Prince of Persia: Die vergessene Zeit im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Die im wahrsten Sinne des Wortes neuen Elemente befördern den Prinz mit Nachdruck in die Neuzeit.

Die drei Worte des Arbeitstitels "Prince of Persia", welche 1989 zum ersten Mal das Licht der medialen Welt erblickten, strotzen mindestens genauso vor zu erzählender Geschichte wie der verkörperte Prinz selbst. Bis heute erfand sich die Marke diverse Male selbst aufs Neue und erlitt dabei zweifelsohne eine regelrechte Achterbahnfahrt auf der Erfolgskurve. Mit "Prince of Persia: The forgotten Sands" beziehungsweise in der deutschen Fassung "Prince of Persia: Die vergessene Zeit" lehnt man sich nicht nur namentlich an den vielgepriesenen Xbox-Paten "Prince of Persia: Sands of Time" an. Der neueste Serienableger trägt von Anfang bis Ende die Handschrift eben dieser Entwickler von vor 7 Jahren. Ob dieser Hintergrund nun für das Spiel belastend oder beflügelnd zum Tragen kommt, haben wir für euch im Schweiße unseres Angesichts in Erfahrung gebracht!

Ich war grad' in der Gegend...

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Wer kennt das nicht? Irgendwann im Jahr stehen die lästigen Besuche bei der buckligen Verwandtschaft an, bei dem einem die Anreise allein vorkommt wie eine Woche in der Wüste. Die gleiche Zeit dürfte unser Prinz wohl auch gebraucht haben, bis er seinen Bruder Malik in dessen Königreich erreicht hat. Malik bekam dieses schöne Stück vom Kuchen der Herrschaft von seinem alten Herren überreicht und soll dort nun uns auf eine ähnlich erfolgreiche Herrschaft vorbereiten. Dumm nur, dass dieses Königreich ganz am Rande des familiären Herrschaftsgebietes liegt und zudem auch noch heiß umkämpft ist. So kommt es auch nicht überraschend, dass gerade mal wieder der Punk im Sand abgeht als wir das Schloss unseres Bruders erreichen. Wie das in einer guten Familie nun einmal Gang und Gäbe ist, helfen wir eifrig bei der Vereitelung des Angriffs. Allerdings nicht ohne eine neue Bedrohung auf den Plan zu rufen. Als wir die Truppen schon fast nicht mehr besiegen können, zieht Malik sein letztes Ass aus dem Ärmel und beschwört Salomons Armee der untoten Sandkrieger. Als diese die Feinde allesamt zu Sand verarbeitet haben, schrecken sie auch nicht mehr davor zurück unsere Truppen anzugreifen und werden somit zur unmittelbaren Bedrohung für die beiden Prinzen. Durch einen unglücklichen Zufall werden die beiden Brüder getrennt und müssen nun wieder zusammengeführt werden, damit sich die zwei Amulett-Hälften im Besitz der beiden zu einem Gefängnis für die Sandskelette werden. Leider erfahrt ihr in der Rolle des persischen Prinzen dieses Detail erst als ihr schon von eurem Bruder abgekapselt seid. Die Quelle dieser Information und sporadischer Ratgeber ist Königin Razia, die Regentin des Dschinn-Stammes. Sie war Zeuge als die Armee das letzte Mal eingesperrt wurde und kann euch somit einiges zur Lage erzählen. Durch sie erfahrt ihr ebenfalls, dass Ratash, seines Zeichens Obermotz der Skelettarmee und ehemaliger Diener der Ifrit, auch noch im Königreich sein Unwesen treibt. Das Königreich ist in größter Gefahr und ihr spielt den Heiland!

Der Prinz in seinem Element

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Ihr hattet eure Finger schon einmal an einem der älteren Ausgaben des persischen Prinzen, oder habt den Assassinen bereits über die Schulter geschaut? Gut, denn dann werdet ihr euch auch im neuen Ableger des Sand-Gehopse zurecht finden. Jegliche Klettereinlagen können mit maximal drei Knöpfen zeitgleich gemeistert werden. Die Aktionen gehen schon mit wenig Übung leicht von der Hand und sorgen bereits schnell für Erfolgserlebnisse. Hinzu kommt, dass sich das Spiel in jeder Situation mit den bekannten "Ich zeig dir den Weg den du nehmen sollst im Kameraschwenk"-Cutscenes beinahe selbst erklärt und keine Fragen bezüglich des nächsten Zielorts offen lässt. Das Repertoire an Bewegungen um ans nächstgelegene Ziel zu kommen erinnert sehr an den Vorgänger im Geiste und seine zwei Nachfolger. Wandläufe, zerschnittene Wandteppiche, Sprünge zwischen zwei Mauern, Hangelmanöver an Stangen und Säulen werden zum Spielkern bildenden Entertainment. Damit ist das Gesamtpacket aber noch bei weitem nicht abgerundet. Natürlich hat auch dieses Mal die Macht der Zeit eine überlebenswichtige Funktion für unseren Klettermax. Habt ihr euch einmal zu viel Sprungkraft zugetraut dreht ihr einfach an der Uhr und schon lasst ihr den Phoenix aus der Asche blass und fahl wie selbige aussehen. Dort hören die Gadgets aber noch nicht auf. Zum ersten Mal seid ihr der Herr über das kühle Nass und könnt es per Knopfruck zu Säulen oder Stangen erstarren lassen. So ergeben sich völlig neue Denk- und vor allem Herangehensweisen um vom einen in den anderen Raum zu kommen. Wasser ist im Bezug auf Elemente nicht nur ein gutes, sondern auch ein neues Stichwort. Im neuen Talentbaum des Prinzen könnt ihr seine Fähigkeiten bezüglich Länge des Zeitspiels, Lebensenergie oder Energiepunkte mit Hilfe von gesammelten Erfahrungspunkten aufwerten. Besonders die Energiepunkte helfen euch, wenn ihr eine weitere Neuigkeit im Spielverlauf häufiger zum Einsatz bringen wollt. Der Prinz ist nicht nur Herr der Zeit, sondern auch der vier Naturelemente.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Diese lassen sich ähnlich einem Zauberspruch per Digikreuz aktivieren - einen gefüllten Energieslot vorausgesetzt - und verstärken mit sofortiger Wirkung jeglichen Schwertschwung. Und dessen werdet ihr des Häufigeren Gebrauch machen. Denn auf eurem Weg trefft ihr auf so einige Soldaten, die es mit euch aufnehmen wollen. Besiegt ihr sie, erhaltet ihr die oben genannten Erfahrungspunkte und damit auch den Schlüssel zur Charakterentwicklung. Selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist die Anzahl der Gegner äußerst beachtlich, was euch jedoch aber im Hinblick auf neue Fähigkeiten nicht weiter stören dürfte. In den herumliegenden Vasen und sonstigen Behältnissen sammelt ihr zusätzliche Punkte für Leben, Erfahrung und Zeit. In versteckten Sarkophagen wartet meist eine äußerst fette Belohnung euer Punktekonto. Neben dem Strang der Hauptgeschichte wartet mit der "Challenge" nach dem Durchspielen ein weiterer Spielmodus auf euch, in welchem ihr eine Breitseite nach der anderen seitens der Gegner abwehren müsst. Mehr als eine nette Abwechslung wird diese Facette des Spiels aufgrund der, mittlerweile ausgelutschten, Idee der immer wiederkehrenden Gegner-Wellen nicht. Wollen wir die Time-Trial-Variante der Challange müssen wir sie mit unseren im Spiel erarbeiteten "Uplay-Punkten", also Ubisofts Pendant zu den Achievements/Trophies erkaufen. Ob man Ubisofts Strategie, den Kunden immer mehr an Spiel und Firma zu binden, für gut befindet muss der Zocker am Schluss mit sich selber ausmachen. Wir finden nur, dass es auch gereicht hätte einen Spielinternen Shop einzurichten um Dort die Challenges, welche ja mit ganzen zwei Varianten auch sehr dürftig ausfallen, einzukaufen.

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