Macht's gut Zombies: Nicht nur die Gegner sind völlig neu, auch das Gameplay hat sich sehr stark gewandelt.
Großkalibrige Geschäfte
Resident Evil 4 (dt.)
Da es in Resident Evil 4 bedeutend bleihaltiger als in den Vorgängern zur Sache geht, darf es natürlich auch nicht an entsprechenden Schießprügeln fehlen. Hierzu hat man einen mobilen Händler ins Spiel integriert, welcher meist in der Nähe der zahlreichen Speicherpunkte zum ausgedehnten Shopping einlädt. Bezahlt wird die heiße Ware mit der örtlichen Währung, welche nicht nur von erledigten Gegnern fallen gelassen wird, sondern auch in den zahlreichen Geheimverstecken und Kisten am Wegsrand gefunden werden kann. Auch so mancher Edelstein und diverse Schmuckstücke sind in den verwinkelten Levels versteckt und können beim geschäftstüchtigen Händler gewinnbringend verkauft werden. Die Suche nach Schätzen und Bargeld resultiert somit schon recht früh im Spiel in einem kräftig aufgestockten Waffenarsenal und damit wesentlich leichter erledigten Feinden. Von der simplen Pistole über diverse Schrotflinten und Scharfschützengewehre bis hin zu Uzis und Raketenwerfern ist alles dabei was das Resi-Herz begehrt. Alle Waffen dürfen nach dem Kauf noch weiter aufgerüstet und damit in ihrer Leistung oft mehr als verdoppelt werden. Schusskraft, Nachladegeschwindigkeit, Fassungsvermögen und Schussrate können für beträchtliche Geldsummen erweitert werden und aus so mancher Standardkanone wird im Laufe des Spiels eine unverzichtbare Superwaffe. Lediglich die dazugehörige Munition müsst ihr euch selbst besorgen, selbige findet sich in den zahlreichen Kisten oder wiederum bei getöteten Feinden. Doch der fliegende Händler hat noch mehr zu bieten: Neben einer schusssicheren Weste, diversen Zielfernrohren und nützlichen Schatzkarten kann man bei diesem geschäftigen Gesellen auch an einem ertragreichen Minigame teilnehmen. Wie in einer Schießbude dürft ihr hier auf statische oder bewegliche Feinde zielen und müsst dabei versuchen eine möglichst hohe Punktzahl zu ergattern - wer besonders gut ist, bekommt einen Preis, welcher wiederum bares Geld wert ist.
Resident Evil 4 (dt.)
Ein größeres Waffenarsenal und die dazugehörige Munition benötigen natürlich auch wesentlich mehr Platz. Hierzu hat man endlich das Inventar des Protagonisten um ein Vielfaches erweitert, außerdem lassen sich im Laufe des Spiels immer größere Rucksäcke beim Händler erstehen. In diesem Zusammenhang steht aber auch einer unserer zentralen Kritikpunkte: Das Wechseln der jeweils aktiven Waffe funktioniert einzig und allein über den Inventarbildschirm - ein schneller Wechsel zwischen beispielsweise Scharfschützengewehr und Pumpgun ist leider nicht anders möglich. Dabei wäre es doch so einfach gewesen und man hätte eine simple Blätterfunktion auf das ohnehin nicht benutzbare Digipad legen können. Wirklich schade drum, der Spielfluss wird nämlich durch die ständigen Ausflüge ins Menü unangenehm häufig unterbrochen, was der ansonsten phänomenalen Atmosphäre des Spiels ebenfalls nicht gut bekommt.
Immer schön fair bleiben
Resident Evil 4 (dt.)
Sämtliche Waffen im Gepäck wird man bei so manchem Endgegner auch dringend brauchen, da diese Burschen nicht unbedingt einfach zu besiegen sind. Neben einer zurrecht gelegten Taktik benötigt man vor allem schnelle Reflexe wenn mal wieder eine der überraschenden Ausweich-Tastenkombinationen auf dem Bildschirm auftaucht. Besonders bei diesen Kämpfen, aber auch an anderen Stellen im Spiel kann schon mal sehr schnell und unerwartet ein serientypisches "You died" auf dem Bildschirm auftauchen. Doch im Gegensatz zu der an diesem Punkt normalerweise aufkommenden Enttäuschung, fühlt man sich in Resident Evil 4 überhaupt nicht bestraft. Dies liegt daran, dass eigentlich jede Tür im Spiel einen kleinen Checkpoint darstellt, zu welchem man nach seinem Ableben sofort zurückgelangt. Besonders lange und aufwendige Endgegnerkämpfe hat man sogar mehrfach mit Checkpunkten gesegnet, also selbst hier muss man nicht wieder von ganz vorne anfangen. Hinzu kommt, dass Speicherpunkte an eigentlich jeder Ecke zu finden sind und für das eigentliche Speichern auch keine Limitierung mehr in Form von seltenen Farbbändern existiert. Man stirbt in Resident Evil 4 wirklich unglaublich oft, allerdings macht einem dies aufgrund der mehr als fairen Checkpoints überhaupt nichts aus.
Resident Evil 4 (dt.)
Auch der Schwierigkeitsgrad ist zu Beginn des Spiels fest vorgegeben, kann aber in seiner Voreinstellung voll und ganz überzeugen. Kein Endgegner und kein Puzzle sind wirklich schwer, alles ist sehr gut schaffbar aber dennoch anspruchsvoll und fordernd realisiert worden. Trotzdem kann Resident Evil 4 mit einem mehr als ordentlichen Umfang aufwarten: Satte 17 Stunden benötigten wir für den ersten Durchgang, weitaus mehr als man von der Serie oder typischen Shootern gewohnt ist. Dort, wo bei anderen Spielen dieser Art schon längst der Abspann über dem Bildschirm geflimmert ist, legt ihr bei Resident Evil 4 gerade erst die zweite DVD ins Laufwerk. Und selbst nachdem man sich durch diesen Leckerbissen des Spieldesigns geballert hat, bleibt die Motivation noch ziemlich hoch, da Capcoms Entwickler in bester Tradition zwei freispielbare Bonusspiele integriert haben: In "Assignment Ada" spielt ihr euch mit einem anderen Charakter (der heißen Agentin Ada) durch eine eigens für sie entwickelte Mission und in "The Mercenaries" müsst ihr innerhalb eines knappen Zeitlimits vier verschiedene Level von möglichst vielen Gegnern säubern. Und selbst in diesem Bonusspiel gibt es etwas zum Freispielen: Wer besonders viele Gegner auf einmal erledigt und damit eine hohe Punktzahl erzielt, freut sich über weitere spielbare Charaktere in diesem Minigame.
Doch Vorsicht: Bei den in Deuschland vertriebenen Versionen fehlen diese beiden Minigames, die USK hat in letzter Minute noch dazwischengefunkt.
