Playerunknown's Battlegrounds: Warum sind Battle-Royale-Spiele aktuell so beliebt? Special: Faszination Battle Royale
Special
Was macht den Reiz der Überlebenskämpfe von Spielen wie Playerunknown's Battlegrounds aus? In unserem ausführlichen Special gehen wir der Faszination jener Spiele nach und stellen euch viele andere Battle-Royale-Titel vor.
Um die Faszination Battle Royale besser verstehen zu können, sollte man zunächst einen Blick auf die Ursprünge dieses Online-Shooter-Subgenres werfen. Oder besser gesagt auf den gleichnamigen Film vom japanischen Regisseur Kinji Fukasaku, der zu seinem Erscheinen am 16. Dezember 2000 in Japan für ziemlichen Medienrummel sorgt. Kein Wunder, denn die zugrundeliegende Handlung hat es in sich. Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse ist Japan nach einer dramatischen Wirtschaftskrise, in deren Folge die Jugendkriminalität massiv ansteigt. Die Regierung kontert, indem sie das sogenannte "BR-Gesetz" verabschiedet. Dieses sieht vor, dass jedes Jahr verschiedene Mittelschülerklassen selektiert werden, um an einem perfiden Todesspiel teilzunehmen.
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Das staatlich organisierte Gemetzel nimmt seinen Lauf, als Protagonist Shuya Nanahara und seine Mitschüler an einem vermeintlichen Klassenausflug teilnehmen, dann jedoch betäubt und auf eine entlegene Insel verschleppt werden. Dort erhalten sie von ihrem Klassenlehrer Kitano die "Aufgabe", sich gegenseitig auszulöschen. Frei nach dem Motto: Wer am Ende übrig bleibt, gewinnt. Weigert sich jemand, mitzumachen, droht der Tod durch ein fernzündbares Tracking-Halsband, welches jedem Schüler vorher angelegt wurde. Weiteres Problem für die Todeskandidaten sind sogenannte Gefahrenzonen. Halten sich die Schüler hier auf, ist ihr Ableben mittels Halsband-Explosion ebenfalls so gut wie sicher. Schlimmer noch: Steht nach drei Tagen kein Sieger fest, zündet die Zentrale alle verbleibenden Sprengkapseln.
Quelle: Epic Games
Playerunknown’s Battlegrounds ist beileibe nicht der erste Battle-Royale-Shooter – aber auch ganz sicher nicht der Letzte. Der Erfolg von PUBG hat viele Konkurrenten auf den Plan gerufen, wie etwa die Jungs und Mädels von Epic Games. Die Amerikaner haben ihrem F2P-Shooter Fortnite einen speziellen Battle-Royale-Modus spendiert.
Klingt ziemlich makaber? Wohl wahr. Dem Erfolg in Japan tut dies allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit seiner kontroversen Mischung aus blutigem Horror und schwarzem Humor sowie der schon im alten Rom bewährten "Brot und Spiele"-Attitüde übertrifft Battle Royale alle Erwartungen und mausert sich im Kinojahr 2001 mit einem Umsatz von 3,11 Milliarden Yen (heute ca. 24,4 Mio. Euro) zum dritterfolgreichsten Film im Land der aufgehenden Sonne - gleich hinter den Anime-Kassenschlagern Chihiros Reise ins Zauberland und Pokémon 3: Im Bann des Unbekannten.
Was viele nicht wissen: Streng genommen ist Battle Royale letztendlich auch Quell der Inspiration für Suzanne Collins' berühmte Romantrilogie The Hunger Games, hierzulande besser bekannt als Die Tribute von Panem. Die Bücher beackern eine ganz ähnliche Grundthematik wie der Fukasaku-Film (Jugendliche müssen in einer Arena kämpfen, bis nur noch einer übrig ist), verpacken diese jedoch etwas anders und treffen damit letztlich auch den Nerv eines breiteren Publikums im Westen. Das gilt vor allem nach dem Kinostart von Die Tribute von Panem: The Hunger Games im Jahr 2012, der Verfilmung des ersten Romanbands durch Gary Ross.
Faszination Battle Royale: Kritische Masse erreicht
Etwa zeitgleich zum anhaltenden Hype von Die Tribute von Panem greift das Thema langsam, aber sicher auch auf die Spieleszene über. Anfangs insbesondere in Form der Minecraft-Mod Hunger Games, die schon bald die Aufmerksamkeit von angesehenen YouTubern auf sich zieht.
Womit wir wiederum beim irischen Modder Brendan Greene wären. Der nämlich integriert einen Battle-Royale-Spielmodus in die Arma 2-Mod DayZ und bindet ihn dann auch in Arma 3 ein - in beiden Fällen mit riesigem Erfolg. Ergebnis: Einige Zeit später erhält Greene einen Beraterposten beim Entwickler Daybreak Game Company, um das Studio bei der Entwicklung von King of the Kill zu unterstützen, einer Battle-Royale-inspirierten Spielvariante für deren Survival-Titel H1Z1.
Quelle: Daybreak Game Company
Bei H1Z1: King of the Kill ist der Name Programm. Im Unterschied zu PUBG kämpfen hier bis zu 170 Spieler ums Überleben.
Doch bei dieser Tätigkeit soll es nicht lange bleiben, denn schon bald unterbreitet der südkoreanische MMO-Spezialist Bluehole, Inc. dem kreativen Modder ein noch besseres Angebot. Greene - Internet-Pseudonym "PlayerUnknown" - wird zum Creative Director ernannt und darf sein ganz eigenes Spiel auf den Weg bringen. Die Erfolgsgeschichte von Playerunknown's Battlegrounds (PUBG (jetzt kaufen )) nimmt ihren Lauf - und verhilft dem Subgenre "Battle Royale" endgültig zum Durchbruch. Eine Spielvariante, die heute vor allem deswegen so beliebt ist, weil sie all das vereint, was auch in den beiden Filmvorlagen für Hochspannung sorgt. Am Leben bleiben, den Widrigkeiten einer feindlichen Umgebung trotzen, Verfolger hinters Licht führen und dabei immer auf der Hut sein, dass andere Match-Teilnehmer einem nicht in den Rücken fallen - das sind die zentralen Motivationsfaktoren von PUBG und Co.
Faszination Battle Royale:Konkurrenz belebt das Geschäft
Keine Frage, im Battle-Royale-Genre kann Playerunknown's Battlegrounds derzeit mit Abstand die meisten Spieler vorweisen. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Bestes Beispiel hierfür ist der Comic-Shooter Fortnite: Battle Royale von Epic Games. Am 26. September 2017 als kostenloses Standalone-Produkt für PC, PS4, Xbox One und MacOS veröffentlicht, dreht sich auch hier alles um einen gnadenlosen Überlebenskampf für bis zu 100 Spieler, die gleich zu Matchbeginn mittels Fallschirm über einer weitläufigen Insel abspringen. Einmal festen Boden unter den Füßen, erinnert das Gameplay ebenfalls verblüffend an PUBG.
Bei genauerer Betrachtung fallen dennoch zahlreiche Unterschiede auf. Fahrzeuge zum Beispiel gibt es bei Fortnite: Battle Royale nicht. Das Bausystem des Fortnite-Hauptspiels ist dagegen weiterhin präsent. Genügend Ressourcen vorausgesetzt, dürft ihr also auch hier vorgegebene Versatzstücke in der Landschaft platzieren - etwa, um eine Treppe zu konstruieren, Gebäudeeingänge zu verbarrikadieren oder eine Sniper-Plattform aus dem Boden zu stampfen. Auch das Aufstellen von Fallen ist möglich und sorgt für weitere taktische Möglichkeiten. Nicht minder spannend: In Fortnite: Battle Royale kann man zu jeder Zeit Wände, Türen, Bäume und andere Levelobjekte durch simples Draufschlagen oder Durchschießen beseitigen. Verschanzen ist also nur bedingt möglich. Weitere Unterschiede betreffen den deutlich stärkeren Fokus auf skurrile Ideen. Fleißige Karten-Erkunder stoßen zum Beispiel auf eine Toilettenfabrik oder ein Labyrinth. Bedingt durch die kleinere Kartengröße sind die Matches hier außerdem in der Regel etwas kürzer als in PUBG.
Faszination Battle Royale: König der Killer
Ähnlich große Beliebtheit wie Fortnite: Battle Royale genießt das bereits kurz angerissene H1Z1: King of the Kill. Das Spielprinzip ist in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit PUBG, im Detail dann aber doch oft anders. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass sich hier in jeder Partie bis zu 170 Spieler an die Gurgel wollen und man nicht direkt bestimmen kann, wo auf der Karte die eigene Spielfigur mit dem Fallschirm landet. Die Folge: Bereits in den ersten Spielminuten kommt es nicht selten zu einem regelrechten Abschlachten. King of the Kill spielt sich darüber hinaus etwas schneller, unterstützt Fünferteams und bietet ein rudimentäres Crafting-System. Das Waffenarsenal fällt dagegen nicht ganz so üppig aus wie in PUBG.
