Nach wie vor ist es das einzigartige Spielgefühl welches Pro Evolution Soccer auszeichnet und von der Konkurrenz abhebt.
PC goes Next-Gen - Next-Gen ohne Fortschritte
Pro Evolution Soccer 2008
Nach dem äußerst schwachen Auftritt der PC-Version von "FIFA 08" und der damit gestiegenen User-Meinung, dass die PC-Hardware stiefmütterlich behandelt würde, wird es nun viele überraschen, dass "Pro Evolution Soccer 2008" einen ganz anderen Weg geht. Ja, für die Entwickler von Konami hieß es heuer: PC goes Next-Gen. D. h. die Grafik-Engine basiert auf die der Xbox360- bzw. PS3-Umsetzung und praktisch bekommt man nun die selbe Optik geboten, wie auf den Konsolen - wenn man den entsprechenden PC sein Eigen nennt, dass dürfte klar sein. Ebenfalls klar müsst sein, dass die PC-Version dadurch den größten grafischen Fortschritt aufzuweisen hat. Alles wirkt plastischer, vielleicht auch realistischer. Viel entscheidender aber ist, dass "PES" für den PC optisch heuer die Soccer-Referenz darstellt und sämtliche Konkurrenten meilenweit hinter sich lässt. Bis dato ein absolutes Novum.
Quelle: Konami
Pro Evolution Soccer 2008
Weniger eine Referenz dürfte allerdings die Umsetzung für die Xbox360 sein. Nicht nur, dass man eigentlich kaum sieht, dass bzw. was sich zum Vorgänger geändert haben soll, nein ganz nebenbei gibt es sogar Bereich, die schlechter als in "PES 6" implementiert sind. Nicht schlechter, sondern einfach genau so schlecht sind 2007 wieder die Rasendarstellung, sowie die hässlichen Hintergrund- bzw. Fantexturen integriert. Letzteres kann wenigstens damit punkten, dass sich auf den Tribünen was regt bzw. bewegt. Während hier "FIFA 08" kaum was bietet, sieht man hier durchgängig Fahnen, Transparente oder bengalische Feuer - bringt auf jeden Fall was für die Stimmung.
Weniger Stimmungsfördernd dürften allerdings die technischen Mängel von "PES 2008" sein. Eigentlich zu keinem Zeitpunkt läuft die Next-Gen-Variante wirklich flüssig - die Framerate bleibt aber zumindest innerhalb der Matches selbst auf einen durchaus spielbaren Niveau. In den Replays allerdings geht die CPU dann so mächtig in die Knie, dass es richtig nervt - da bekommt Zeitlupe eine ganz neue Bedeutung. Als ob das aber noch nicht genug wäre, bekommt man hierbei dann auch noch ständig Clipping-Fehler vorgesetzt. Nein, hier hätte Konami schon mehr bringen können - EA hat es schließlich vorgemacht.
Animationen vom Feinsten - Optik im Mittelmaß
Pro Evolution Soccer 2008
Insgesamt bleibt es dabei: Grafisch hinkt "Pro Evolution Soccer" auch weiterhin der "FIFA"-Reihe meilenweit hinterher. Und das obwohl es im Titel auch optische Highlights gibt. Gerade die Animationsphasen der einzelnen Protagonisten wurden wieder hervorragend umgesetzt. Von der normalen Ballannahme bis hin zum spektakulären Fallrückzieher ist einfach alles stimmig integriert. Neu hinzugekommen die so genannte situationsabhängige Spieleranimation. Hört sich hochtrabend an, ist es aber nicht. Im Endeffekt verbirgt sich dahinter nichts anderes als die marginale Verfeinerung der bisher schon toll designten Bewegungsabläufe. Die einzelnen Spieler und vor allem auch der Ball verhalten sich einfach noch einen Tick realistischer. Knallharte Schüsse oder gefährliche Pässe werden auch nur als solche dargestellt bzw. durchgeführt, wenn der Spieler entsprechend richtig zum Ball steht - kommt er nur noch mit der Fußspitze an das Leder, dann sieht man das auch in der folgenden, meist unglücklichen Aktion. Ganz nebenbei wurde ein neues Tricksystem, welches den Starspielern nun diverse Möglichkeiten bietet, vor allem grafisch schön in Szene gesetzt.
Trotzdem, irgendwie kann nicht wirklich dieser optische "Next-Gen-Funke" auf einen überspringen. Seien es nun die kaum vorhandenen Licht- oder die schwach umgesetzten Wettereffekte, alles hat man irgendwo schon mal besser und zwar deutlich besser gesehen. Und so bleibt auch heuer wieder das größte Sorgenkind von Konami die technische und vor allem optische Umsetzung. Ein dickes ToDo für 2008.
Sound: Auf'n Platz Top - daneben eher Flop
Pro Evolution Soccer 2008
Nach der herben Kritik kommen wir doch mal zu etwas wirklich positiven innerhalb des aktuellsten Ablegers der "PES"-Reihe. Akustisch wird heuer nämlich einiges mehr geboten, vor allem "auf'n Platz". Kein Fußballspiel hat bisher so realistisch Soundeffekt vom Spielfeld eingefangen. Da hört man ein lautes Stöhnen, wenn der Stürmer mal wieder unsanft von den Beinen geholt wird, ein Ächzen, wenn die Verteidigung krampfhaft versucht einen Angriff bereits im Keim zu ersticken oder ein lautes Knallen bei Press-Schlägen. Wirklich lobens-, aber vor allem auch hörenswert. Stichwort Hörenswert. Der Soundtrack in den diversen Menüs kann hingegen mal wieder nur als sehr gewöhnungsbedürftig bezeichnet werden. Vielleicht gibt es ja wirklich Leute außerhalb der Entwicklerriege um Shingo "Seabass" Takatsuka, denen diese musikalische Untermalung gefällt - mag ich mir zwar nicht vorstellen können, kann aber trotzdem sein. Absolut nicht gewöhnungsbedürftig, da schlicht eine Frechheit ist auch heuer wieder das Kommentatorenduo Küpper/Fuss. Während die Konkurrenz von Electronic Arts in diesem Bereich mittlerweile wirklich gute Arbeit abliefert, ist das was die beiden Herren hier so vor, während und nach dem Match von sich geben nach spätestens einem Spiel kaum mehr zu ertragen. Weniger was, sondern viel mehr wie sie es sagen ist hier ausschlaggebend. Wir in Deutschland sind ja nicht gerade mit tollen realen Reportern bestückt, aber gegen das von Konami engagierte Reporterpaar ist sogar der größte Langweiler vom WDR noch eine richtige Stimmungskanone.
