Jetzt erhältlich: RIDE 6 im Test - Gran Turismo auf zwei Rädern punktet mit viel Umfang, stagniert aber auf der Stelle
Test
RIDE 6 glänzt mit einer großen Auswahl an Motorrädern und Strecken, kann in unserem Test allerdings nicht komplett überzeugen. Wir verraten euch, woran das liegt.
Mit RIDE 6 geht das Gran Turismo des Zweiradsports in die nächste Runde. Ab dem 12. Februar starten für alle Motorrad-Fans die Motoren und Entwickler Milestone möchte mit dem neuen Teil der Reihe nicht nur die Puristen ansprechen. Mit einem optionalen Arcade-Handling-System und einem Ingame-Festival, das in Teilen an das Forza-Horizon-Franchise erinnert, greift das Rennspiel auch den Mainstream an.
In unserem Test merken wir allerdings schnell, dass der Mix zweier erfolgreicher Rennspiele nicht direkt Erfolg verheißt. RIDE 6 (jetzt kaufen 69,99 € ) baut zwar den Umfang im Vergleich zu den Vorgängern gewaltig aus, punktet mit spaßigem Fahrverhalten, lässt aber auch einiges an Potenzial auf der Strecke. Wir verraten euch, wo es im Getriebe knirscht und warum vor allem Neulinge dennoch auf ihre Kosten kommen.
Die Welt der Zweiräder
RIDE 6 lässt sich am besten erneut mit Gran Turismo vergleichen. Wir treten auf verschiedenen Rennstrecken mit unterschiedlichen Marken gegen die Zeit oder andere Kontrahenten an. Im Vordergrund steht dabei ebenfalls die Liebe zum motorisierten Untersatz - in RIDE aber eben zum Motorrad.
In diesem Artikel
Von BMW über Kawasaki bis hin zu Yamaha sind die legendärsten Zweiräder mit von der Partie. Neben den aus den Vorgängern bekannten Naked Bikes und Sportbikes kommen im sechsten Teil der Reihe noch Offroad-Motorräder und sogenannte Baggers dazu.
Passend zur Klasse der Scooter, Motards und Enduros erweitert Entwickler Milestone auch das Streckenangebot an Offroad-Kursen. Die engen Dirt-Pisten stellen uns vor neue Herausforderungen wie einem rutschigen Untergrund und einigen Wellen, doch insgesamt kann uns das Fahrverhalten auf dem Belag nicht überzeugen. Dazu kommen wir später noch ausführlicher.
Die restlichen Straßenkurse sind eine bunte Auswahl an realen und Fantasy-Strecken. Wir rasen mit unseren leichten PS-Monstern unter anderem über Donington, Daytona und sogar den Nürburgring inklusive Nordschleifenanbindung.
Quelle: PC Games
Für deutsche Motorsport-Fans ist die Nürburgring-Nordschleife immer ein Highlight und darf daher auch in RIDE 6 nicht fehlen.
Absolute Highlights warten außerdem erneut mit dem Ulster GP und den Southern 100 auf uns. Die Strecken erinnern an die spektakulären Rennen der berühmten Isle-of-Man-Veranstaltung und fordern unsere höchste Konzentration heraus. Über enge Landstraßen düsen wir jenseits der 300 km/h durch Dörfer und an Abhängen entlang.
Die Bremszonen sind brachial und jeder kleinste Fehler wird hart bestraft. Glücklicherweise bietet RIDE 6 wieder eine Rückspulfunktion, denn ohne die käme bei unerfahrenen Piloten schnell Frust auf. Die Events bieten die ultimative Herausforderung im Zweiradsport.
Stupides Rundendrehen in der Karriere
Die verschiedenen Wettbewerbe und Kurse integriert Milestone wie immer in der Reihe auch im Karrieremodus. Wir müssen uns dort einen Weg durch verschiedene Disziplinen bahnen, um am Ende gegen die Besten der Besten anzutreten.
Das Ganze wird in RIDE 6 im sogenannten Ridefest angegangen. Wir steigen mit kurzen Scooter- und Dirt-Rennen ein und arbeiten uns durch Erfolge nach oben. Je weiter wir die Karriereleiter emporklettern, desto umfangreicher werden die Events. Wir dürfen ab einem bestimmten Zeitpunkt an Qualifying-Sessions und auch an längeren Ausdauerrennen teilnehmen. Das sorgt neben den Dirt-Veranstaltungen und Rennen gegen die Zeit für schöne Abwechslung.
Quelle: PC Games
Für noch mehr Immersion steht erneut eine Egoperspektive zur Verfügung. Um die Herausforderung zu meistern, brauchen wir aber ordentlich Übung.
Was auf den ersten Blick spaßig klingt, nutzt sich allerdings recht zügig ab. Wir klappern ein Rennen nach dem anderen ab und drumherum passiert nichts Relevantes. Wir schalten zwar Motorräder frei oder kaufen sie beim Händler, doch das hält uns nicht wirklich bei Laune. Im Karrieremodus von Gran Turismo werden uns Infos und Geschichten rund um die Fahrzeuge nachgeworfen, in RIDE 6 bleibt es bei einer kurzen Sequenz pro Moped.
Das ist nicht nur trist, sondern fängt auch die Hintergründe des Ridefest nicht ein. Es wirkt so, als hätten die Entwickler eine Art Forza Horizon unterbringen müssen, die Idee aber nicht zu Ende gedacht. Die eigentliche Veranstaltung erkennen wir lediglich beim Durchscrollen der Spielmodi im Hauptmenü und bei Siegerehrungen nach den Rennen. Der kurze Einspieler der Podiumsfeier ist noch dazu nach jedem Event identisch, völlig egal, ob wir auf dem ersten, zweiten oder dritten Platz gelandet sind.
