PS5 vs. Gaming-PC: Next-Gen-Konsolen und PCs im Technik-Vergleich

Special Antonio Funes
PS5 vs. Gaming-PC: Next-Gen-Konsolen und PCs im Technik-Vergleich
Quelle: Sony

PS5 vs. Gaming-PC: Wir wollen zwei PCs zusammenstellen, deren technische Daten den möglichen Daten der Playstation 5 ähneln. Hinzu kommen zwei Gaming-PCs für 500 Euro - so viel soll die PS5 nämlich kosten. Wir besprechen aber auch ausführlich, ob man die Technik von PCs und Konsolen überhaupt vergleichen kann und warum Konsolen günstiger als Gaming-PCs sind.

Die Playstation 5 von Sony wirft neben Microsofts Xbox Scarlett schon etwa ein Jahr vor dem erwarteten Release ihre Schatten voraus. Es gibt bereits gesicherte Informationen wie beispielweise die Nutzung eines SoC (System on a chip) mit AMDs Zen 2-Architektur in Verbindung mit Navi als GPU-Power, aber auch Gerüchte und Marketing-Versprechen. Doch was ist mit einem klassischen Gaming-PC als Alternative zu einer Next-Gen-Konsole?

Wir wollen in unserem Special klären, wie man sich eine Art Playstation 5-PC (jetzt kaufen ) selber zusammenstellen kann. Welche Bauteile braucht man, um die bisher bekannten oder vermuteten Spezifikationen der PS5 (Playstation 5) zu erreichen, und was kostet der Spaß aktuell? Und umgekehrt: Was bekommt man aktuell für 500 Euro geboten, wenn man sich von diesem Geld PC-Bauteile für einen Spiele-PC kauft?

Eine AMD RX 5700, hier das Modell Aorus von Gigabyte, hat 10 Prozent mehr Rechenleistung als eine Nvidia GeForce RTX 2060, ist aber in Games nicht schneller. Quelle: Gigabyte Eine AMD RX 5700, hier das Modell Aorus von Gigabyte, hat 10 Prozent mehr Rechenleistung als eine Nvidia GeForce RTX 2060, ist aber in Games nicht schneller. Wir werden zudem im Vorfeld ausführlich ganz andere Dinge rund um das Thema Konsole versus PC ansprechen - so kümmern wir uns zum einen um die Frage, wie es in Sachen Konsole und PCs bei den Preisen aussieht und warum Konsolen billiger als PCs sind, oder warum es zumindest so erscheint. Außerdem klären wir, warum es auf Basis der Hardware-Daten kaum möglich ist, Konsolen mit PCs zu vergleichen. Dieses Thema nehmen wir uns direkt zu Anfang vor.

Technische Daten und Leistung - ein Anhaltspunkt?

Bei Hardware ist es enorm schwer, auf Basis der technischen Daten auf die Leistung zu schließen. So kann man beispielsweise vom Takt einer CPU oder GPU nicht auf die Leistung sachließen.

Beispiel: Eine Nvidia GeForce GTX 1650 hat mit 1680 MHz (Megahertz) den gleichen Boosttakt wie eine Nvidia GeForce RTX 2060. Beide Grafikkarten sind in diesem Jahr auf dem Markt gekommen, aber letztere ist in Spielen etwa doppelt so schnell wie die Nvidia GeForce GTX 1650. Es gibt zwar Methoden, durch die man die potenzielle Leistung von Bauteilen explizit messen kann. Im Bereich von Grafikkarten wird dabei die Rechenleistung in GGLOPS (Giga-FLOPs) angegeben. Aber auch das ist nur eine vage Angabe: Eine Grafikkarte wie die AMD RX 5700 hat beispielweise eine Rechenleistung von 8064 Giga-FLOPS bei der für Spiele wichtigen Single-Leistung. Trotzdem ist die Nvidia GeForce RTX 2060 Super mit ihren nur 7311 GFLOPS beim Gaming nicht langsamer, sondern sogar ein kleines bisschen schneller als die AMD-Grafikkarte, die 10 Prozent mehr GFLOPS bietet.

Der SoC einer Xbox One S. Es handelt sich vereinfacht gesagt um eine Art Kombination aus Mini-Mainboard, CPU und Grafikchip. Quelle: Digital Foundry Der SoC einer Xbox One S. Es handelt sich vereinfacht gesagt um eine Art Kombination aus Mini-Mainboard, CPU und Grafikchip. Noch schwieriger wird es mit einem Blick auf Spielekonsolen, da deren Rechenpower durch die SoC-Bauweise (System on a chip - CPU und Grafikchip bilden eine gemeinsame Einheit) einen Gesamtwert bei der Rechenleistung aufweist und man nicht die reine Grafikchip-Leistung ablesen kann. Hinzu kommt die Software: Bei den Spielekonsolen sind die Betriebssysteme enorm auf die wenigen unterschiedlichen Hardwarekomponenten von Konsolen und dabei zudem auch noch extrem auf Gaming spezialisiert und optimiert. Spieleentwickler müssen ihre aktuellen Games pro Konsolenplattform im Endeffekt nur auf eine Handvoll stets identische Hardwarekonfigurationen hin optimieren und finden dabei anhand der Konsolen bereits ein optimiertes Basis-System vor. Bei PCs hingegen ist Windows klassischerweise für einen Arbeits-PC und nicht für Gaming optimiert. Hinzu kommt, dass sich Software- und Hardware-Entwickler mit mehreren Millionen völlig unterschiedlichen möglichen Kombinationen aus CPU, Grafikkarte, Mainboard, deren Treibern, dem Zustand, den der Nutzer durch Installationen und Updates hinterlässt, herumschlagen müssen. Trotzdem sollen die Spiele fehlerfrei laufen, wofür am Ende Kompromisse eingegangen werden müssen. Ein Kniff für einen Grafikeffekt, der auf einer PS4 mit ihrer AMD-GPU funktioniert, klappt vielleicht bei einer Nvidia-Grafikkarte für einen PC nicht und muss komplett aus dem Spiel weggelassen werden - und zwar auch für AMD-Grafikkarten, da man nicht zwei Versionen des Games bearbeiten will. Kurz gesagt: Aus einer Spielekonsole kann man mehr Spieleleistung herausholen als wenn man einen rein von der Rechenleistung her gesehen identischen PC hätte. Aus all den zuvor genannten Gründen sind die technischen Daten eine sehr schwammige Möglichkeit, die Leistung von Konsolen mit einem PC zu vergleichen.

  1. Seite 1 PS5-Gaming-PC: Einleitung, Anhaltspunkt technische Daten
  2. Seite 2 PS5-Gaming-PC: Preise Konsole vs. PC
  3. Seite 3 PS5-Gaming-PC: Darum sind Konsolen günstig
  4. Seite 4 PS5-Gaming-PC: Laufende Kosten und zwei 500-Euro-PCs
  5. Seite 5 PS5-Gaming-PC: Unsere PS5-Klone und Fazit
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