Kalypso liefert eine gelungene Handelssimulation, die aber nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist.
Patrizier 4
Die Kartenansicht im Spiel ist im Wesentlichen identisch mit dem Vorgänger, die Darstellung wurde nur ein wenig aufpoliert. Die Stadtansicht hingegen wurde komplett modernisiert. Man sieht nun eine echte dreidimensionale Darstellung, in der man sich frei bewegen und die Kameraansicht beliebig festlegen kann. Die Häuser, Bewohner und Landschaft sind liebevoll überarbeitet worden. Im Vergleich zur Patrizier II ist dies ein deutlicher Fortschritt. Leider wurden dabei aber nicht die aktuellen technischen Möglichkeiten ausgenutzt. Es ist keine Kantenglättung aktiviert, weshalb insbesondere die Gebäude wie Bauklötzchen aussehen. Andere Effekte wie z.B. Tesselation sucht man ebenfalls vergeblich. Das Wasser im Meer ist zwar animiert, aber auch hier hat man schon deutlich besseres gesehen. Zusammengefasst kann man sagen, dass zwar die dreidimensionale Darstellung eingeführt wurde, das Spiel hinterlässt aber einen optischen Eindruck, der vielleicht 2005 noch aktuell hätte sein können. Natürlich ist für eine Handelssimulation eine perfekte Grafik nicht notwendig, aber wenn man schon echte 3D-Grafik einführt, hätte man dies auch vollständig nach dem aktuellen Stand der Technik machen müssen um sich deutlich von der alten zweidimensionalen Ansicht im Vorgängerspiel abzusetzen.
Patrizier 4
Nichts auszusetzen ist allerdings an der musikalischen Untermalung des Spiels. Diese ist thematisch passend und dezent ausgeführt worden, so dass diese auch bei längeren Partien nicht beginnt zu nerven. Die hohe Anzahl an verschiedenen Musikstücken ist ebenfalls positiv zu erwähnen. Hat man das Endlosspiel oder die Kampagne genossen, würde es sich anbieten gegen andere menschliche Gegner zu spielen. Obwohl ein Multiplayer Modus heute auf jeden Fall zur Standardausstattung gezählt werden kann, hat man diesen nicht implementiert. Das ist aus meiner Sicht fast unverzeihbar, denn Partien gegen andere menschliche Gegner hätten das Spiel noch einmal deutlich aufgewertet und anspruchsvoller werden lassen. 2011 soll es aber Patrizier als Browsergame geben, es drängt sich hier also der Verdacht auf, dass der Multiplayer-Modus bewusst nicht implementiert wurde.
Patrizier 4
Patrizier IV wird in einer Standard, als auch in einer Limited Edition vertrieben. Die Standardausgabe ist auch als Downloadspiel erhältlich. Die Limited Edition enthält zusätzlich ein Mauspad, eine Soundtrack-CD, zwei InGame Items, die Patrizier II Gold Edition und eine Karte mit Posterabdruck auf der Rückseite. Die Limited Edition ist für ca. 10 EUR Aufpreis erhältlich. Nach der Installation befinden sich knapp 3 GB an Daten auf der heimischen Festplatte. Die auf Datenträger gelieferten Versionen verfügen dabei über einen doppelten Kopierschutz. Einerseits werden die DVD und der mitgelieferte CD-Key zum Start des Spiels benötigt. Andererseits muss man sich beim Online-Dienst von Kalypso-Media einen Account einrichten. Bei Einrichtung des Kontos wird man nach E-Mail Adresse und einem Passwort gefragt. Sollte der Rechner über keine Internetverbindung verfügen, reicht auch der Datenträger und der CD-Key. Sobald der zum Spielen verwendete Computer aber eine Onlineverbindung hat, wird auch nach dem Account bei Kalypso nachgefragt. Leider konnte ich online bei Kalypso keine Möglichkeit zum Login finden, wo man weitere Infos über die vom Benutzer gespeicherten Daten (z.B. E-Mail Adresse ändern, Seriennummer einsehen/ändern/entfernen) einsehen kann. Hier ist auf jeden Fall mehr Transparenz notwendig!
