No More Heroes 2: Desperate Struggle im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

... begeistert durch seinen Style, seine Charaktere, seinen Witz und seine Anspielungen auf kulturelle Phänomene.

Es gibt viele Spiele, die weder ein besonders gelungenes Gameplay noch herausragende Technik oder irgendwelche Innovationen bieten. Die meisten dieser Spiele sind einfach schlecht. Doch es gibt auch ein einige wenige, die durch einen Mix aus einem einzigartigen Stil, einer abgefahrenen Präsentation und einer großen Portion skurrilem Humor aus der Masse hervorstechen. Für die einen Spieler sind das wahre Meisterwerke, andere dagegen können mit ihnen gar nichts anfangen.. Diese Ambivalenz schlägt sich dann meistens in einer großen Bandbreite von unterschiedlichen Wertungen der Presse nieder. Die Titel Killer 7 und No More Heroes von den japanischen Entwicklern Grasshopper gehören zu dieser Gattung. Nun erscheint bald No More Heroes 2: Desperate Struggle auf der Wii, welches wir für euch auf Herz und Nieren geprüft haben.

Sex'n'Violence

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Wie im Vorgänger schlüpfen wir in die Rolle von Travis Touchdown, vom äußeren Typ her eine Art Anime-Elvis, der cooler aussieht als er eigentlich ist. Abermals befinden wir uns in Santa Destroy und unser Auftrag lautet: Töte alle Konkurrenten und kämpfe dich an die Spitze. An die Spitze der United Assassins Association (UAA), der Rangliste der besten Killer. Hört sich etwas schräg an und genau das ist es auch. Diesmal gehen wir von Platz 51 ins Rennen um den ersten Platz, wie uns die mysteriöse blonde Göttin Sylvia Christel, die hinter den UAA-Duellen steckt, mitteilt. Drei Jahre, nachdem Travis sie das letzte Mal gesehn hat, taucht sie urplötzlich auf, als wir gerade einen Kerl, mit dem Travis noch eine Rechnung offen hatte, im Duell besiegt haben. Um Travis zu motivieren, von so weit hinten zu starten, obwohl er schon einmal die Nummer eins war, bietet ihm Sylvia in einem genialen Dialog einen "special prize" an. Und dass Sylvia Yoga-Meisterin ist und so einige interessante Positionen kennt, überzeugt Travis so sehr, dass er gleich... ähm... sein Laserschwert anschalten muss.

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Kurz darauf steht der von uns vermeintlich getötete Gegner auf, obwohl wir ihm zuvor eindeutig den Kopf abgeschlagen haben. Das hindert ihn jedoch scheinbar nicht daran, Rache für seinen Tod anzukündigen und sich dann kurzerhand selbst den Kopf vom Rumpf zu reißen, um in einer Blutfontäne zu verenden. Der Anfang des Spiels zeigt es schon: Wie im ersten Teil spielen Sex und Gewalt die eigentlichen Hauptrollen in No More Heroes. Allerdings wird dies so übertrieben und mit einem solchen augenzwinkerndem Humor und noch dazu im Comic-Look dargestellt, dass ich sogar fast sagen würde, dass man dieses Spiel auch in Kinderhände geben könnte. Aber eben nur fast.

Diesmal Prügeln in Closed World

No More Heroes 2: Desperate Struggle No More Heroes 2: Desperate Struggle Wenn man die Zwischensequenzen und die Story außen vor lässt, ist No More Heroes 2 ein Prügelspiel, welches vom Prinzip her, Steuerung und 3D-Perpektive ausgenomen, kaum einen Fortschritt zu alten Beat'em-Up-Klassikern wie Final Fight oder Double Dragon macht. Der gänzlich missratene Einbau eines sich an GTA anlehnenden Open-World-Spielprinzips aus Teil eins wurde nämlich von den Entwicklern komplett über Bord geworfen. Diesmal können wir also, wenn wir unsere Wohnung verlassen haben, nicht mit unserem schicken Motorrad durch Santa Destroy düsen, sondern wählen auf einer Übersichtskarte der Stadt den Schauplatz des nächsten Ranglistenkampfes aus. Bei den darauf folgenden Schnetzeleien ist weitgehend alles beim Alten geblieben. Mit unserem Beam Katana oder Schlägen und Tritten, zerlegen wir einen Gegner nach dem anderen, bis wir an einer durch ein Ausrufezeichen gekennzeichneten Stelle zum nächsten Abschnitt des Levels weitergehen dürfen. Das mit dem Zerlegen ist übrigens absolut wörtlich gemeint und wird effektvoll und mit jeder Menge Pixelblut in Szene gesetzt. Geprügelt wird grundsätzlich auf Knopfdruck, die Bewegungserkennung der Wiimote können wir aber einsetzen, um je nach deren Neigung hohe oder niedrige Angriffe auszuführen und Gegnern durch einen Finishing-Move den Rest zu geben, indem wir die Fernbedienung und Nunchuck schnell in die durch einen Pfeil angezeigte Richtung bewegen. Öffnen wir die dicken Schatztruhen, die in den Levels herumstehen und auch irgendwie an alte Spieleklassiker erinnern, können wir mit einem Stück Pizza oder einer Batterie unsere Lebensenergie auffüllen bzw. unserem Laserschwert neuen Saft geben. Für die nötige Abwechslung sorgen neben einer Handvoll unterschiedlichen Gegnertypen, wie z. B. große Burschen, die uns mit einer Kettensäge zu Leibe rücken, eine Reihe unterschiedlicher Spezialattacken. Diese können wir auslösen, sobald sich eine Leiste am Bildschirmrand, bestehend aus einem Tiger, rot gefärbt hat. Dann verwandeln wir uns entweder in selbiges Raubtier, können schneller schlagen oder mit einem Superangriff alle Gegner auf einmal vom Schirm fegen.

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