Der Fußball lebt von Rivalitäten. Unübertroffen dabei sind natürlich Stadt- oder regionale Derbys. Schalke gegen Dortmund, Barcelona gegen Real, Milan gegen Inter, Bremen gegen Hamburg, die Liste scheint endlos. Und worum geht es in solch einem Spiel? Natürlich, dem anderen zu zeigen wer der Chef ist. Während dieser Kampf um die imaginäre Fußballkrone mitunter schon Jahrzehnte anhält finden wir auch im Bereich der Videospiele die Rivalität zweier Titel die mittlerweile in einer eigenen Liga um die Käuferschaft buhlen. Während FIFA bereits für die aktuelle und neue Konsolengeneration angekündigt ist, will Konami mit PES 2014 lediglich Xbox 360 und PS3 ein letztes Mal aus den Sitzen heben. Hilfreich dabei soll die hauseigene, von Hideo Kojima für Metal Gear Solid ebenfalls benutzte, FOX-Engine sein. In unserer Preview-Version kamen wir dem Fuchs auf die Schliche.
Alles anders, alles gut?
Pro Evolution Soccer-Veteranen werden wohl oder übel "Lebe wohl" sagen müssen. Doch keine Angst, nicht zur Serie selbst, sondern zur altbekannten Spielweise. Das letzte Hurra der PES-Serie geht runderneuert in die Regale. Während in den vergangenen Jahren noch wahre Torspektakel abgefeuert werden konnten scheint es dieses Jahr beinahe so, als wäre Konamis Hauptaugenmerk darauf gelegen, den langweiligen Aspekt des Rasensports in den Vordergrund zu rücken.
Quelle: Konami
Pro Evolution Soccer 2014 (3)
Doch der Reihe nach: Der Ball ist auch in der neuesten Version ein äußerst emanzipierter Gegenstand, der irgendwo zwischen der entgegengebrachten Fußbehandlung und den Gesetzen der Physik auch noch Zeit für Eigenheiten findet. So müssen wir uns bei der Ballannahme nun anerziehen lassen, dass man sich dem Spielgerät gefälligst gefühlvoll zu nähern hat und nicht wie ein SWAT-Team einfach stupide drauflos geht – Letzteres endet dann nämlich meist in gegnerischem Ballbesitz. Abgesehen davon bleibt die Ballphysik in PES dank nachvollziehbarer Flugkurven, authentischen Flattereinlagen und angenehmer Rollgeschwindigkeit wahrscheinlich auch im Abgesang auf die jetzige Generation der Klassenprimus.
In puncto Spielfluss werden wohl fast alle eingefleischten Fans ihre Schreckmomente erleben. PES ist, wie oben angekündigt, nun deutlich Taktik-orientierter als es noch der Vorgänger war. In diversen Spielsessions kam es äußerst selten zu wirklich gefährlichen Strafraumszenen, jedoch zu vielen Standards und Zweikämpfen im Mittelfeld. Und diese Zweikämpfe verlangen nun, wie so viele andere Stützpfeiler des Spiels, filigrane Maßarbeit. Zweikampfhärte und diverse Tackling-Varianten müssen feinfühlig dosiert werden um ohne Foul den Ball zu erobern. Ist man die Hack-Methodik aus der aktuellen Version gewohnt, fliegen die Spieler wie Zugvögel vom Platz. Nicht ganz unschuldig an diesem Umstand ist der in der Vorab-Version noch viel zu strenge Schiedsrichter, der bisweilen eine viel zu lockere Brust- und Gesäßtasche zu haben scheint.
Quelle: Konami
Pro Evolution Soccer 2014 (2)
Abgesehen davon gibt es für den Fan zwar die schlechte Nachricht auf die "Off the Ball"- Steuerung verzichten zu müssen, dafür aber auch diverse gute Nachrichten im Bezug auf Feinjustierung des eigenen Aufbauspiels. Vorgegebene und per Tastendruck abrufbare Angriffsmuster sowie Ballstafetten in einzelnen Quadraten des Platzes bieten genügend Freiraum um das ultimative Spielgefühl zu bekommen. Einzig die in den Standards eingeführte Flugkurve des Balls könnte gerade in Online-Matches ein kleines aber gravierendes Schlupfloch für diversen Schabernack bieten. Vielleicht ist diese Funktion aber auch allein dem Offline-Modus vorbehalten und das Problem löst sich von selbst. In grafischer Hinsicht hat sich auch mal wieder einiges, wenn auch nur im Detail, getan. Überarbeitete Spielermodelle, realistische Einläufe und Zuschauer die sich mittlerweile langsam aber sicher vom Pappschild-Image distanzieren, sorgen für ordentlich Stimmung. Besonders aufgefallen sind uns die extrem weichen und flüssigen Animationen, die sogar Eigenheiten so mancher Spieler identisch aufgreifen.
