E3-Vorschau zu Oddworld Soulstorm: Ein Remake mit Herz, Seele und Verstand

Special Lukas Schmid Matti Sandqvist
E3-Vorschau zu Oddworld Soulstorm: Ein Remake mit Herz, Seele und Verstand
Quelle: Oddworld Inhabitants

Mit dem Remake des ersten Oddworld-Spiels namens New 'n' Tasty kehrte die ebenso schräge und intelligente wie auch unterhaltsame Serie rund um die titelgebende Oddworld und ihre Bewohner in das kollektive Spielergedächtnis zurück und fand viel Anklang. Nun steht in absehbarer Zeit die Neuauflage des Nachfolgers an. Wir bekamen auf der E3 2019 einen Level aus dem Abenteuer präsentiert und waren beeindruckt, wie viel Mühe die Macher hier investiert haben.

Als wir bei unserem E3-Präsentationstermin zu Oddworld Soulstorm (jetzt kaufen ), dem Remake des zweiten Spiels der Serie auftauchen, staunen wir nicht schlecht als Oddworld-Inhabitants-Studiochef Lorne Lanning selbst uns in Empfang nimmt.
Warum, wird schnell klar: Das Spiel ist deutlich mehr als nur eine hübschere Neuauflage von Abe's Exoddus und auch im Vergleich zum Remake-Vorgänger New 'n' Tasty noch einmal ein ganzes Stück ambitionierter geworden. Wenn dermaßen viel Herzblut drinsteckt, dann will der Chef persönlich es präsentieren!

Mudokon-Bräu

Wie im direkten Vorgänger sind die abgetrennten Bildschirme der Originale Geschichte, stattdessen laufen wir durch große, zusammenhängende Levelabschnitte. Überhaupt scheint es so, dass sich bis auf die Story so ziemlich alles verändert hat: Abes Aufgabe ist es nach wie vor, nachdem er im ersten Teil seine versklavten Mitbürger aus einer Fleischfabrik gerettet hat, nun weitere von ihnen vor der Verarbeitung zu einem Energydrink zu bewahren.
Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (5) Quelle: Oddworld Inhabitants Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (5)

Dafür hüpft er durch allerlei Level, löst Umgebungsrätsel, besiegt Feinde und weicht fiesen Fallen aus. Soweit zum Grundsätzlichen. Allerdings gilt es auch, auf unserem Weg möglichst viele der gefangenen Mit-Mudokons zu befreien und sicher ans Ende der Welten zu bringen. Die Gefahren sind reichlich und vielfältig und wir müssen aufpassen, dass wir keinen unserer Mitstreiter verlieren. Am leichtesten funktioniert das, wenn wir Feinde einfach über den Jordan schicken. Das zehrt allerdings an unserer Karmaleiste und wer sich zu viele böse Taten leistet, der wird mit einem schlechteren Ende bestraft. Wir müssen also unsere stetig wachsende Truppe schützen, Gegner entweder nur kurzzeitig K.O. schlagen oder ihnen ausweichen und auch noch stets auf unsere gefährliche Umgebung machen.

Und jetzt mit Gefühl

Das können wir etwa tun, indem wir uns mit dem Fernrohr umschauen. Schön: die 2,5D-Ansicht wird sehr effektiv genutzt und wir können oft zum Beispiel bei Weggabelungen Bereiche der Welten sehen, zu denen wir erst wesentlich später gelangen. Dadurch wird ein tolles Gefühl von Räumlichkeit geschaffen und den Arealen ein realistischer Touch verliehen.

So viele verschiedene Gefühlslagen wie im Original scheinen unsere befreiten Mudokons diesmal nicht zu haben. Damals konnten sie ja etwa wütend oder depressiv sein und wir mussten uns entsprechend um sie kümmern. Diesmal können wir einfach die Stimmung unserer Mitstreiter auf Knopfdruck umstellen. Lanning zeigt uns das in der Präsentation, indem er die Mudokons auf "aggressiv" stellt. Daraufhin greifen sie unentwegt Feinde an, was natürlich unweigerlich an unserem Karma nagt. Effektiv, aber unmoralisch, oder anstrengend, dafür aber freundlich - diese Entscheidung muss man offenbar oft treffen.

Let my people craft

Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (4) Quelle: Oddworld Inhabitants Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (4) Ein wichtiger und völlig neuer Aspekt in Soulstorm, den man so in einem 2D-Hüpfspiel nicht unbedingt erwarten würde, ist das Crafting. Wir können allerlei Materialien sammeln respektive kaufen und dadurch unterschiedlichste Gegenstände herstellen. Manche davon sind tödlich, andere knocken Gegner nur aus - die Wahl liegt wieder bei uns. Egal, ob wir mit Bomben, Gift, entflammbaren Flüssigkeiten oder den sogenannten Jawbreakern arbeiten, sehr viele Sachen lassen sich zusätzlich kombinieren. Wickeln wir etwa Gummibänder um sie, prallen die Items von Wänden ab und können ansonsten außer Reichweite befindliche Orte erreichen. Hinzu kommen überraschend viele Phsysik-Spielereien mit Ursache und Wirkung. Feuer entzündet wenig überraschend entflammbare Flüssigkeiten. Werfen wir aber noch mehr davon die die lodernden Flammen, dann wird der Brand immer größer. Mit einem Feuerlöscher können wir ihn wieder ausmachen. Wenden wir den Löscher auf uns selbst an, können wir anschließend für kurze Zeit einfach durch Flammen laufen. Diese und ähnliche spannende Ideen und Lösungen, die man sich laut Lanning fast immer selbst erarbeiten muss, erlauben jede Menge Varianz, was unser Vorgehen angeht.

Ganz neu anstatt nur aufgehübscht

Weiterhin können wir Feinde temporär übernehmen, bestimmte Levelstrukturen zerstören und noch viel mehr. Diese Freiheit dürfte das Spiel auszeichnen, wenn es irgendwann 2020 erscheint - und der nach wie vor ganz eigene, kaum zum lauten Loslachen gedachte, aber tiefschwarze und intelligente Humor der Serie. In manchen Situationen bleibt einem das Lachen dann auch im Hals stecken, sollte sich hier seit dem Original nichts geändert haben.
Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (1) Quelle: Oddworld Inhabitants Oddworld Soulstorm in der E3-Vorschau. (1) Resident Evil 2, Destroy All Humans, Final Fantasy 7 - generell scheint der Trend gerade ein wenig weg von billigen Remasters hin zu hochwertigen Remakes zu gehen. Wir sind froh, dass Soulstorm dem Originalspiel ebenfalls diese Ehre erweist und verspricht, wie schon New 'n' Tasty ein Titel zu werden der den Oddworld-Namen mit Stolz tragen kann.

Meinung

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