Nach wie vor ist es das einzigartige Spielgefühl welches Pro Evolution Soccer auszeichnet und von der Konkurrenz abhebt.
Konamische Sparlizenz
Pro Evolution Soccer 2008
Über eins sollte sich wohl keiner mehr wirklich wundern: die schwache Lizenz von "Pro Evolution Soccer 2008". Keine Bundesliga, geschweige denn einzelne Bundesligavereine, außer den sich selbst vermarkteten FC Bayern München. Eine Pseudo-Premier-League mit zwar Original besetzten Mannschaften, die aber teilweise unter falschem Namen und Wappen auflaufen. Letzteres ist besonders schade, da Logos nicht mehr direkt, sondern nur über das neue, etwas umständliche Cam-Feature - dazu aber später mehr - bearbeitet werden können. Einzig die Fans der italienischen, spanischen, französischen und holländischen Ligen können sich freuen, denn hier konnte sich Konami das ganze Paket sichern, was nichts anderes heißt, als dass hier alles Original ist und man nicht wirklich zum Editor greifen muss. Doch nicht nur reale und halbfiktive Vereinsmannschaften sind in den Titel integriert worden, sondern auch eine durchaus großzügige Anzahl an Nationalteams. Leider zeichnet sich auch hier das selbe Dilemma ab. Mal gibt es alles korrekt, mal sind weder Trikots noch Spielernamen der Realität entnommen - typisch Konami halt.
Die nackten Zahlen lesen sich dann aber interessanterweise doch nicht so schlecht. Laut Publisher sind in "Pro Evolution Soccer 2008" knapp 250 Mannschaften und über 3000 Spieler enthalten. Trotzdem braucht man kein Mathe-Genie zu sein, um deutlich zu sehen, dass hier die "FIFA"-Reihe mal wieder die Nase vorn hat.
Das bin ich, das ist mein Spiel
Pro Evolution Soccer 2008
Wenn man sich den Umfang, vor allem der Next-Gen-Version, etwas genauer betrachtet, dann wird man feststellen, dass sich hier etwas ganz entscheidendes zum Vorjahr geändert hat. War man letztes Jahr durch den praktisch nicht zu gebrauchenden Editor noch stark beeinträchtigt, so hat sich dies 2007 komplett geändert. Selbsterstellen, Verändern und Anpassen ist jetzt auch auf der Xbox360 im gesamten Umfang möglich. Im gesamten Umfang? Nicht ganz, denn Logos bzw. Wappen lassen sich interessanterweise nicht bearbeiten - warum auch immer. Praktisch als Ersatz hierfür, hat sich Konami ein für "PES"-Verhältnisse neues Feature einfallen lassen. Heuer ist es über eine USB-Kamera möglich Gesichter oder ganze Trikots - eben samt Logo und Sponsoren - ins Spiel selbst zu importieren, dort dann noch leicht anzupassen und schlussendlich auf einen virtuellen Körper zu mergen. Was "Tiger Woods PGA Tour 08" also vorgemacht hat, macht "PES 2008" nach - und zwar deutlich erfolgreicher. Zwar ist es schon recht aufwendig und mit viel Zeit verbunden, bis man endlich das Reale ins Virtuelle gebracht hat, dafür kann sich das Ergebnis meist aber wirklich sehen lassen. Konamis Motto "Das bin ich, das ist mein Spiel" in diesem Zusammenhang hört sich zwar etwas hochtrabend an, trotzdem muss man den Entwicklern zugestehen, dass wenn man sich selbst so über den Platz rennen, Pässe spielen und Schüsse abgeben sieht, irgendwie dieses "In the game"-Gefühl - eigentlich der Werbespruch der Konkurrenz - sehr gut erzeugen lässt.
Schwaches Next-Gen-Training, kopierte Meisterliga und auch sonst kaum Neues
Pro Evolution Soccer 2008
Wirklich mager, wie schon letztes Jahr, ist der Trainingsmodus innerhalb der Next-Gen-Version ausgefallen. Gerade in einem Spiel, wie "Pro Evolution Soccer", wo es wichtiger denn je ist, dass die Steuerung einem ins Fleisch und Blut übergeht, wäre es schön - nein, eigentlich sogar Pflicht - gewesen, dass der bereits seit Jahren aus der PS2-Umsetzung bekannte Übungsumfang auch den Weg in die Xbox360-Variante gefunden hätte. Doch statt der diversen Herausforderungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wird euch hier nur die dürftige Möglichkeit gegeben, entweder eine der Standardsituationen zu perfektionieren oder einfach nur ein freies Training durchzuführen. Next-Gen sieht dann doch etwas anders aus.
Pro Evolution Soccer 2008
Ebenfalls nicht groß geändert und schon gar nicht neu ist die Meisterliga, der Hauptmodus innerhalb von "PES". Selbiger ist praktisch ein Abklatsch des letzten Jahres. Immer noch könnt ihr wählen, ob ihr mit einem bekannten Verein, einem "No-Name-Team" oder einer selbst erstellten Mannschaft eine "unendliche" Karriere beginnen wollt. Siege und Unentschieden bringen hierbei Punkte, welche wiederum in die Verbesserung des Kaders durch den Kauf oder das Leihen neuer Spieler investiert werden können. Gleichzeitig muss aber auch immer sichergestellt sein, dass ihr das Gehalt der Fußballer zahlen könnt, ist das nämlich nicht mehr der Fall, dann heißt es: Game over. Ziel ist und bleibt wieder möglichst schnell von einer fiktiven zweiten in die ebenfalls keinem realen Vorbild entliehene erste Liga aufzusteigen und ganz nebenbei einen der diversen Pokalwettbewerbe zu gewinnen. Kurz: wer das ganze Prozedere aus den letzten Versionen kennt, weiß was ihn in "PES 2008" erwartet. Trotzdem etwas Neues gibt es dann doch, weniger in der Ausführung durch einen selbst, als mehr in der Präsentation innerhalb der Meisterliga. Durch diverse neue Zwischensequenzen, die vor allem Aktionen außerhalb des Platzes zeigen sollen, wie etwa Pressekonferenzen, Autogrammstunden oder Public-Viewing, wird versucht etwas mehr Dynamik und Pep ins sonstige Geschehen zu bringen. Über weite Strecken ist dies Konami dann sogar gelungen.
Und sonst? Ein immer noch sehr anfälliger Online-Modus - bei unserer Testsession gab es kaum eine Möglichkeit zum Server eine Verbindung aufzubauen -, die obligatorischen Liga- und Pokalmodi, sowie das schnelle Freundschaftsspiel für zwischendurch werden viele User zwar eine zeitlang beschäftigen können, das Nonplusultra stellt es sicher aber nicht dar.
