Project Rub im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Mit Project Rub geht der DS auf Flirtkurs. Kann das Spiel aber auch die Herzen der Spieler erobern?

Ein gutes Startlineup ist bei der Einführung einer neuen Hardware außerordentlich wichtig, um das Interesse der Zocker zu wecken und sie neugierig auf das neue System zu machen. Auch Sega trägt dazu bei, dass der Nintendo DS zur Markteinführung nicht ohne Unterstützung dasteht, sondern mit interessanten Spielen versorgt wird. Sie liefern den Titel "Project Rub" und zeigen, dass man die neuen Features des etwas anderen Handheld auf äußerst kreative und lustige Weise nutzen kann. Während ihr im Spiel um die Gunst einer holden Maid kämpft, hofft man bei Sega auf die der Zocker. Doch ist es einen Kauf auch wirklich wert?

All you need is love

Project Rub Project Rub Welcher Kerl kennt das nicht: Man hat ein süßes Mädel gesehen, das einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will und würde gerne mehr über sie erfahren und dafür am liebsten alles stehen und liegen lassen. Genau so geht es unserem blauhaarigen Charakter in Project Rub. Er begegnet einer unbekannten Schönheit und ist vom ersten Moment an hin und weg. Sein Ziel ist kein geringeres, als die Eroberung ihres Herzens. Hochmotiviert unternimmt er nun die verrücktesten Sachen, um die nette Dame irgendwie auf sich aufmerksam zu machen und zu beeindrucken. Die Story wird in kleinen Zwischensequenzen erzählt, die sich aus mehreren Standbildern zusammensetzen. Da Project Rub eine Minispielsammlung darstellt, fällt es vielleicht ein wenig schwer, sich eine durchgängige Geschichte vorzustellen. Das hat man aber ziemlich gut hinbekommen, indem die Zwischensequenzen immer zu den einzelnen Minispielen hinführen. So seht ihr wie etwas vor sich geht und im Minigame müsst ihr diese Situation dann spielen.

Vielfältige Minigames

Project Rub Project Rub Wer bereits mit Titeln wie beispielsweise Wario Ware seinen Spaß hatte, der ist auch ein potenzieller Project Rub-Spieler. Hier geht es ebenfalls um Minigames, aber dennoch gibt es einige Unterschiede. Man setzt weniger auf Masse und hat es deshalb bei 26 kleinen Spielchen belassen. Das hört sich nach furchtbar wenig an, wenn man bedenkt dass Wario mit nahezu 200 auftrumpfen kann, aber dafür dauern die hier gebotenen wesentlich länger und sind alles andere als kurze Reaktionstests die nach wenigen Sekunden bereits vorbei sind. Meist geht es darum eure Herzensdame zu beeindrucken, zu beschützen oder zu retten. Auch wenn es vielleicht so klingen mag, aber das ist alles andere als langweilig oder eintönig. Eure Tätigkeiten beschränken sich nämlich nicht nur auf Blumenkaufen oder Gedichteschreiben, sondern umfassen viel Action und teilweise auch total durchgeknallte Dinge. Es steht unter anderem Fallschirmspringen, Einradfahren, Segeln und vieles mehr auf dem Programm. Aufgrund der Story gibt es sogar Boss-Kämpfe und Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aufgaben.

So wird gespielt

Project Rub Project Rub Das Interessante dabei ist allerdings die Art und Weise wie gespielt wird. Sämtliche Minigames müssen nämlich per Touchscreen gesteuert werden und sogar das Mikrophon des Nintendo DS kommt hin und wieder zum Einsatz. So wird das Segel eures Bootes angetrieben, indem ihr auf den Handheld pustet. Je stärker, desto weiter und schneller kommt ihr voran. Auf diese Weise werden auch Kerzen ausgeblasen. Die meiste Zeit dürft ihr aber mit dem Stylus spielen. Es gibt sogar kombinierte Minispiele in denen sowohl Stylus als auch Micro benutzt werden. Beim Fallschirmspringen müsst ihr ganz schnell eine Zahlenkombination auf dem Touchscreen nachtippen, um die Fallschirme zu öffnen oder Bullen antippen um sie weg zu scheuchen, Symbole ausmalen, Gegenstände im Sand ausbuddeln, Wege nachfahren und sehr viel mehr. Man glaubt gar nicht was unser Protagonist alles auf sich nimmt, nur um sein Schätzchen zu entzücken.

Auch wenn die Bandbreite an verschiedenen Aufgaben und Steuerungsweisen sehr unterschiedlich und interessant ist, so täuscht dies leider nicht darüber hinweg, dass es lediglich 26 Minispiele gibt. Wie bereits erwähnt dauern diese aber recht lange. Sie bestehen jeweils aus verschiedenen Schwierigkeitsstufen (von 1-10). Während man beispielsweise am Anfang nur kurze Zahlenkombinationen nachmachen muss oder nur kleine Flächen auszumalen hat, steigert sich das mit jeder Stufe und wird stetig schwerer. Die ungewöhnliche Steuerung geht dabei ausgesprochen gut von der Hand. Der Touchscreen reagiert optimal und präzise. Aufgrund der recht simplen Struktur der Aufgaben werdet ihr auch nicht überfordert oder mit einer Flut an Aktionen überschwemmt.

Unglaublich stilvoll

Project Rub Project Rub Man merkt recht schnell, dass Project Rub alles andere als ein gewöhnliches Spiel ist, denn es wirkt zunächst etwas merkwürdig: Schwarze Figuren, völlig ohne Gesicht und keine Details und Texturen, eine ziemlich ungewöhnliche Farbwahl und komische Charaktere. Doch das Gesamtbild ist unheimlich stimmig. Auch wenn die Grafik der neuen Hardware des DS in keinster Weise gerecht wird, so ist die Aufmachung dennoch äußerst stilvoll. In technischer Hinsicht bzw. Qualität der Grafik eher ein Flop, künstlerisch, aber dafür umso interessanter. Der Sound enttäuscht da schon eher: Die Melodien sind ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig und können hin und wieder sogar nerven. Ebenso auch manche Sprachsamples, wobei diese meist ganz ordentlich sind.

Meinung

Wertung zu Project Rub (NDS)

Wertung:

7.9 /10
Pro & Contra
interessanter Grafikstilnutzt die Features des Nintendo DS primasuper Steuerunglustige Minispielegut für zwischendurch
wenige Minigames und damit geringer Umfangtechnisch eher schwach
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