Komplexeres Spielsystem im All – Der Genremix ist erneut gut gelungen, aber nicht so hervorragend wie sein Vorgänger.
Die Personalisierung findet eher im Bereich der Raumschiffentwicklung statt. Dieses kann mit neuen Waffensystemen (Spezialangriffen) ausgestattet werden oder durch spezielle Eingriffe effektiver im Kampf auftreten (Verteidigungsmöglichkeiten), was der Gewinnung von Zaubern im Vorgänger gleichkommt. Zudem gibt es die Möglichkeit, neue Raumschiffe zu entwerfen. Dies ist zum Beispiel von Nöten, wenn wir nicht gerade Piraten jagen, sondern Rohstoffe von Asteroiden sammeln, da anstatt eines kriegerischen Kampfschiffes ein Transporter benötigt wird. In ähnlicher Spielweise wie im Kampf werden dann Rohstoffsteine auf dem Spielbrett aufgelöst, welche alsdann im Inventar zur Weiterverarbeitung oder für den Handel zur Verfügung stehen.
Mangelnde Spielübersicht
Puzzle Quest: Galactrix
Letzteres birgt ebenfalls etliche Hürden, die zu nehmen, eigentlich nicht machbar sind. Fast jedes Sternsystem - von den mehreren Duzenden im Weltall vorhandenen - offeriert neben der Wärme und Licht spendenden Sonne vor allem einige Sprungtore, Planeten, Asteroiden und Raumbasen. Asteroiden dienen dem Rohstoffabbau, während die Sprungtore benötigt werden, um weitere Sternsysteme zu erreichen. Diese Tore dienen als Verbindungsglied zwischen den Sternsystemen, müssen aber zunächst freigeschalten werden, um im All voran zu kommen. Auf den Planeten und auf den Raumbasen trifft man Bewohner, das Militär und Hilfsbedürftige. Man plaudert und erhält Missionen wie auch kleine Nebenaufträge, für deren Absolvierung reichlich Moneten und vor allem Erfahrung winken. Fast immer lässt sich auch ein Handelspartner auffinden, welcher je nach Gesinnung und Zuneigung einen mehr oder weniger guten Preis für abgebaute Rohstoffe bietet. Ihr könnt auch feilschen, müsst dafür aber in bekannter Weise auf dem Spielbrett Steine herum schieben. Ganz wichtig ist es, Schmugglerware, welche entweder im Kampf gegen Piraten oder auch auf den Asteroiden zu bekommen ist, los zu werden, ansonsten nervt - und das geht wirklich extrem auf den Spielspaß - die Weltraumbehörde, welche euch für die Ware ausschalten möchte.
Puzzle Quest: Galactrix
Die Problematik ist aber, das trotz der deutlich verbesserten optischen Pracht kein Zusammenhang erkennbar ist. Der Weltraum, auch wenn die unendliche schwarze Leere nur mit einigen Sonnensystem gespickt ist, wirkt im Gegensatz zum Brettspiel "Challenge of the Warlords" recht lebendig und optisch deutlich ansprechender. Asteroidenfelder bewegen sich, der Nebel wabbert durch das System und überall fliegen freundlich oder feindlich gesinnte Raumschiffe durch die Gegend. Unseres lässt sich recht einfach navigieren und fliegt stets dem Mauszeiger hinterher. Doch jedes Sonnensystem sieht sich extrem ähnlich. Egal welches betreten wird, markante Eckpunkte sucht man vergebens und die Anflugpunkte wie Planeten unterscheiden sich fast ausschließlich durch ihre kryptischen Namen. So kann man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr erkennen und findet sich schlicht und einfach nicht zurecht. Welcher Händler hatte nun die guten Preise für Gold und welcher für Polymere? Wo finde ich eine Werkstatt, denn diese ist nicht in jedem Sonnensystem vorhanden? Was für Rohstoffe gab es auf welchen Asteroiden? Fragen über Fragen, die zur einzigen spielerischen Lösung führen: Man irrt durchs All auf der Suche nach einer Antwort und klappert dabei Abermillionen von Möglichkeiten ab.
Puzzle Quest: Galactrix
Davon ab, sorgt auch das Inventar nicht gerade für Übersicht, welches ärgerlicherweise auch nicht jederzeit aufgerufen werden kann. Nur auf Planeten oder nachdem man bestimmte Weltraumstationen angepeilt hat, kann man sich die Charakterwerte, die Fracht, mit umher ziehende Personen und andere Personalien anschauen - ziemlich unverständlich und oftmals auch recht ärgerlich. Damit fehlt einfach der Überblick über die statistischen Werte. Insgesamt, und das muss man leider sagen, wirkt "Galactrix" undurchdacht und schnell hingeschludert, ohne das sich jemand bei der Entwicklung tatsächlich über einen spielerischen Komfort Gedanken gemacht hat. Als wirklich gelungen, neben der musikalisch orchestralen Untermalung, ist aber der Mehrspielermodus zu erwähnen. Zwar fehlt ein einstellbares Handicap, doch das Spielvergnügen könnte nicht intensiver sein. Sowohl zu zweit vor einer Konsole, als auch über Xbox Live kann man sich noch lange mit dem Titel beschäftigen, nachdem der Einzelspielermodus aufgegeben wurde.
