Pacific Rim. Tonnenschwere Mechs, haushohe Dinomonster... Das ist der Stoff, aus dem Gamerträume sind. Ob es sich bei diesem Arcadegame um einen feuchten Traum oder doch eher um einen Alptraum handelt, lest ihr nun in unserem Kurzreview.
Rumble in the Jungle, äh... Ocean
Hier ist es also, das Arcadegame zum Kinospektakel. Um es mal vorweg zu nehmen: Das Spiel ist nicht sonderlich gut. Darum hier einige Freizeitaktivitäten die definitiv mehr Spaß machen als Yukes kruder Beat'em Up-Verschnitt:
- Stacheldraht um die Oberschenkel wickeln und dann Marathon laufen
- Ne Packung Reißzwecken in die Turnschuhe kippen und dann Basketball spielen
- Auf dem NPD-Parteitag Döner verkaufen
- Mit dem Opel Astra die Zufahrt zum Wörthersee-VW-Treff zu parken.
Ihr habt das alles ausprobiert und immer noch nicht genug? Okay, dann ladet euch für 800 Microsoft Points diesen Haufen digitalen Ausschuss runter.
Beat'em Ups: Spielspaß, schnelle Reaktionen? Fehlanzeige.
Quelle: Yuke's
Pcific Rim im Test: Seinen Ramschpreis nicht wert. (2)
Die Filmversoftung von Guillermo del Torros Kinospektakel würde für XBL und PSN von Yukes übernommen. Yukes? Sind das nicht die, die seit Jahren marginal überarbeitete Updates ihrer einst glorreichen WWE-Reihe auf den Markt werfen? Ja, genau die waren verantwortlich für dieses Stück Softwaremüll. Das merkt man dem Spiel auch an. Normalerweise kennt man Beat'em Ups als eher schnelle Spiele. Schnelle Aktionen erfordern schnelle Reaktionen, das Spieltempo ist generell, nicht zuletzt wegen des oft vorhandenen Zeitlimits, recht hoch. Selbst bei eher strategischen Genrevertretern wie den UFC-Games herrscht ein gewisses Tempo vor. Leider kann man das von Pacific Rim nicht behaupten. Es gibt zwar ein Zeitlimit, aber das ändert nichts daran, dass die Figuren sich dermaßen lahmarschig bewegen, dass es nicht mehr feierlich ist.
Als wäre die lahmarschige Steuerung nicht schon schlimm genug, hatte der Praktikant wohl auch die geniale Idee: "Hey lass uns doch noch ein wenig Taktik reinbringen". Umgesetzt hat er diese Idee, wie auch alles andere, absolut bescheiden. Ihr habt neben eurem Gesundheitsbalken auch einen Energiebalken, der sich konstant auflädt. Allerdings verbraucht jede Aktion (außer laufen) auch einen gewissen Energiebetrag. Ist der Balken über 40%, könnt ihr in einen Powermode schalten der eure Angriffe verstärkt. Bei annähernd vollem Balken könnt ihr eine Powerattacke vom Stapel lassen, die, so sie denn trifft, euren Gegner nahezu mit einem Schlag ausknockt. Die Sache hat nur zwei Haken. Erstens: Ist die Aufladezeit dieser Attacke zu lange und damit hat der Gegner alle Zeit der Welt seine Position zu ändern. Damit geht eure Superattacke öfter daneben als die Gags von Oliver Pocher. Zweitens: Verbraucht diese Attacke zu viel Energie und ihr seid danach quasi handlungsunfähig. Ok, nicht ganz, ihr könnt noch um den Gegner herumlaufen. Aber da jede Aktion (ausweichen, schlagen, sprinten) Energie verbraucht kann es so passieren dass ihr zwar dem Gegner geschickt ausweicht und hinter ihn gelangt, dann aber keine Energie mehr habt für einen Angriff.
Quelle: Yuke's
Pcific Rim im Test: Seinen Ramschpreis nicht wert. (6)
In der Praxis gibt es dann, gerade im MP, prinzipiell zwei Kampfszenarios. Entweder die Gegner umkreisen sich endlos, um den Energiebalken anwachsen zu lassen während die Rundenzeit verstreicht, nur um kurz vor Ende der Runde eine Superattacke vom Stapel zu lassen. Die Alternative ist der Schlagabtausch am unteren Ende des Energiebalken, was zur Folge hat, dass man zwei bis drei Schläge platziert und dann wieder warten muss bis man wenigsten 10% Energie hat, um erneut zuzuschlagen. Reife Leistung, Yukes. Voll verkackt.
Story? Wird überbewertet.
Genau das dachte sich wohl auch der minder talentierte Praktikant von Yukes, der dieses Spiel vermutlich während einer Toilettenpause zusammengeklöppelt hat. Ihr habt genau 3 Modi zur Auswahl. Davon entfallen 2 auf den Singleplayer und einer auf den Multiplayer. Die beiden Singleplayer-Modi unterscheiden sich dabei nur marginal. Im sogenannten Normal-Mode kämpft ihr nacheinander gegen stärker werdende Gegner. Im Survivalmode... Naja, der Name sagt ja eigentlich alles.
Quelle: Yuke's
Pcific Rim im Test: Seinen Ramschpreis nicht wert. (5)
Einen Storymode gibt es schlicht nicht. Ihr bekommt einfach Runde für Runde neue Gegner vorgeworfen, mal Roboter und mal Monster, und kloppt diese weg. Gelingt das nicht habt ihr jederzeit die Möglichkeit eure Kämpfer zu modifizieren und zu tunen. Wer aber denkt, dass damit der Spaß losgeht, wird enttäuscht. Die Punkte, mit denen man seine Kämpfer aufmotzt, werden so spärlich vergeben, dass einem schnell der Upgrade-Wille verloren geht. Aber keine Sorge, freispielen ist für Pussies. Der Gamer von Welt hat so was doch gar nicht mehr nötig. Weil Yukes das weiß, gibt es einen Ingame-Shop. Dieser wird auch mit einer Penetranz beworben und angepriesen, dass man alleine dafür dem Verantwortlichen einen Juckreiz genau zwischen die Schulterblätter wünscht wo er nicht alleine hinkommt. Der Gipfel der Frechheit ist allerdings das optische Modding-Tool. Ihr könnt eure Fighter darin optisch tunen, einzelne Körperteile einfärben usw., aber wenn ihr das Ergebnis speichern wollt, ploppt eine Fehlermeldung auf. Speichern geht nur, wenn man vorher das Optikpaket kauft. Dreist!
Der ganze Titel wirkt zwar wie ein Arcadegame, ist aber im Endeffekt nichts anderes als Freemium-Game. Das sollte bedeuten, dass man es gratis spielen kann, den vollen Umfang bekommt man aber nur mittels Mikrotransaktionen. Pacific Rim kostet aber. Für so einen Softwaremüll eine Frechheit. Speichern nur bei DLC-Kauf ... Geht's noch, Yukes?
