Order of War im Gamezone-Test

Test BigJim

Wenn Square Enix in den USA und Europa erstmals eine Echtzeit- Strategie rausbringt, schauen wir natürlich ganz genau hin.

Gewaltige Massenschlachten

Order of War Order of War Besagte Schlussbilanz dokumentiert gleichzeitig den Umfang und die Heftigkeit der Kämpfe. Allein am Sandomir-Brückenkopf vernichten wir 450 russische Panzer und über 1.000 feindliche Infanteristen. Auch unsere Verluste sind recht hoch, weshalb uns das Oberkommando für diese Aktion nur mit "mittelmäßig" bewertet. Über kleinere Unstimmigkeiten in den Missionsbeschreibungen sehen wir zur Not hinweg; z.B. wenn es in der Wehrmachts-Kampagne heißt "Lassen Sie die Deutschen nicht entkommen!", obwohl wir dort selbst deutsche Truppen kommandieren. Ungeachtet dessen ist der Aufwand an Menschen und Material in Order of War beachtlich. Fast alle Heereswaffen, die 1944 an West- und Ostfront zum Einsatz kamen, sind im Spiel vertreten: Panzer, Artillerie und Flak ebenso wie leichte und schwere Infanterie oder Raketenwerfer. Als besonders effektiv erweisen sich Luftabwehrgeschütze. Die halten uns nicht nur gegnerische (Tief-)Flieger vom Leibe, sondern eignen sich auch sehr gut im Erdkampf zur Zerstörung von Kettenfahrzeugen. Was negativ auffällt, ist der Verzicht auf Spezialeinheiten. So suchen wir vergeblich nach Pionieren, die beispielsweise Minen legen/räumen, Gräben errichten oder Brücken bauen. Auch Reparatur- oder Munitionsfahrzeuge fehlen, entsprechende Versorgungsdepots ebenso.

Order of War Order of War Dafür verfügen unsere Einheiten über unendlich viel Munition, was uns einerseits viel Mikromanagement erspart, andererseits aber nicht unbedingt realistisch ist. Wird ein Fahrzeug beschädigt, bleibt dem Spieler nichts anderes übrig, als es aus der Schusslinie zu nehmen, will er nicht riskieren, dass es nach dem nächsten oder übernächsten Treffer endgültig in qualmenden Schrott übergeht. Auffallend: die einzelnen Auftragsziele gehen über die altbekannten "Halte Punkt A"- "Nehme Stellung B"-Missionen nicht hinaus. Da bot selbst das altehrenwürdige Sudden Strike noch mehr Abwechselung. Gern hätten wir zur Erhaltung der Langzeitmotivation mit einem Stoßtrupp mal eine Nacht- und Nebelaktion durchgeführt, einen feindlichen General mit einem Scharfschützenteam beseitigt, ein Treibstofflager in die Luft gejagt oder Gefangene befreit. Aber soviel Fantasie war von den Entwicklern wohl nicht zu erwarten.

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