Red Steel 2 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Mit dem Plus an Motion wird ein deutlich besseres Spielgefühl erreicht und der Spielspaß oben gehalten.

Red Steel 2 Red Steel 2 Die Klinge, später gar das legendäre Katana der Kusagari, findet jederzeit durch unerschrockenes Schwingen der Wii-Remote ihren Einsatz, sprich keine speziellen Events in abgeschotteten Arenen mehr. Lasst den Jackal-Cowboy per Pointersteuerung und der Pistole ordentlich tanzen und langt er sich dank gezieltem Treffer schmerzverzerrt ans Knie oder kommt aufgrund seine Dusseligkeit und den eigenen Füßen ins stolpern, rammt dem unglücklichen Gegenüber in einer flüssigen Bewegung die Klinge in den Brustkorb. Dazu reicht ein herzhafter Schwung der Wii-Remote vollkommen aus. Das Zauberwort dabei heißt Wii-Motion+. Ohne geht gar nichts, mit ihm geht es dafür umso besser. Denn genau das, was wir uns für das erste "Red Steel" gewünscht hätten, ist nun im zweiten endlich gelungen: Eine Kampfsteuerung die uns wirklich kämpfen lässt als hätten wir ein Schwert in Händen.

Red Steel 2 Red Steel 2 Die Wii-Remote wird munter von links nach rechts und wieder zurück geschwungen und ohne eine zusätzliche Taste drücken zu müssen saust das Schwert hin und her und säbelt sich dabei durch die Jakals wie durch Butter. Blutig wird es nicht, die Gewaltdarstellung, die verzerrten Gesichter und das markerschütternde Aufheulen geht aber dennoch geradezu unter die Haut. Wird das Schwert dagegen über den Kopf geführt und flüssig schnell nach unten gezogen, gibt es eine hässliche Narbe im Gesicht und auch genussvolles Zustechen ist möglich - vorzugsweise im Überraschungsmoment oder wenn der Gegner am Boden liegt. Aufgrund eingeschränkter Animationen wird der Bewegungsfreiraum im direkten Nahkampf gegenüber der freien Handbewegung im gewissen Maßen zwar reduziert, aber das Gefühl eines vom Spiel geführten Klingen-Schlagabtausch bleibt aus! Dank Motion+ ist tatsächlich ein deutlich besseres Spielgefühl vorhanden und aufgrund der Tatsache, dass nun jederzeit zwischen Schusswaffe und Katana gewechselt werden kann, ist auch wesentlich mehr Spielspaß garantiert.

Red Steel 2 Red Steel 2 Dabei haben es die Entwickler aber nicht belassen, denn neben diverser Blockmöglichkeiten sogar gegen einen pfeilschnellen Bleihagel gilt es von Anfang an im Dojo die Schwertkunst Schritt für Schritt zu erlernen und später sogar auf spezielle Kampftechniken einzugehen. Der "Adler" schleudert den Gegner in die Luft, der "Drache" setzt eine unglaubliche Energiewelle frei, der "Bär" entfesselt ein Erdbeben, der "Tiger" wehrt den Gegner beim Angriff ab und zu guter Letzte feuert die "Kobra" auf mehrere Feinde gleichzeitig! Leider kommen diese Techniken erst recht spät zum Einsatz, so dass tatsächlich zu wenig Zeit zum ausprobieren bleibt. Weiterhin erkennt Wii-Motion+ auch haargenau, wie fest das Katana respektive die Fernbedienung geschwungen wird. Mit reichlich tollen Lichteffekten wird bei kraftvollen Angriffen sogar der Brustpanzer einiger Feinde in Kleinteile zerhackt, während vor allem bei Bosskämpfen das Anvisieren aus den Zelda-Spielen zum Vorteil ist. Mittels der A-Taste tänzelt man um den Gegner und kann auch schnell in den Raum ausweichen und somit starken Angriffen entkommen sowie seinerseits aus dem Hinterhalt Attacken planen. Mit einem Finisher zaubert man letendlich ein verschmitztes Lächeln auf das Gesicht des Kusagari-Kriegers und schickt den Jackal in die ewigen Jagdgründe!

Routinearbeit eines Rächers

Red Steel 2 Red Steel 2 Die Kampfsteuerung geht wirklich klasse von der Hand und wildes Gefuchtel gehört definitiv der Vergangenheit an. Denn nur mit ordentlich geschwungenen Klingen nehmen die Motion+ Sensoren die Kraft auch tatsächlich vollkommen auf und setzen diese in rote Attacken um. Kurzes Schwingen aus dem Handgelenk heraus reicht definitiv nicht mehr aus, um bei "Red Steel 2" zu bestehen. Dennoch gibt es auch Anlass zur Kritik! Nach den teils hektischen, teils auch völlig unübersichtlichen Auseinandersetzungen mit bisweilen gar einem Dutzend von Gegnern gleichzeitig steht der Protagonist meist völlig verwirrt auf der Straße. Ein fließender Übergang in die Ego-Perspektive ist kaum möglich, da man sich mit dem Pointer nach dem Kampf zunächst wieder orientieren muss. Auch wirkt die klassische Steuerung manchmal etwas abgehackt, nicht weil das Fadenkreuz noch wie im ersten Teil zu Sprüngen neigen würde, sondern die Bewegung des Kusagaris teils holprig ausfallen. Doch wie soll man das alles auch unter einem Hut bringen, wenn gleichzeitig alle Möglichkeiten vom Schwertkampf bis zum Bleihagen offen stehen müssen?

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk