No More Heroes 2: Desperate Struggle im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

... begeistert durch seinen Style, seine Charaktere, seinen Witz und seine Anspielungen auf kulturelle Phänomene.

Wo ist hier der Boss?

Highlight des Spiels sind aber nicht die Prügeleien mit den 08/15 Gegnern, sondern die uns am Ende eines Levels erwartenden Bosskämpfe. Die Widersacher um den Aufstieg in der Rangliste sind wie im Vorgänger skurrile Figuren, die jedes der Duelle zu einem ganz eigenen Kampf machen, der keinem anderen gleicht. Da setzen wir uns eben auch mal in einen von Gundam inspirierten riesigen Mech, um gegen einen Footballspieler einen Roboterkampf auszutragen.

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Der von uns gefühlte Schwierigkeitsgrad der Bossfights erwies sich leider als etwas unausgewogen. Dies hängt auch damit zusammen, dass No More Heroes im Ranking der Spiele mit der miesesten Kameraführung einen der Spitzenplätze belegt. Schon in den normalen Kämpfen nervt die zickige Kamera fast ununterbrochen, besonders dann, wenn euch Gegner ständig mit Pistolen aus der Distanz beschießen, ihr diese aber nicht sehen könnt. Auch im ersten Ranglistenkampf gegen Nathan Copeland, der gerne aus der Ferne angreift, sind wir daran fast verzweifelt. Neben diesem Manko, welches auf den fehlenden zweiten Analog-Stick zurückzuführen ist, sorgt die Konstruktion der Wii-Fernbedienung noch für ein zweites Problem. Es ist nämlich äußerst schwierig und unintuitiv, mit dem Daumen der rechten Hand gleichzeitig den A-Knopf zum Schlagen und das Steuerkreuz für eine schnelle Rolle zur Seite zu bedienen. Neben der Kamera erschwert dies das Ausweichen zusätzlich und sorgt so für Frust. Man kann zwar wahlweise auch mit dem Classic-Controller spielen, was aber wieder neue Probleme mit sich bringt, da sich so die Bedienung durch den Wegfall der Bewegungssteuerung verkompliziert.

Back to the 80's

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Neben Splatter-Gemetzel, jeder Menge sexuellen Anspielungen in den Zwischensequenzen und einer humorvollen Präsentation (gespeichert wird immer noch auf dem Klo), bietet No More Heroes 2 aber noch mehr. Nämlich noch mehr Retro. Nicht nur Menüs und Anzeigen sind so grobpixelig wie in den 80er Jahren auf dem guten alten NES. In unserem Heim können wir uns auf der Glotze im Wohnzimmer sogar die Zeit mit einem an den Klassiker Ikaruga angelehnten und durch ein wenig Anime-Charme veredeltem Shoot'em Up vertreiben. Und die meisten der Nebenaufgaben, die wir auf der Übersichtskarte anwählen können, um uns ein bisschen Kohle dazuzuverdienen, bestehen aus Minispielen im Stil der 8-Bit-Ära. Ob Insekten Einsaugen, Rohre Verlegen, Pizza Ausliefern oder Weltraummüll Einsammeln, die Spielchen mit dazugehörigem Dudelsound dürften ein Fest für jeden Retro-Fan sein. Mit dem dadurch verdienten Geld können wir Travis z. B. neu einkleiden oder Futter für unsere Katze kaufen.

Kantig, was kurvig ein sollte

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Obwohl der Titel eine witzige Präsentation mit vielen witzigen Ideen und einen coolen Comic-Look bietet, wird zumindest der optische Eindruck durch eine durchwachsene Technik getrübt. Diese ist zwar nicht ganz so katastrophal wie im Vorgänger. Die Spielumgebungen sind aber größtenteils wieder sehr steril geraten, was noch zu verschmerzen ist. Das üble Kantenflimmern haben die Entwickler jedoch immer noch nicht in den Griff bekommen und stört besonders in den sich ansonsten durch hervorragende (englische) Sprachausgabe und witzige Dialoge auszeichnenden Zwischensequenzen. Schade, dass die nackte Haut und die üppigen Dekolletés der weiblichen Charaktere so nicht in ihrer ganzen Pracht die Augen der männlichen Spieler erreichen.

Meinung

Wertung zu No More Heroes 2: Desperate Struggle (Wii)

Wertung:

8.1 /10
Pro & Contra
genialer Retro-StyleComic-Lookwitzige Dialogesexuelle Anspielungenabgefahrene Charaktereabwechslungsreiche Bosskämpfegelungene Sprachausgabe8-Bit-MinispieleSplatter-Effekte
massive Kameraproblemeimmer noch technische Defizite (Kantenflimmern, sterile Umgebungen)recht eintönige Kämpfe vor dem Ranglistenkampfschwankender teilweise unfairer SchwierigkeitsgradSteuerung nicht optimal
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