Gaming-Notebooks als PC-Alternative: Kaufberatung mit großer Marktübersicht
Special
Angesichts der aktuellen Grafikkarten-Misere, wegen der für die kaum lieferbaren Grafikkarten horrende Preise zu bezahlen sind, kann ein Gaming-Notebook eine Alternative zu einem PC sein. Wir geben euch einige allgemeine Anregungen zum Kauf, schauen auf die mobilen Grafikkarten und bieten euch eine Marktübersicht mit 56 spielefähigen Notebooks und Notebook-Reihen an.
Gaming-Notebook statt Spiele-PC?
In unserem heutigen Special geht es um Gaming-Notebooks als PC-Alternative, inklusive einer Marktübersicht mit 56 Modellen oder Modellreihen bis 2000 Euro. Was Gaming-Grafikkarten für PCs angeht, sieht es aktuell extrem schlecht aus, was wir auch letzte Woche erneut thematisierten. Viele Grafikkartenserien wie die Nvidia GeForce RTX 2070 Super oder AMD RX 5700 sind komplett ausverkauft, von anderen Serien gibt es nur jeweils ein, maximal zwei bis drei Modelle lieferbar, dann aber für Aufpreise von meist 70 Prozent und mehr im Vergleich zu dem Preislevel von Oktober 2020 beziehungsweise bei den neueren, seit September 2020 veröffentlichten Grafikkarten im Vergleich zu ihrem Release-Preis.
In diesem Artikel
Wer ohnehin schon einen Gaming-PC hat und lediglich nicht mehr ganz mit der Performance zufrieden ist, der kann diese Misere einfach aussitzen. Doch wer noch keinen PC hat oder ein so schwaches System, das ein neuer PC fällig wird, muss so hohe Preise für einen neuen PC bezahlen, dass ein Gaming-Notebook derzeit eine echte Alternative sein - dies war vor dem Herbst 2020 noch nicht so.
Quelle: Asus
Asus ROG Strix G17
Eigentlich haben wir seit Jahren bei unseren Specials zu Notebooks stets versucht, das nicht besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnis von Notebooks zu betonen, wenn es um Gaming geht. Wir haben viele Nachteile von Notebooks genannt und erklärt, dass vor allem dann, wenn man nicht nur Einsteiger-Gamingpower sucht, ein Desktop-PC die bessere Wahl ist. Selbst falls das Argument für einen Laptop sein sollte, dass man beruflich oder für die Ausbildung ein mobiles Gerät braucht, kommt man mit einem getrennten Kauf von Spiele-PC und Office-Laptop am Ende besser weg - beziehungsweise: man kam besser weg.
Inzwischen können nämlich Gaming-Notebooks wegen der horrenden Desktop-Grafikkarten-Preise durchaus auch mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis eine sehr gute Wahl sein, zumindest wenn man sowieso einen komplett neuen PC kaufen wollte, vielleicht sogar noch plus Monitor. Im Einsteigerbereich mit Grafikkarten wie der Nvidia GeForce GTX 1650 und GTX 1660 gilt dies sowieso, aber auch darüber kann ein Laptop aktuell eine solide Wahl sein. Eine Nvidia GeForce RTX 2060 für einen normalen PC kostet aktuell mindestens 500 Euro, wenn denn überhaupt eine zu haben ist. Stellen wir damit einen PC zusammen, in dem noch ein Core i5-10400, 16GB RAM und eine SSD mit 1000GB Speicherplatz steckt, dann kommen wir auf etwa 1000 Euro für einen solchen PC. Ab 900 Euro gibt es aktuell aber auch immer wieder Angebote mit Notebooks, die auf eine mobile RTX 2060 oder GTX 1660 Ti setzen, was am Ende kaum schwächer als unser Beispiel-PC ist. Bei Notebooks ist oftmals Windows schon mit dabei, und der Monitorkauf entfällt. Insofern geht der Preis solcher Notebooks absolut in Ordnung. Die Nachteile von Laptops bleiben aber - darauf gehen wir nun ein.
Nachtteile von Notebooks
Ein Notebook hat stets eine im Vergleich zu einem Desktop-PC sehr kompakte Bauweise. Daher ist kaum Platz für eine Kühlung vorhanden, die gut genug, aber auch noch leise kühlt. Gaming-Notebooks sind daher bei Last recht laut - zwar kann man sich bei vielen Modellen an die Art der Geräusche gewöhnen, und wer per Headset spielt, hört sowieso nicht so viel davon. Aber bei einem PC könnte die Kühlung sehr einfach deutlich leiser umgesetzt werden, zudem muss der PC nicht direkt vor dem Nutzer stehen - ein Notebook hat man aber in der Regel direkt vor sich, vielleicht sogar auf dem Schoß.
Quelle: Acer
Acer Predator 300 Helios PH315-Serie
Damit die Komponenten gut gekühlt werden können und überhaupt in das Gehäuse eines Notebooks passen, ist wiederum ein Aufwand vorhanden, der ein Gaming-Notebook teurer macht. Aktuell spielt dieser Aufwand wegen der Grafikkarten-Misere am Ende preislich keine so große Rolle wie früher, aber in aller Regel muss man gerade bei den stärkeren Grafikkarten damit rechnen, dass ein Notebook um die 50 Prozent teurer als ein vergleichbarer PC ist. Ein zweiter Nachteil bei Notebooks ist, dass man sie praktisch nicht aufrüsten kann, was die Leistung angeht. Eine schnellere SSD oder mehr RAM: Das ist meistens machbar. Aber die CPU oder gar die Grafikkarte zu wechseln kann man sich abschminken. In aller Regel ist die Grafikkarte zuerst die Schwachstelle, die CPU aber noch stark genug für neueste Games - bei einem PC lässt sich die Grafikkarte (zumindest bei einer Normalisierung der Preise) für 250 bis 350 Euro aufrüsten, und schon hat man wieder für zwei bis drei Jahre seine Ruhe. Bei einem Notebook, das nicht mehr für die eigenen Ansprüche ausreicht, bleibt nur ein Verkauf des Gerätes und Kauf eines neuen Notebooks. Natürlich haben Notebooks auch Vorteile - diese schildern wir als Nächstes.
