist, um als richtiger Nachfolger zu gelten. So soll die Pro einen leichten Power-Boost bekommen, außerdem sprechen die Berichte von einem verbesserten Bildschirm. Am grundsätzlichen Switch-Prinzip soll sich aber freilich nichts ändern.
Alles Schall und Rauch?
Quelle: Nintendo
Geniale Abenteuer wie Zelda: Breath of the Wild oder Mario Odyssey haben die Switch zu dem Erfolg gemacht, der sie ist. Nun gilt es, den Moment zu bewahren.
So weit, so spannend, wenn auch Details noch rar gesät sind. Eigentlich könnten wir den Bericht an dieser Stelle auch schon abbrechen, denn Nintendo reagierte auf die Gerüchte nicht wie üblich mit "Kein Kommentar", sondern verlautbarte, dass man auf der E3 2019 keine neue Hardware vorstellen werde. Davon waren die Artikel zumindest implizit ausgegangen. Also alles gar nicht wahr? Bleibt die Switch bis zum Ende ihrer Ära genauso, wie wir sie kennen? Wir sind uns sicher: Nein! Zuallererst besteht schlicht und ergreifend die Möglichkeit, dass Nintendo lügt. Ja, Unternehmen machen das manchmal, wenn Infos leaken, die sie noch nicht in der Öffentlichkeit sehen wollen. Das kann man ihnen auch nicht wirklich vorwerfen; "Kein Kommentar" sorgt ja meist nur für weitere Spekulationen. Zweitens muss man auf die Wortwahl achten: Keine Ankündigung auf der E3 2019. Die Berichte sprechen davon, dass die Switch Lite schon im Laufe des Junis oder spätestens im Herbst erscheinen soll.
Quelle: Nintendo
Eine Switch Pro würde technisch keine Bäume ausreißen. Ein höher aufgelöster Bildschirm käme aber zum Beispiel Nintendos VR-Variante via Labo sehr zugute.
Was, wenn die Enthüllung (beziehungsweise im Falle des ersten Datums sogar der Release) einfach schon vor der Messe in L.A. geschehen? Einen kurzen Trailer, in der das Gerät gezeigt wird, können wir uns gut vorstellen, auch, wenn die Zeit dafür inzwischen natürlich reichlich knapp ist. Im selben Atemzug könnte man ja auch die Switch Pro für einen Release im Weihnachtsgeschäft oder Anfang 2020 ankündigen. In diesem Fall könnte man das Gerät auf der E3 2019 zeigen, möglicherweise in Verbindung mit einer Spieleneuankündigung, ohne gelogen zu haben, denn bekannt wäre die Switch Pro zu diesem Zeitpunkt ja schon gewesen!
Und wenn's denn nicht die E3 ist, auf der die Geräte eine Rolle spielen, so kann man doch davon ausgehen, dass eine Enthüllung nur eine Frage der Zeit ist, denn Game Boy, GBA, DS und 3DS boten allesamt ähnliche Mid-Generation-Iterationen. Es ist nur ungewöhnlich, diesen Schritt bei Nintendos Hauptkonsole zu sehen. Da inzwischen wohl aber niemand mehr abstreiten wird, dass die Switch nicht nur die Wii U, sondern auch den 3DS endgültig beerbt hat, ist das nur ein logischer Schritt.
Eine Frage des Preises
Quelle: PC Games
Sony und Microsoft arbeiten bereits an den nächsten Konsolen, neue Herausforderer stehen auch bereit. Nintendo muss auf diese Konkurrenzprodukte reagieren.
Doch was müssten die beiden Hardware-Revisionen, so sie denn real sind (wovon wir jetzt einfach mal ausgehen), zu bieten haben? Und wann können wir realistisch damit rechnen? Fangen wir wieder mit der Switch Lite an. Der für die potenziell angepeilte Zielgruppe wichtigste Faktor dürfte selbstverständlich sein, dass aufgrund der reduzierten Hardware mit einem deutlich geringeren Preis zu rechnen ist. Bis heute wurde die Stadard-Switch nicht reduziert und ist für knapp über 300 Euro zu haben. Für die Lite gehen wir von 150 bis 200 Euro zum Start aus, je nachdem, wie viele Features schlussendlich wirklich der Schere zum Opfer fallen. Das ist eine Summe, wo Mama und Papa bereit sind, eher mal die Brieftasche zu zücken, respektive eine, die sich auch ohne Unmengen an Taschengeld zusammensparen lässt. Klar, theoretisch könnte Nintendo auch einfach den Preis der normalen Switch senken und sie quasi neben der Pro zum Billigmodell degradieren. Erstens aber dürfte das Lite-Gerät den Gerüchten zufolge ja früher auf den Markt kommen und da benötigt man bis zur Pro ein Gegenstück zur "Kinder"-Variante. Nintendo hat mit der Switch erstmals seit langer Zeit den unverdienten Ruf als reiner Kinderkonsolenhersteller abgeschüttelt und der will gepflegt werden!
