Reanimal vs. Little Nightmares 3: Im direkten Vergleich zeigt sich ein Horror-Adventure als klarer Sieger

Kolumne Vivien Ziermann
Reanimal vs. Little Nightmares 3: Im direkten Vergleich zeigt sich ein Horror-Adventure als klarer Sieger
Quelle: Bandai Namco/ PC Games

Bei zwei Spielen, die durch ihre Vorgeschichte, ihr Design und die Spielmechaniken unweigerlich in Konkurrenz treten, liegt eine Frage auf der Hand: Welches von beiden hat den Konkurrenzkampf gewonnen?

Das schwedische Entwicklerstudio Tarsier Studios hat sich besonders mit seiner Little-Nightmares-Reihe einen Namen gemacht. Ursprünglich unter dem Namen "Hunger" entwickelt, wurde der erste Teil der Reihe 2017 in Zusammenarbeit mit Bandai Namco veröffentlicht. Teil zwei folgte 2021 ebenfalls unter demselben Publisher.

Allerdings wurde Tarsier Studios schon 2019 ein Teil von THQ Nordic und damit ein Teil der Embracer Group. Doch die Lizenzrechte an Little Nightmares blieben bei Bandai Namco, die schließlich Supermassive Games mit der Entwicklung des dritten Teils der Reihe beauftragten, der am 10. Oktober 2025 auf PC, PlayStation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 1 & 2 erschien.

Inzwischen hat auch Tarsier sein nächstes Horror-Adventure veröffentlicht. Mit knapp einem halben Jahr Abstand zueinander versprechen beide Spiele einen immersiven Horror-Trip, der sowohl allein als auch im Koop begeistern soll. Dabei setzen beide Titel auf ähnliche Mechaniken und auch das Grafikdesign ist sich sehr ähnlich. Dabei drängt sich natürlich die Frage auf: Welcher Titel ist nun besser? Nachdem ich beide Spiele ausführlich gespielt habe, gibt es für mich im Kampf Little Nightmares 3 vs. Reanimal (jetzt kaufen 35,88 € / 39,99 € ) einen klaren Gewinner.

Internationale Kritik und Wertungen

Bevor ich auf die individuellen Punkte eingehen werde, die für mich bei beiden Titeln maßgeblich für die Spielerfahrung und damit auch für die Entscheidung waren, möchte ich kurz einen Blick auf die internationalen Wertungen der Fachpresse werfen.

Little Nightmares 3 konnte bei den weltweiten Kritikern insgesamt eher mittelmäßig abschneiden. Auf Metacritic kommt das Spiel auf einen Metascore von 71 Punkten. Auch die Wertungen auf Opencritic haben sich bei einer 71 eingepegelt. Doch nur 61 Prozent der Kritiken empfehlen den Titel weiter.

Auch wenn Stand heute (13.02.26) noch nicht alle Wertungen für Reanimal auf den jeweiligen Plattformen eingetroffen sind, schneidet das Spiel schon jetzt besser ab als seine Konkurrenz. Auf Metacritic liegt Reanimal derzeit bei einem Metascore von 80, während es auf Opencritic bereits eine 81 erreichen konnte. Zudem empfehlen 86 Prozent der Reviews auf Opencritic das Spiel bedenkenlos weiter.

Gehe ich also nach den Wertungen der Fachpresse, lässt sich der Sieger schnell ermitteln. Hier konnte sich Reanimal zum Teil einen Vorsprung von satten zehn Punkten sichern. Und auch in unseren Tests hat Reanimal mit einer Wertung von 9 deutlich besser abgeschnitten als Little Nightmares 3, das mit einer 7 bewertet wurde.

Atmosphärische Welten voller Rätsel

Kommen wir jetzt zum individuellen Vergleich. Bei beiden Spielen handelt es sich um Horror-Adventures, die besonders durch ihre kreativ gestalteten Welten und dichte Atmosphäre glänzen wollen. Das gelingt auch tatsächlich beiden, aber unterschiedlich gut.

Little Nightmares 3 hält sich an das verspielt-kindliche Konzept, mit dem bereits die Welten der beiden Vorgänger designt wurden. Quelle: Bandai Namco Little Nightmares 3 hält sich an das verspielt-kindliche Konzept, mit dem bereits die Welten der beiden Vorgänger designt wurden. Während Little Nightmares 3 sich an das vertraute Konzept der Reihe hält und die Welt zwar grotesk verzerrt, aber weiterhin verspielt-kindlich mit einem düsteren Touch gestaltet, kennt Reanimal keine Tabus. In jedem Kapitel wartet ein verstörendes Szenario, das seine Spieler schockieren will. Auch vor schwierigen Themen wie Kannibalismus und Mord an Kindern wird hier nicht Halt gemacht.

Zudem ist die Stimmung in Reanimal um einiges düsterer, als sie es in Little Nightmares ist. Die Atmosphäre ist dichter, das Horrormoment größer und generell bietet der Titel deutlich mehr Gänsehaut-Feeling als die Konkurrenz. Auch die bereits angerissenen Themen sind deutlich erwachsener und stellen Spieler immer wieder auf die Probe.

Zudem ist das Gegnerdesign deutlich frischer. Obwohl das erste Monster in Reanimal noch stark an die karikierten Menschen erinnert, die man aus den ersten beiden Little-Nightmares-Teilen kennt, entwickeln sich die anderen Gegner im Spiel in eine völlig neue Richtung. Das Gegnerdesign in Little Nightmares 3 hingegen wirkte an vielen Stellen nicht nur vertraut, sondern wie kopiert. Doch wirklich gruselig sind sie nicht.

Die Atmosphäre in Reanimal ist von Beginn an deutlich düsterer und beklemmender als in früheren Werken des Studios. Quelle: THQ Nordic Die Atmosphäre in Reanimal ist von Beginn an deutlich düsterer und beklemmender als in früheren Werken des Studios. Natürlich sind Atmosphäre, angesprochene Themen und Gegnerdesign in vielen Fällen Geschmackssache. In meinem Fall spricht mich der deutlich gruseligere und erwachsenere Aufbau von Reanimal ohne Zweifel stärker an als die kindliche Aufmachung von Little Nightmares 3.

Dazu kommt, dass die Rätsel, die in Little Nightmares 3 eingebaut sind, sehr selten vorkommen und obendrein noch viel zu einfach sind. In den meisten Fällen ist hier lediglich nach dem richtigen Knopf oder Schalter zu suchen, den ich betätigen muss, oder eine versteckte Kiste zu finden. Auch wenn die Rätsel in Reanimal ebenfalls keine Atomwissenschaft sind, so sind sie zumindest kreativ und nicht durch den erstbesten Schalter, den man findet, zu lösen. In puncto Rätsel, Atmosphäre, Thematik und Weltdesign hat also Reanimal ebenfalls die Nase weit vorn.

  1. Seite 1 Vergleich: Internationale Wertungen, Spielwelt und Rätsel
  2. Seite 2 Vergleich: Mechaniken & Kampfsystem, Spielmodi & KI, Fazit
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