Die aufpolierte HD Version bietet einen leicht erweiterten Spielumfang, aber nach wie vor ein spaßiges Rennvergnügen.
Staub, Dreck und qualmende Reifen. Wenn Cletus, Otis, Bubba und die anderen Verrückten mit ihren aufgemotzten Straßenboliden über die Pisten eines amerikanischen Dorfes bzw. einer Kleinstadt pesen, geht die Post ab. EA wandelt auf den Pfaden der Top-Down-Rennspiele und offeriert ein recht unterhaltsames Offroad-Vergnügen der klassischen Art.
Reckless Racing HD
Reckles Racing ist ein witziges Rennspiel für alle Fans von Micro Machines oder dem klassischen Off-Road. Letzteres trifft das Spektakel recht gut, rutschen die rasanten Fahrzeuge doch gekonnt durch den Schlamm oder quietschend und qualmend über den Asphalt. Die Strecken werden aus einer Art Vogelperspektive dargestellt, was für das Auge optimal ist, ohne dabei aber Details missen zu lassen. Wenn die Kirche, Hochhäuser oder einfach nur der immergrüne Tannenwald an uns vorbei rauscht, kommt ein tolles Fahrgefühl und vor allem eine angenehme Optik auf, die nur durch einen Faktor zumindest in der HD Variante für das iPad etwas gemindert wird: Bodentexturen, Felsen und Wasser sehen selbst als Standbild ziemlich verschwommen aus und irritieren bei schnellen Fahrten dann fast komplett. Als aufpolierte HD Version eines iPhone Spiels hätten wir hier doch mehr erwartet.
Reckless Racing HD
Reckless Racing profitiert einerseits von den tollen Strecken, die mit reichlich Kurven und noch viel mehr Tücken und Hindernissen gespickt sind. Hier ein gähnender Abgrund, dort ein paar bremsende Tonnen und immer wieder steht dann doch plötzlich der Baum mitten im Weg. Nun gut, vielleicht hätte die Bremse dies verhindern können, zumindest wenn der kleine Flitzer innerhalb der Piste geblieben wäre. Mit einigen Kontrahenten auf der Strecke, die auch gerne den Rammbock spielen dürfen bzw. selber zum Vorschlaghammer ausholen und mit Affentempo uns rammen, kommt Schadenfreude und Kampfgeist auf, vor allem wenn man die Schwierigkeitsstufe einen Tick höher schaltet. Denn auf auf dem Bronze-Niveau werden die Kollegen einfach nur noch überrundet, später dann aber muss man schauen, dass man überhaupt irgendwie noch Anschluss findet.
Reckless Racing HD
Laune macht Reckless Racing vor allem wegen der doch recht gelungenen Steuerung und dem unheimlich spaßigen Fahrgefühl. Standardmäßig können die Boliden wie mit einem Gameplad per Tasten über die Kurse gejagt werden, wobei die Bremse wirklich nur selten zum Einsatz kommt. Wer bremst, verliert - das muss hier fast wörtlich genommen werden. Denn auf was es ankommt, ist ein ordentlicher Drift durch die Kurven, der mit viel Tempo, aber auch kurzem anbremsen erreicht wird. Richtig Gelungen ist übrigens auch die Steuerungsvariante, in der das iPad wie ein Lenkrad in die Hand genommen und gelenkt wird. Mit einem heftigen Ruck werden die Kisten ins Schleudern gebracht, wer stattdessen nur sanft dreht, wird die meisten scharfen Kurven, die das Spiel doch recht häufig bereit hält, nur selten ohne Aufprall meistern.
Reckless Racing HD
Die drei Modi offenbaren leider nicht sonderlich viel Spielumfang. Die iPad Variante kommt im Gegensatz zur alten SD-Version für das iPhone immerhin mit drei zusätzlichen und somit insgesamt acht Strecken daher, so dass diese mit der Rückwärtsvariante immerhin mit 16 Kursen aufwarten kann. Dennoch hat man diese in nur wenigen Minuten gesehen, dann bleibt einzig allein der höhere Schwierigkeitsgrad oder das Zeitrennen. Letzteres hat es aber gewaltig in sich. Jede Tücke und jede Kurve einer Piste muss man studieren, um möglichst viel Zeit mit einem perfektem Drift heraus zu holen. Wahrlich kein leichtes Unterfangen, hier tatsächlich Gold abzustauben und eine Beschäftigung, die uns mehrere Tage bei Laune gehalten hat. Dank gespeichertem Geisterfahrer kann man jeden Vorsprung schon unterwegs erkennen und wird zugleich motiviert, die nächste Biegung geschickter zu nehmen. Langzeitmotivation verspricht auch der Onlinemodus, wo nach wie vor Duelle mit anderen Spielern ausgetragen werden, inklusive Ranglisten.
