Hinter verschlossenen Türen zeigte Remedy seinen neuen Shooter Quantum Break. Erst nach diesem Termin, waren anfängliche Zweifel an der Marke weggeblasen: Die Geschichte wirkt interessant, das Gameplay neuartig. Warum wir den Alan-Wake-Nachfolger davor eher skeptisch beäuften, verraten wir euch in der Vorschau.
Jack Joyce ist eigentlich nur ein zufälliger Zaungast, als ein Zeitreise-Experiment an der Riverport University schief geht. Das Experiment geht schief, verdreht die Zeit und treibt die Welt an den Abgrund. Weil Jack dabei war, hat er jedoch Spezialkräfte. Wenn die Zeit "stottert" und hängen bleibt, kann er sich frei in den Zeitblasen bewegen. Außerdem kann er Zeitblasen erzeugen und Leute aus Zeitblasen befreien.
Quelle: Microsoft / Remedy
Wer ist gut, wer ist böse? TV und Spiel erzählen von zwei Seiten.
Monarch, einer düsteren Organisation, die an dem Zeitreise-Experiment beteiligt war, passt das gar nicht. Sie wissen vielleicht noch gar nicht, dass das Ende der Zeit droht. Dass aber jemand mit Zeit-Fähigkeiten in Riverport rumrennt, passt ihnen gar nicht in den Kram. Deshalb jagen sie Jack – und schrecken auch nicht vor drakonischen Maßnahmen zurück. Unsere Demo startet weit vor der Mission der Pressekonferenz: Jack will zum Hauptquartier von Monarch vordringen und muss den Fluss überqueren. Oben haben die Mitarbeiter von Monarch Security aber die Brücke gesperrt. Und sie gehen knallhart gegen die Bevölkerung vor. Die Mitglieder des privaten, bewaffneten Monarch Sicherheitsdienstes durchsuchen Autos, filzen Zivilisten. Manche lassen sich das nicht gefallen – und werden prompt bedroht, niedergeschlagen und unterdrückt. Und plötzlich löst sich ein Schuss, das Handgemenge zwischen Protestanten und Security-Mitarbeitern beginnt… Und eigentlich wären die Zivilisten haushoch unterlegen.
Doch dann stottert die Zeit und hält an. Blutend liegt ein Demonstrant am Boden – erst jetzt ist klar: Monarch ist nicht einfach eine Feindgesellschaft, sie ist das wirklich Böse! Eine Firma, welche die Regierung in der Tasche hat, kann tun und lassen was sie will. Und sie missbraucht ihre Macht. Jack kämpft also nicht für irgendwen, sondern für ein höheres Gut! Er will nicht nur die Zeit retten, sondern auch die Menschen seiner Stadt vor den Unterdrückern.
Fast wie ein Jump and Run
Quelle: Microsoft / Remedy
Jack kann die Zeit beeinflussen und sich superschnell bewegen.
Die Actionszenen von Quantum Break gehören zu den innovativeren Ansätzen des Genres. Befürchtet hatten viele, dass Jack einfach wie in einem Deckungsshooter rumballert. Das kann er auch – besser geht es aber, durch den Einsatz seiner Fähigkeiten. Weil Jack schneller "als die Zeit" rennen kann, entkommt er Kugeln und Schlägen, kann selbst ordentlich austeilen. Und manch ein Deckungsgegenstand wird zur tödlichen Waffe. Wie in der Pressekonferenz lockt Sam Lake einen Feind genau vor ein Polizeiauto, das sich gerade überschlägt. Berührt Jack nun das Auto, kann er es aus dem Zeitloch befreien. Es knallt mit hoher Geschwindigkeit auf den Gegner – platt. Auf der Pressekonferenz endete die Show hier. Doch hinter verschlossenen Türen ging es weiter.
Das Containerschiff, das man aus einem der früheren Trailer kennt, prallt plötzlich gegen die Brücke. Stahl verformt sich, Autos fliegen durch die Luft, Autoschilder auch. Und sie schwirren im Zeitstotterer umher! Immer wieder muss Jack seine Kräfte einsetzen, um umstürzende Bauteile kurz einzufrieren. Auf ihnen klettert der Held in die Freiheit. Teilweise bilden schwebende Wrackteile fast schon einen richtigen Pfad durch die Welt. Aber erst durch Jacks Sonderfähigkeiten wir der Pfad auch begehbar. Das erinnert stellenweise an ein Jump and Run mit veränderlichen Levels.
Gut und Böse – Spiel und Show
Quelle: Microsoft / Remedy
Die Kämpfe in Zeitblasen gehören zu den cooleren Momenten der Spiele-Neuzeit.
Die Rollen sind in Quantum Break leicht verteilt: Jack Joyce ist der Gute, Monarch das Böse. Aber wie bringt man beide unter einen Hut? Remedy weiß Rat und teilt Quantum Break auf: Das Spiel konzentriertet sich voll auf den Helden, die TV-Show auf den Bösewicht des Spiels, den Chef von Monarch. Mit der Einstellung des Xbox Entertainment Studios ist das TV-Projekt noch nicht tot: Es wird ab September in Hollywood gedreht, produziert von einer externen Filmcrew. So sollen Spieler beide Seiten kennenlernen und noch inniger ein Gefühl für Narration bekommen. Und natürlich soll sich die Show auf das Spiel und das Spiel auf die Show auswirken. Der Monarch-Boss, dem man in der Serie folgt, kann zum Beispiel die Zukunft in mehreren Dimensionen sehen. Der Spieler muss ich in der Show für ein Ende entscheiden. Die Wahl wirkt sich auf den Verlauf des Spiels aus. Cool – aber ob und wie das klappt, konnte uns auf der Gamescom 2014 noch niemand sagen. Gedreht ist die Serie ja immerhin noch nicht.
