Ein episches Adventure aus dem Land der aufgehenden Sonne, welches uns auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Kein Mangel an Aufgaben
Okami
Angesichts der Aufgabenfülle verwundert es nicht, dass Okami mit einer Spielzeit von über 30 Stunden nur für die Hauptmissionen aufwartet. An Langeweile ist dabei kaum zu denken, denn vom Ausgraben von Rüben ohne sich dabei erwischen zu lassen, über das Festmachen eines Baumstamms an Blüten, damit dieser nicht einen Wasserfall hinabgleitet, bis hin zum Freimachen des Weges zu einer Wasserquelle bietet das Spiel viele verschiedene Aufgaben an. Auch Fische angeln und das Aufpolieren des Selbstwertgefühls eines Möchtegern-Schwertkämpfers namens Susano, für den man immer wieder mal den Pinsel schwingen darf, damit seine Schwerthiebe auch wirklich sitzen, stehen auf dem Spielprogramm. Frustmomente gibt es dabei eigentlich kaum, denn jede Mission kann man spätestens nach einigen wenigen Versuchen schaffen. Eine Ausnahme bilden hier lediglich die Aufgaben, in denen man einem Steinwesen gegenübersteht, der den Eingang zu einer Passage versperrt. Erst wenn man seine verwundbaren Stellen, die durch in sekundenschnelle aufleuchtende Punkte dem Spieler kurz aufgezeigt werden, mit dem Pinsel mit einem Punkt kennzeichnet, kann man dieses Ungetüm loswerden. Da man aber die Punkte recht exakt an die angezeigten Stellen setzen muss und die Anzahl der Punkte im Laufe des Spiels immer zunehmen, gestaltet sich diese Aufgabe gegen Ende des Spiels sehr schwierig und zum Teil auch richtig frustrierend.
Ein kleines japanisches Kunstwunder ...
Okami
Punkten kann Okami nicht nur mit einer sehr ordentlichen Spielzeit und abwechslungsreichem Gameplay, sondern auch mit einer schönen Cel-Shading-Grafik. Im edlen japanischen Anime-Stil gehalten, präsentiert sich das Spiel mit der Imitation japanischer Tuschemalerei recht ungewöhnlich, aber sehr überzeugend. Das Erzählen der Einführungsgeschichte mit Bildern, die direkt vor dem Auge des Spielers in sekundenschnelle gemalt werden, eine Hauptfigur, die beim Laufen eine Blütenpracht hinter sich herzieht, und düstere Landschaften, die sich im Handumdrehen in lebendige, farbenfrohe und florierende Gebiete verwandeln, lassen das Spiel an manchen Stellen wie ein kleines Kunstwerk wirken. Auch die Musik weiß mit schönen, weichen fernöstlichen Klängen zu überzeugen und unterstreicht das durch und durch japanische Flair des Spiels. Keinen Anlass zur Kritik gibt auch die Steuerung, die einfach und unkompliziert von der Hand geht. Das Malen gestaltet sich dank gelungener Umsetzung unproblematisch und ist zudem recht schnell erlernt.
... leider ohne Sprachausgabe
Okami
Einen richtig groben Schnitzer haben sich die Entwickler im Spiel aber leider dennoch geleistet - es fehlt nämlich eine Sprachausgabe. Somit erscheinen alle Dialoge im Spiel, von denen es sehr sehr viele gibt, leider nur in Textform. Die Sprechpassagen wurden aber nicht ganz ohne eine Vertonung belassen und so bekommt man je nach Charakter unterschiedliches Gemurmel bzw. eine Art Fantasiesprache in verschiedenen, meist fiepsigen Tönen zu hören, die mit der Zeit und dank der meist sehr lang ausgefallenen Unterhaltungsszenen auf die Dauer richtiggehend nerven. Es ist wirklich schade, dass man heutzutage immer noch bei einer solch mystisch-epischen Geschichte, wie sie in Okami erzählt wird, einfach auf eine Sprachausgabe verzichtet und stattdessen ellenlange Texte einbaut, die man an einigen Stellen auch noch sehr langsam präsentiert bekommt, ohne das man die Möglichkeit hat, diese zu beschleunigen. Der Spielatmosphäre sowie der Spielfreude tut so ein Verzicht aber schon einen leichten Abbruch. Einen kleinen Anlass zur Kritik gibt auch die Kamera im Spiel, die leider nicht immer optimal mitgeht, so dass man des Öfteren mit dem rechten Analogstick nachjustieren muss.
