Patrizier 4 im Gamezone-Test

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Kalypso liefert eine gelungene Handelssimulation, die aber nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist.

Von Kalypso lief Anfang September die neueste Fassung aus der Handelssimulationsreihe Patrizier vom Stapel, genauer gesagt der vierte Teil. Der gleiche Publisher hauchte letztes Jahr schon einem anderen Klassiker - Tropico - neues Leben ein. Ob dies auch bei Patrizier IV gelungen ist, dessen letzte Fassung Patrizier 2 vor zehn Jahren veröffentlicht wurde, hat Florian Spickenreither für Gamezone getestet.

Patrizier 4 Patrizier 4 Der ein oder andere Spieler, der die beiden Vorgänger kennt, wird sich zunächst wundern. Warum Patrizier IV - wo bleibt denn Teil 3? Hintergrund dieser für den deutschen Sprachraum zunächst verwunderlichen Namensgebung ist, dass die Erweiterung zu Patrizier 2 (Patrizier II - Aufschwung der Hanse, herausgegeben 2001) im englischen Sprachraum unter dem Titel Patrician III im September 2003 veröffentlicht wurde. Da die Neuauflage von Patrizier zeitgleich in Deutsch und Englisch in den Verkauf gelangte, musste der Titel vereinheitlicht werden. Wie schon erwähnt, ist der letzte Teil der Serie zehn Jahre alt und daher erscheint es logisch, dass nicht jeder Leser diese Spielereihe kennt. Aus diesem Grund sei es mir erlaubt, das Spielprinzip von Patrizier zu beschreiben:

Patrizier 4 Patrizier 4 Wir sind Max Strohmberg - ein noch kleiner und unbedeutender Händler und zurzeit in Lübeck wohnhaft. Wir starten im Jahr 1370 und verfügen nur über ein kleines Schiff - eine Schnigge - die uns mit ihrer Ladekapazität von 200 Einheiten für den Anfang erst einmal reichen muss. Auf einer Karte können wir den Nord- und Ostseeraum überblicken. Dieser erstreckt sich von London und Edinburgh im Westen bis Reval, Helsinki und Novgorod im Osten. Über Flüsse sind die Städte Thorn, Hamburg, Bremen, Köln und das schon erwähnte Novgorod erreichbar. Das ist deshalb relevant, weil man Flüsse nur mit kleineren Schiffen befahren kann.

Patrizier 4 Patrizier 4 In jeder Stadt findet sich natürlich ein Hafen mit Ladekränen. Diese erlauben es, das eigene Schiff zu be- und entladen. In der Startstadt haben wir ein eigenes Kontor. Es dient der Abwicklung unserer Geschäfte und versorgt uns mit Informationen zu Warenbestand, Produktion und Verbrauch der eigenen Betriebe (von denen man zu Beginn natürlich keine hat). Weiterhin erfährt man hier Infos zur eigenen Person wie z.B. Titel, Infos zu Ehefrau und Kindern (sobald man verheiratet ist) und wenn es einem in Lübeck nicht mehr gefällt, kann man natürlich auch umziehen. In jedem Kontor kann man auch einen Verwalter einstellen, der einem brav automatisch Waren zu bestimmten Preisen ein- und verkauft. Dies ist später, wenn man mehrere Schiffe hat und viel Handel betreibt, ein sehr nützliches Element, damit das permanente Kaufen und Verkaufen von Waren keinen Frust aufkommen lässt.

Patrizier 4 Patrizier 4 Jede Hafenstadt verfügt über eine Werft, in der neue Schiffe in Auftrag gegeben werden können. Dort können aber auch Gebrauchtschiffe gekauft und verkauft werden, sowie eigene Schiffe mit Kanonen ausgestattet werden. Zu Beginn des Spiels sind nicht alle Schiffstypen verfügbar, da neuere Modelle erst erforscht werden müssen. Natürlich findet sich auch ein Rathaus, in dem man den aktuellen Bürgermeister, eine Liste der beliebtesten Bürger, den Ratskeller, das Amt und Auftragslisten findet. Diese Aufträge drehen sich z.B. um die Besorgung von bestimmten Waren für die Stadt. Im Ratskeller findet man als Gag das tagesaktuelle Essen in altem Deutsch niedergeschrieben. Obwohl eigentlich nur eher zum Schmunzeln spiegelt das Tagesmenü doch auch den Wohlstand in der Stadt wider. Im Amt kann man ab einem bestimmten Rang und mit dem notwendigen Kleingeld Vorschläge machen, welche Gebäude von der Stadt als nächstes gebaut werden sollen. Als braver besorgter Mitbürger kann man aber auch Ausleger-Konvois zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um eigene mit Kanonen bestückte Schiffe, die am Hafeneingang positioniert alles angreifen was nur nach Piraten riecht und unserer Stadt schaden könnte. Für einen solchen kostspieligen Dienst bekommen wir natürlich eine erhebliche Portion Ansehen von den Mitbürgern unserer Stadt zuerkannt. Ausreichend Ansehen vorausgesetzt kann man auch selbst als Bürgermeister kandidieren, was den Vorteil hat, einen direkten Einfluss über die Bautätigkeiten der Stadt ausüben zu können. Das ist Gold wert, denn dann müssen wir z.B. für unsere Handelstätigkeiten gerade benötigte Gebäude wie Produktionsstätten nicht selbst bauen und bezahlen.

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