Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney im Test: Das geniale Cross-Over endlich in Europa
Test
Mit Professor Layton und Phoenix Wright können die zugeneigten Spieler auf dem 3DS bereits seit Jahren in etlichen Teilen feinste Rätsel- und Adventure-Kost für unterwegs genießen. Was passiert also, wenn die klugen Köpfe dahinter kooperieren und ein Cross-Over planen? Richtig: Dann entsteht "Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attourney". Das bereits seit 2012 in Japan erhältliche Spiel hat es knapp zwei Jahre später endlich auch nach Deutschland geschafft und wir verraten euch, ob das neu formierte Duo zueinander passt.
Fantasie vs. Realität
Als Fan beider Franchises stellt sich bereits beim Gedanken an das Setting sowie die Story des Spiels die Frage: Wie wollen die Fantasie-Welt von Layton und die Realität von Phoenix Wright glaubhaft in einer Story untergebracht werden? Das Ergebnis ist ein Kompromiss an beide Serien mit leichten Zugeständnissen an den Professor. Zwar bemüht sich die Geschichte ein ums andere Mal den realen Kontext des Anwalts in eine auf mystische Ereignisse aufgebaute Geschichte zu integrieren, letztendlich bleibt jedoch Layton das Zugpferd der Kooperation. Somit dreht sich die Geschichte um ein Mädchen das immer wieder in Schwierigkeiten gerät, das mysteriöse Verschwinden gleich beider Hauptfiguren, sowie einem allmächtigen Geschichtsschreiber und jeder Menge Hexen in mittelalterlichem Setting. Allzu viel wollen wir über die Story an dieser Stelle nicht verraten, denn gerade der Überraschungsmoment der Geschichte ist eines der wichtigsten Elemente. So viel sei jedoch verraten: Langweilig wird es mit Hershell und Phoenix so schnell nicht.
Vier Rätsel für ein Urteil
Quelle: Nintendo
Prof. Layton vs. Phoenix Wright im Test (3)
In Sachen Gameplay kollidieren wie auch schon in der Story zwei äußerst unterschiedliche Spielanlagen mit eigener Dynamik. Während Laytons Abenteuer von der oft zitierten und der Ruhe inne liegenden Kraft leben, so ist Action und Dramatik der Nährboden eines jeden Phoenix Wright-Ablegers. Wie schon in der Geschichte setzt sich Layton auch im Spielverlauf durch. Hauptschauplatz des Titels sind die aus dem Rätselspiel bekannten Oberweltkarten samt versteckter Hinweise, Münzen und Auftraggebern. Mit fortlaufender Spielzeit verwischen jedoch die Grenzen beider Gameplay-Elemente und beide Charaktere kommen im jeweils anderen Terrain zum Einsatz. Somit hält das Cross-Over jene Abwechslung, die es im Vorfeld versprach. Innerhalb der gut 15-20 Stunden Spielzeit kommt dabei nie das Gefühl auf, einer der beiden würde zu kurz kommen. Bei etwaigen Neuerungen bleibt sich Layton als Gentleman alter Schule vornehm zurück und präsentiert das mittlerweile in etwas zu vielen Ablegern zum Zuge gekommene Gameplay während Phoenix Wright mit einer gravierenden Neuerung aufwarten kann. Innerhalb der Prozesse ist es jetzt nämlich notwendig gleich mehrere Personen zu verhören und ihre Aussagen gegeneinander aufzuwiegen und auszuspielen. Dabei drehen sich die Zeugen nicht nur wie ein Fähnchen im Wind, sondern nutzen auch jedes noch so kleine Schlupfloch in eurer Argumentationskette zum eigenen Vorteil aus – Cool! Aufgrund des Settings muss sich Wright ebenfalls von moderner Forensik verabschieden. Fingerabdrücke, Bluttests oder sonstige Standards von heute werden dank des Mittelalter-Settings ad acta gelegt.
Technik ohne Rätsel
Quelle: Nintendo
Prof. Layton vs. Phoenix Wright im Test (5)
Der Look von "Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attourney" stammt aus den Stiften von Capcoms Designabteilung. Die Charaktermodelle wirken dadurch nicht mehr so überzeichnet wie in einem typischen Layton-Teil und wirken dadurch natürlicher. Optisch schaffen es beide Entwickler dem anderen genügend Raum zur grafischen Entfaltung zu bieten ohne selbst Einbußen hinnehmen zu müssen. So wirkt das Spiel grafisch wie aus einem Guss und lässt keinerlei Wünsche offen. Die Umgebungen sind liebevoll gezeichnet, die NPCs abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und die Zwischensequenzen sind eine Augenweide. Auch der Sound steht dem in nichts nach und hat für Kenner beider Serien sogar einige kleine Easter-Eggs parat.
