RPM Tuning im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Need noch mehr Speed im Underground?

Es herrscht ewige Nacht Es herrscht ewige Nacht Stell dir ein Rennspiel vor bei dem du deine Autos bis zum Abwinken tunen kannst, dich immer in derselben Stadt auf verschiedenen Kursen bewegst und die Rennen grundsätzlich des Nachts ausgetragen werden, weil das wilde Treiben auf öffentlichen Strassen von den Ordnungshütern nicht gerne gesehen wird. Denn all das was Need for Speed Underground besitzt, damit wirbt auch dieser Racer um die Käufergunst. So verspricht der Hersteller, dass einem dank der vielen optischen, mechanischen und elektronischen Tuningteile insgesamt 1.382.976 individuelle Möglichkeiten pro Auto geboten werden dieses individuell aufzurüsten. In der Praxis allerdings steckt dahinter dasselbe System wie in NFSU, welches einem besonders bei den optischen Tuningteilen doch sehr einschränkt. So können die diversen Aufkleber nur immer an der gleichen Stelle aufgebracht und nicht beliebig positioniert werden, wobei es natürlich immer ein zusammengehöriges Set aus Aufklebern gibt, für die Türen, das Dach und die Heckscheibe. Gleiches trifft auch auf die Spoiler zu, die man zwar ebenfalls kreuz und quer mixen kann, allerdings machen nur die zusammengehörigen teile auch wirklich eine gute Figur. So schmelzen die Millionen Möglichkeiten zu einem recht überschaubaren Maß zusammen. Trotzdem reicht das Gebotene allemal um einen erst einmal im Tuningfieber versinken zu lassen und ein recht individuelles Auto zusammenzubauen. Denn um das Tunen selbst nicht zu trocken ausfallen zu lassen, bekommen wir während des Aufrüstprozesses die Innereien des Wagens zu sehen. Jedes von uns gekaufte Teil manifestiert sich dort und kann begutachtet werden. Gut, nicht wirklich jedes Teil, da auch das leichter machen des Wagens zum Tunen zählt und dabei bekanntlich Teile weggenommen und nicht hinzugefügt werden.

Jedes Tuningteil ist sichtbar Jedes Tuningteil ist sichtbar Denn worum sich alles dreht in RPM Tuning ist das eigene Auto, welches einem gestohlen wurde. Um es wieder zurückzubekommen heuern wir bei der örtlichen Gang an und machen uns Liebkind, in der Hoffnung so zu erfahren wer sich unseren Karren unter den Nagel gerissen hat. In der Praxis bedeutet dies das absolvieren vieler Rennen in immer derselben Stadt. Zwar sollen es über 60 Meilen sein die sich in verschiedenen Kursen durch die Stadt schlängeln, trotzdem fährt man schon ziemlich bald an immer denselben Häuserfronten und Kreuzungen vorbei, mal von links und mal von rechts. So kann RPM Tuning seine offensichtliche Verwandtschaft zu NFSU nicht verbergen, auch wenn die Nachtrennen bei denen es in einer bestimmten Zeit einen Gegenspieler aufzugabeln gilt auch etwas an "Tokyo Highway Challenge" erinnern, ist man doch die meiste Zeit damit beschäftigt ein Duell gegen einen oder ein Rennen gegen drei weitere Computerspieler auszutragen. Dazwischen gibt es auch noch ab und zu ein Kontrollpunktrennen, bei dem es darum geht innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit einen bestimmten Punkt auf der Karte zu erreichen, um z.B. ein Ersatzteil zu besorgen oder einen Fahrer zu treffen. Auch an die Dragster-Rennen hat man gedacht, die auf ganz kurzen Strecken ausgetragen werden.

Die Cutscenes zwischen den Rennen sind im Grunde recht gut gelungen, können ihre Herkunft von der PS2 aber nicht verheimlichen. Besonders den Charakteren sieht man ihre Polygonarmut mehr als deutlich an und auch der ganze gezeigte Rest ist nur sehr niedrig aufgelöst. Die Sprache wurde im englischen Original belassen, dafür gibt es deutsche Untertitel zum einschalten.

Hauptsache auffallen Hauptsache auffallen Was hingegen recht gut funktioniert und uns einen besonders schnellen Einstieg ins Spiel erlaubt ist die Steuerung. Diese könnte direkt aus der Spielhalle stammen und erlaubt uns flottes durch die Kurve driften ebenso wie das kontrollierte Anwandeln an gegnerischen Autos oder Straßenbegrenzungen. Mit einer realen Simulation aber hat sie nur wenig gemein, viel mehr spielt sich "RPM-Tuning" wie ein astreiner Arcaderacer. Meist entscheidet über Sieg oder Niederlage wie intelligent man den zur Verfügung stehenden Nachbrenner eingesetzt hat, dessen Gesamtlänge zwar durch die Größe der mitgeführten Gasflaschen bestimmt wird, der in der Praxis aber auch noch von der Betriebstemperatur abhängig ist. Denn benutzen wir den Boost zu lange und die zugehörige Temperaturanzeige geht in den roten Bereich, beschleunigt der Turbo nicht mehr sondern bremst uns ab. Es gilt also immer die Temperaturanzeige im Auge zu behalten um nicht genau das Gegenteil von dem zu erreichen was wir eigentlich vorhaben.

Nitro im Einsatz Nitro im Einsatz Der Nachbrenner dürfte gleichzeitig auch das grafische Highlight des Games sein. Denn anders als bei ähnlichen Rennspielen hat man hier einen neuen Effekt benutzt, welcher den Anschein hinterlässt als würde das Auto samt Umwelt zu glühen beginnen. Trotz dieser beeindruckenden Verzerrung ist es aber nach wie vor recht gut möglich den Wagen auf der Piste zu halten. Diese wiederum sind wirklich gelungen und verstehen es unter dem künstlichen Licht so richtig echt auszusehen. Da kann die gezeigte Umgebung nicht ganz mithalten, auch wenn sie alles andere als misslungen ist. Ganz im Gegenteil schafft es die Engine ganz klaglos uns ein flüssiges Spielerlebnis zu kredenzen ohne Bilder zu verlieren oder gar ins Ruckeln zu kommen. Fulminante Beleuchtungseffekte oder Spiegelungen aber sucht man vergeblich. Trotzdem wirkt die Summe des Gezeigten durchaus gut und muss sich nicht verstecken.

Nur niedrig aufgelöste Cutscenes Nur niedrig aufgelöste Cutscenes Lieber hinter dem Offen geblieben wären hingegen die Motorsounds, die sich zum einen kaum voneinander unterscheiden und zum anderen überhaupt nicht wie starke PS-Boliden klingen sondern eher wie aufgemotzte Nähmaschinen. Zwar sind die "Nebengeräusche" wie das Schalten oder das Reifenquietschen durchaus gelungen, die Motoren selber aber besitzen keinerlei Biss und Aggressivität. Mehr davon bietet uns die Hintergrundbeschallung in Form von treibenden und basslastigen Rhythmen die herrlich in ein Rennspiel passen.

Meinung

Wertung zu RPM Tuning (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Viele Autos und noch viel mehr Tuningmöglichkeitengünstiger Preis
Sägende Motorsoundsniedrigst aufgelöste Cutsceneskeine Fahrzeug-Lizenzen

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