Rayman Origins lässt die klassischen 2D Jump & Runs gekonnt aufleben und verzaubert mit einer sagenhaften Grafik.
Mit Rayman Origins hat Ubisoft auf den Konsolen ein absolut klassisches und zugleich geniales 2D Jump & Run veröffentlicht. Zum Launch der PS Vita bringt man jetzt eine Portierung auf den Markt. Kann da noch etwas schief gehen?
Bitte nicht ernst nehmen
Rayman Origins
Alleine die Story bzw. das Intro zeigen, dass man Rayman Origins keinesfalls ernst nehmen sollte: Rayman und seine Freunde machen beim Schlafen zu viel Krach, was die unterirdischen Bewohner richtig böse macht, weswegen sie eine Invasion starten. Von da an rennt man mit Rayman und seinen Kollegen von links nach rechts über den Bildschirm und hüpft über Plattformen und sammelt sogenannte Lums ein. Je weiter wir voranschreiten, desto mehr Fähigkeiten stehen zur Verfügung. Rayman kann unter anderem härter zuschlagen oder über größere Entfernungen gleiten. Und natürlich kann man seinen Gegnern auf den Kopf springen. Die Feinde reagieren normalerweise kaum auf den Spieler und laufen ihre vorgegebenen Bahnen ab. Besonders herausfordern sind sie also nicht, dafür aber herrlich schräg animiert und irgendwie auch nie so richtig furchteinflößend.
Rayman Origins
Bei Rayman Origins muss man aber aufpassen, denn im Prinzip hat mein keinen Lebensbalken. Wird man einmal getroffen, ist normalerweise der Start am letzten Checkpoint nötig, immerhin mit unendlich vielen Leben. Man kann höchstens ein Herz einsammeln, das es uns erlaubt, einen Fehler zu machen. Teilweise muss man durchaus längere Abschnitte wiederholen. Es ist also ein wenig viel Trial & Error angesagt. Aber die wunderschön und abwechslungsreich gestalteten Level entschädigen zumindest für einen Teil des Ärgers über das vorzeitige Ableben. Irgendwie schafft es Ubisoft in fast jedem Level, neue Elemente und Rätsel einzubauen, bei denen man herab fallenden Gegenständen ausweicht, vor gefräßigen Fischen flieht, über riesige Abgründe via Trampolin springt oder auf Wasserfällen entlang rutscht.
Rayman Origins
Besonders rasant sind diverse Fluchtsequenzen, in denen man sich absolut keinen Fehler erlauben kann. Hier ist sekundengenaues Timing gefragt. Für weitere Abwechslung sorgen zudem Flugeinlagen mit einem freundlichen Moskito, mit dem wir uns wie in einem klassischen Shoot 'em Up durch die Level ballern. Ob Dschungel, Wüste oder eine Eislandschaft, man bekommt viele Details in den einzelnen Welten zu sehen. Ubisoft hat sich bei der Gestaltung richtig viel Mühe gegeben, weswegen nicht weniger als ein malerisches Kunstwerk entstanden ist, das immer wieder aufs neue verzücken kann. Im Kern bietet Rayman Origins vielleicht nichts neues, aber dafür wurde das Gameplay nahezu perfekt umgesetzt.
Viel zu entdecken
Rayman Origins
Wenn man will, kann man durch die einzelnen Stages durch rennen, doch es gibt auch viel zu entdecken, was teilweise auch nötig ist. Denn nur wenn genügend Electoons gefunden und befreit werden, kann man den nächsten Boss freischalten. Zudem bekommt man Electoons, wenn man genügend Looms, also quasi das Gegenstück zu den Münzen bei Super Mario, sammelt. Falls man zu wenige Looms gefunden hat, darf man auf der Weltkarte in die Level zurückkehren, die man bereits besucht hat, was teilweise ohnehin nötig ist, weil man an gewisse Stellen nicht von Anfang an gelangen kann. Selbstverständlich gibt es auch den einen oder anderen Bossfight zu bewältigen. Diese können durchaus knifflig sein, doch da auch hier nur vorgegebene Angriffe zu überleben sind, muss man die Sequenzen einfach nur auswendig lernen.
Rayman Origins ist kein leichtes Spiel, das merkt man eigentlich schon in den ersten 1-2 Stunden so langsam, aber im letzten Drittel wird es richtig herausfordern, weswegen viel Geduld angesagt ist, auch bei den Bossfights. Dennoch kann das Jump & Run immer wieder motivieren, damit man es nochmals versucht. Spielt man das Jump & Run durch, benötigt man vielleicht an die 10 Stunden, wobei hier eine genaue Zeitangabe sehr schwer fällt. Will man aber alle Geheimnisse entdecken sowie alle Loom und Electoons einsammeln, muss mehr Zeit eingeplant werden. Und immerhin kann man dadurch auch noch den einen anderen Charakter freischalten. Die Kollegen von Rayman, wie Globox zum Beispiel, sehen zwar anders aus, haben jedoch alle identische Fähigkeiten. Schade ist nur, dass der Offline-Koop-Modus für vier Spieler gestrichen wurde. Stattdessen kann man gegen Geistdaten antreten, was kein adäquater Ersatz ist.
