Predator: Hunting Grounds - Die fünf größten Probleme des Multiplayer-Spektakels

Special David Benke
Predator: Hunting Grounds - Die fünf größten Probleme des Multiplayer-Spektakels
Quelle: Illfonic / Sony Interactive Entertainment

Seit zwei Wochen ist Predator: Hunting Grounds in seiner finalen Version spielbar. Richtig glücklich sind wir mit dem asymmetrischen Multiplayer-Titel bisher aber noch nicht geworden. In diesem Special erklären wir euch die fünf größten Probleme, die unserem Spielspaß im Wege stehen.

Mit Predator Hunting Grounds veröffentlichten die Entwickler von Illfonic kürzlich ihr neuestes Spiel für PC und PS4. Das vermischt die asymmetrische Multiplayer-Formel von Evolve, Dead by Daylight und Co. mit der Lizenz des ikonischen 80er-Jahre-Actionfilms. Das liest sich auf dem Papier zunächst wie ein totsicheres Ding, entpuppte sich zum Release am 24. April allerdings als eine mäßig unterhaltsame Online-Schießbude. Aber warum? Wir haben in diesem Special mal die fünf größten Probleme aufgelistet, die Hunting Grounds momentan noch zurückhalten.

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Matchmaking

Wer online mit anderen Leuten spielen möchte, der muss sich auf Wartezeiten gefasst machen. Das haben uns Multiplayer-Titel wie Counter Strike oder World of Warcraft in den letzten Jahrzehnten zur Genüge beigebracht. In Predator: Hunting Grounds (jetzt kaufen 37,95 € ) wird eure Geduld aber wirklich hart auf die Probe gestellt. Lasst euch von den netten Zeitangaben im Menü nicht täuschen. Auch wenn ihr angeblich in 40 oder weniger Sekunden problemlos ein schnelles Spiel finden sollt, manchmal kann der Verbindungsprozess auch gerne fünf, wenn nicht gar zehn Mal so lange dauern. Uns ist es währender unserer Testphase auch schon mal passiert, dass wir über zehn Minuten in der Warteschleife saßen, bis wir völlig frustriert selbst die Reißleine gezogen haben.
Zehn Minuten Wartezeit für eine Partie? Beim Matchmaking in Predator: Hunting Grounds blieb uns öfters mal die Luft weg. Quelle: PC Games Wer Predator: Hunting Grounds spielen will, der muss Geduld mitbringen. Auch wenn sich die Wartezeiten mittlerweile gebessert haben. Gut, das mag ein Einzelfall gewesen sein. Wer unbedingt mal den Predator ausprobieren möchte, muss aber immer besonders viel Leidensfähigkeit mitbringen. Hier beträgt die Wartezeit nämlich schon standardmäßig über fünf Minuten. Natürlich könnt ihr auch euer Glück versuchen, und einem Spiel ohne Präferenz beitreten. Hier werdet ihr aber zu 99 Prozent einfach dem menschlichen Feuerteam zugeteilt. Da müssen die Entwickler wirklich nochmal dran drehen.

Grafik

Die verschiedenen Schießprügel in Predator: Hunting Grounds unterscheiden sich eigentlich nur in ihren Schadenswerten. Aufgrund der fehlenden Ballistik steuern sie sich alle recht gleich.  Quelle: PC Games Predator: Hunting Grounds zeigt sich zwar schön blutig, eine Augenweide ist das Spiel allerdings nicht. Sagen wir es einfach direkt frei heraus: Predator: Hunting Grounds ist jetzt nicht unbedingt schön anzuschauen - weder auf dem PC noch auf der Playstation 4. Die Grafik wirkt oftmals matschig unscharf. Auf die Distanz lassen sich im grün-braunen Einheitsbrei des südamerikanischen Dschungels kaum mehr Details oder Gegner ausmachen. Besonders die Konsolen-Fassung leidet zudem unter niedrig aufgelösten oder spät nachladenden Texturen, Kantenflimmern sowie Framerate-Einbrüchen. Das alles wäre ja noch zu verkraften, würden einen die Entwickler wenigstens ordentlich an den Anzeige-Einstellungen herumschrauben lassen. Das aufdringliche User Interface ist beispielsweise nicht abschaltbar, sodass euch als Predator jeder erklimmbare Baum rot hervorgehoben wird. Das hätte man auch irgendwie subtiler lösen können.

Technik

Bugs und Glitches gehören in Predator: Hunting Grounds leider noch immer zur Tagesordnung. Immerhin sehen einige davon wenigstens lustig aus. Quelle: PC Games Auch zwei Wochen nach Release leidet der Multiplayer-Titel immer noch unter Technik-Schluckauf. Als wären die optischen Defizite noch nicht genug, gibt es in Predator: Hunting Grounds auch noch ein paar technische Baustellen: Am häufigsten treten Grafik-Bugs auf, durch die beispielsweise eure Haare durch eure Mütze glitchen oder die Figurenmodelle eurer Charaktere einfach mal gar nicht geladen werden. Viel ärgerlicher als diese kleinen Anzeige-Fehler sind allerdings die Schnitzer in Sachen Gameplay. Zeitweise ließ sich der Predator etwa durch Nahkampfangriffe stunnen und dann zu Tode zu messern. Aufgrund kaputter Kollisionsabfrage kam es auch mal vor, dass Blätter Schüsse aus dem Plasmawerfer blockten. Das darf in einem fertigen Spiel für fast 40 Euro so eigentlich nicht passieren. Auch die unpräzise, teils nicht individuell anpassbare Steuerung sowie die echt dumme Gegner-KI waren uns immer wieder ein Dorn im Auge.

Umfang

Die Gegenstände, die ihr in Waffenkoffern bekommt, sind unterschiedlich selten. Wer einen exotischen roten Drop bekommt, darf sich besonders freuen. Quelle: PC Games Die größte Ingame-Motivation ist aktuell das Leveln eures Charakters und Freischalten neuer Gegenstände. Ein wirkliches Ziel gibt es in Hunting Grounds nicht. Auf dem Papier bietet Predator: Hunting Grounds eigentlich genug Inhalt: Besonders das Levelsystem für Charakter und Waffen, mit dem ihr stetig neue Gegenstände freischaltet, sollte einen recht lange bei der Stange halten. In der Praxis lässt sich die Maximalstufe 100 allerdings innerhalb maximal einer Woche erreichen. Und dann hat man quasi auch schon alles aus dem Spiel herausgeholt. Natürlich könnt ihr weiterhin auf die Jagd nach OWLF-Forschungsdaten gehen, die Platintrophäe auf der PS4 erspielen oder versuchen, eines der exotischen roten Items zu ergattern. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr diese aus einer der Waffenboxen zieht, geht jedoch gen Null.

Was Predator: Hunting Grounds braucht, ist mehr Umfang. Eine Langzeitmotivation. Einen Anreiz auch nach Erreichen des Level-Caps noch weiterzuspielen. Wie wäre es mit einem Ranked-Modus und Leaderboards wie in Dead by Daylight? Wie wäres es mit Offline-Modi mit Bots oder Singleplayer Challenges wie in Freitag der 13.? Wie wäre es mit neuen Karten oder Nacht-Versionen der bereits verfügbaren Maps Kaff, Entgleist und Dickicht? Möglichkeiten gäbe es im Grunde genug, die Entwickler müssten sie nur umsetzen.

Balancing

Das Problem des Predators: Auch mit aktivierter Tarnfunktion ist der Yautja-Jäger immer noch gut erkennbar. Quelle: PC Games Der Predator ist trotz Tarnfunktion gut sichtbar. Das macht heimliche Angriffe auf das Feuerteam ziemlich kompliziert. Das größte Problem von Predator: Hunting Grounds ist und bleibt aber das Balancing. Vor allem als Predator wird euch das Leben echt schwergemacht. Der ist nämlich nicht der lautlose Jäger, den man aus den Filmen kennt, sondern pflügt nur wenig subtil durchs Unterholz. Der Yautja schnauft wie eine Dampflock und ist trotz Tarnmodus gut sichtbar, wenn ihr nicht gerade still auf der Stelle stehen bleibt. So hat das Feuerteam natürlich keine Probleme, sich auf mögliche Angriffe vorbereiten. Zumal die Marines im Gefecht ohnehin meist die Oberhand behalten, da sie sich für die diversen Missionen nie aufteilen müssen und daher stets zu viert unterwegs sind.

Gipfel der Ungerechtigkeit ist das Verstärkungs-Feature. Schafft es das Feuerteam einen entsprechenden Funkspruch abzusetzen und knapp 60 Sekunden zu überleben, werden alle gefallenen Kameraden wiederbelebt - mit voller Munition und vollen Gesundheitspunkten. Fair ist anders. Natürlich haben die Entwickler mittlerweile mit einigen Patches nachgeholfen, die unter anderem den Schaden einiger Waffen generft haben. Trotzdem hat Illfonic noch einiges an Arbeit vor sich, bis Predator: Hunting Grounds sein volles Potenzial erreichen könnte.

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